Lockjagd & Kirrung: Schwarz-, Rot- und Rehwild gezielt an den Ansitz bringen
Lockjagd & Kirrung: Schwarzwild, Rotwild und Rehwild richtig anlocken
Die beste Büchse nützt nichts, wenn das Wild nicht in Schussdistanz kommt. Eine professionell angelegte Kirrung ist Reviermanagement im engsten Sinn – sie steuert Wechsel, ermöglicht Schwarzwild-Bejagung im Sommer und liefert Wildbeobachtung über Jahre. Was funktioniert wirklich, und was sagt das Gesetz?
1. Schwarzwild: Buchenholzteer, Salz und (vielleicht) Mais
Schwarzwild ist Geruchstier. Der Klassiker bleibt der Malbaum mit Buchenholzteer: Ein Stamm wird auf 1,2 m Höhe geteert, das Wild schubbert sich daran und verteilt den Geruch im Revier. Hochkonzentrierte Produkte wie der AttraTec Buchenholzteer No 5 halten 4–8 Wochen, je nach Witterung.
Ergänzend: Salzlecke mit witterungsintensiver Deusa Salzpaste mit Anisaroma – wirkt ganzjährig und holt im Sommer Schmaltiere und Frischlinge zuverlässig an den Stand.
Mais oder Eichelmast ist der heikelste Punkt: Die Kirrungs-Verordnungen der Länder regeln Menge, Form und Häufigkeit unterschiedlich. Faustregel:
- Maximal 1–2 kg Mais pro Tag, ausgebracht so, dass keine größeren Mengen offen liegen.
- Wo möglich: Mais im Erdloch oder unter Steinen – Frischlinge müssen aktiv suchen, kein Mast-Effekt.
- Automaten mit Zeitschaltung wie der Eurohunt Futterautomat PRO 12 V dosieren punktgenau und vermeiden Wildschadens-Risiken.
2. Rotwild: Salzlecke und Lockstoff statt Futter
Rotwild reagiert auf Lockstoffe sehr verhalten – Geduld ist alles. Bewährt: Salzlecken an traditionellen Wechseln und Suhlen. Mineralfutter ist in vielen Bundesländern reglementiert; reine Salzlecken (Stein- oder Pastensalz) sind meist erlaubt. Wichtig: nicht in der Brunft umstellen, nicht in der Setzzeit anlegen.
3. Rehwild: Apfel, Anis und Wildwiesen
Rehwild lässt sich kaum „kirren" im klassischen Sinn – aber sehr wohl mit Apfeltrester, Anispaste oder einer angelegten Wildwiese bewirtschaften. Salzlecken an Wechseln steigern die Anzahl beobachtbarer Stücke um 30–50 % über eine Saison. Wer ernsthaft Reh-Reviere managt, kombiniert Wildäcker (Klee, Sonnenblume, Buchweizen) mit punktuellen Salzlecken.
4. Standortwahl der Kirrung
- Windrichtung beachten – Kirrung muss vom Hochsitz aus „im Wind" liegen.
- 150 m Sicherheitsabstand zu Wanderwegen, Wirtschaftswegen und Reviergrenze.
- Kugelfang: erhöhter Boden, Wall oder geschlossener Bestand hinter der Kirrung – Pflicht.
- Nicht an Verkehrsadern wie Bundesstraßen – Wildunfall-Risiko steigt messbar.
- Wildkamera zur Erfolgskontrolle – siehe unser Wildkamera-Ratgeber.
5. Was sagt das Jagdgesetz?
Kirrung ist Ländersache. Die Stoßrichtung der meisten Landesverordnungen:
- Kirrung dient der Bejagung, nicht der Mast – Mengen klein, gestreut, nicht offen sichtbar.
- Verbotene Lockmittel: aromatisiertes Industriefutter, melasse-getränkte Stoffe in einigen Ländern.
- Notzeit-Fütterung ist getrennt geregelt (Winter, Schneehöhe).
- In Schutzgebieten gelten oft Sonderregeln – Naturschutzbehörde fragen.
Bevor du eine neue Kirrung anlegst: aktuelle Kirrungs- oder Fütterungsverordnung deines Bundeslandes prüfen. Verstöße sind kein Kavaliersdelikt – Bußgelder, Jagdscheinentzug und Verlust der Pacht stehen im Raum.
6. Praxis-Setup für Schwarzwild
- Standort mit Wind, Kugelfang und Sicherheitsabstand wählen.
- Malbaum teeren (AttraTec Buchenholzteer No 5, ca. 1,5 m hoch, dicke Schicht).
- Salzpaste auf Wurzelstock oder Stamm aufbringen.
- Futterautomat (Eurohunt PRO 12 V) installieren, Zeitschaltung auf Dämmerung programmieren, max. 1–2 kg/Tag.
- Wildkamera 8–10 m schräg dahinter, 1 m hoch – Empfindlichkeit „Mittel", 30 s Verzögerung.
- 2–3 Wochen Anlauf nicht stören; danach erst beansitzen.
Fazit
Eine erfolgreiche Kirrung ist Disziplin, Geduld und das richtige Material. Buchenholzteer, Salzpaste und ein zeitgesteuerter 12-V-Futterautomat sind die bewährte Kombination – innerhalb der Spielregeln deines Landesjagdgesetzes. Das passende Equipment vom Lockmittel bis zur Wildkamera findest du im WaffenPro-Sortiment für Jagdausrüstung.
Häufige Fragen
Wie viel Mais darf ich pro Tag in die Kirrung geben?
Das ist Ländersache und stark reglementiert. Faustregel: maximal 1–2 kg pro Tag und Kirrung, möglichst verdeckt ausgebracht (Erdloch, Steine). Aktuelle Kirrungsverordnung deines Bundeslandes prüfen – Verstöße können zum Jagdscheinentzug führen.
Wie lange hält Buchenholzteer am Malbaum?
Hochkonzentrierte Produkte wie AttraTec Buchenholzteer No 5 halten je nach Witterung 4–8 Wochen. Bei starkem Regen oder Frost kann ein Nachstreichen schon nach 3 Wochen sinnvoll sein.
Lohnt sich ein elektrischer Futterautomat?
Ja, wenn die Kirrung weit weg liegt oder Mengen exakt dosiert werden müssen. Modelle wie der Eurohunt Futterautomat PRO 12 V werfen sekundengenau aus, dauern wochenlang ohne Eingriff und reduzieren Wegeverkehr am Stand erheblich.
Darf ich Rotwild und Rehwild kirren?
Rotwild: in den meisten Ländern nur eingeschränkt (Salzlecken meist erlaubt, Futter oft nur als Notzeit-Fütterung). Rehwild: Kirren im klassischen Sinn ist selten ergiebig; bewährt sind Wildwiesen plus Salzlecken. Immer Landesjagdgesetz prüfen.
Artikel teilen













