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Lockjagd & Kirrung: Schwarz-, Rot- und Rehwild gezielt an den Ansitz bringen

TargetTalk Redaktion 27. Juni 2026 10 Min. Lesezeit

Eine erfolgreiche Kirrung ist mehr als ein Eimer Mais im Wald. Mit Buchenholzteer, Salzpaste und einem zuverlässigen Futterautomaten holst du Schwarz-, Rot- und Rehwild planbar an den Ansitz – wenn du Standort, Menge und Intervall richtig wählst. Wir zeigen die Praxis für Reviereinsteiger und erfahrene Jäger.

Die beste Büchse nützt nichts, wenn das Wild nicht in Schussdistanz kommt. Eine professionell angelegte Kirrung ist Reviermanagement im engsten Sinn – sie steuert Wechsel, ermöglicht Schwarzwild-Bejagung im Sommer und liefert Wildbeobachtung über Jahre. Was funktioniert wirklich, und was sagt das Gesetz?

1. Schwarzwild: Buchenholzteer, Salz und (vielleicht) Mais

Schwarzwild ist Geruchstier. Der Klassiker bleibt der Malbaum mit Buchenholzteer: Ein Stamm wird auf 1,2 m Höhe geteert, das Wild schubbert sich daran und verteilt den Geruch im Revier. Hochkonzentrierte Produkte wie der AttraTec Buchenholzteer No 5 halten 4–8 Wochen, je nach Witterung.

Ergänzend: Salzlecke mit witterungsintensiver Deusa Salzpaste mit Anisaroma – wirkt ganzjährig und holt im Sommer Schmaltiere und Frischlinge zuverlässig an den Stand.

Mais oder Eichelmast ist der heikelste Punkt: Die Kirrungs-Verordnungen der Länder regeln Menge, Form und Häufigkeit unterschiedlich. Faustregel:

  • Maximal 1–2 kg Mais pro Tag, ausgebracht so, dass keine größeren Mengen offen liegen.
  • Wo möglich: Mais im Erdloch oder unter Steinen – Frischlinge müssen aktiv suchen, kein Mast-Effekt.
  • Automaten mit Zeitschaltung wie der Eurohunt Futterautomat PRO 12 V dosieren punktgenau und vermeiden Wildschadens-Risiken.

2. Rotwild: Salzlecke und Lockstoff statt Futter

Rotwild reagiert auf Lockstoffe sehr verhalten – Geduld ist alles. Bewährt: Salzlecken an traditionellen Wechseln und Suhlen. Mineralfutter ist in vielen Bundesländern reglementiert; reine Salzlecken (Stein- oder Pastensalz) sind meist erlaubt. Wichtig: nicht in der Brunft umstellen, nicht in der Setzzeit anlegen.

3. Rehwild: Apfel, Anis und Wildwiesen

Rehwild lässt sich kaum „kirren" im klassischen Sinn – aber sehr wohl mit Apfeltrester, Anispaste oder einer angelegten Wildwiese bewirtschaften. Salzlecken an Wechseln steigern die Anzahl beobachtbarer Stücke um 30–50 % über eine Saison. Wer ernsthaft Reh-Reviere managt, kombiniert Wildäcker (Klee, Sonnenblume, Buchweizen) mit punktuellen Salzlecken.

4. Standortwahl der Kirrung

  • Windrichtung beachten – Kirrung muss vom Hochsitz aus „im Wind" liegen.
  • 150 m Sicherheitsabstand zu Wanderwegen, Wirtschaftswegen und Reviergrenze.
  • Kugelfang: erhöhter Boden, Wall oder geschlossener Bestand hinter der Kirrung – Pflicht.
  • Nicht an Verkehrsadern wie Bundesstraßen – Wildunfall-Risiko steigt messbar.
  • Wildkamera zur Erfolgskontrolle – siehe unser Wildkamera-Ratgeber.

5. Was sagt das Jagdgesetz?

Kirrung ist Ländersache. Die Stoßrichtung der meisten Landesverordnungen:

  • Kirrung dient der Bejagung, nicht der Mast – Mengen klein, gestreut, nicht offen sichtbar.
  • Verbotene Lockmittel: aromatisiertes Industriefutter, melasse-getränkte Stoffe in einigen Ländern.
  • Notzeit-Fütterung ist getrennt geregelt (Winter, Schneehöhe).
  • In Schutzgebieten gelten oft Sonderregeln – Naturschutzbehörde fragen.

Bevor du eine neue Kirrung anlegst: aktuelle Kirrungs- oder Fütterungsverordnung deines Bundeslandes prüfen. Verstöße sind kein Kavaliersdelikt – Bußgelder, Jagdscheinentzug und Verlust der Pacht stehen im Raum.

6. Praxis-Setup für Schwarzwild

  1. Standort mit Wind, Kugelfang und Sicherheitsabstand wählen.
  2. Malbaum teeren (AttraTec Buchenholzteer No 5, ca. 1,5 m hoch, dicke Schicht).
  3. Salzpaste auf Wurzelstock oder Stamm aufbringen.
  4. Futterautomat (Eurohunt PRO 12 V) installieren, Zeitschaltung auf Dämmerung programmieren, max. 1–2 kg/Tag.
  5. Wildkamera 8–10 m schräg dahinter, 1 m hoch – Empfindlichkeit „Mittel", 30 s Verzögerung.
  6. 2–3 Wochen Anlauf nicht stören; danach erst beansitzen.

Fazit

Eine erfolgreiche Kirrung ist Disziplin, Geduld und das richtige Material. Buchenholzteer, Salzpaste und ein zeitgesteuerter 12-V-Futterautomat sind die bewährte Kombination – innerhalb der Spielregeln deines Landesjagdgesetzes. Das passende Equipment vom Lockmittel bis zur Wildkamera findest du im WaffenPro-Sortiment für Jagdausrüstung.

Häufige Fragen

Wie viel Mais darf ich pro Tag in die Kirrung geben?

Das ist Ländersache und stark reglementiert. Faustregel: maximal 1–2 kg pro Tag und Kirrung, möglichst verdeckt ausgebracht (Erdloch, Steine). Aktuelle Kirrungsverordnung deines Bundeslandes prüfen – Verstöße können zum Jagdscheinentzug führen.

Wie lange hält Buchenholzteer am Malbaum?

Hochkonzentrierte Produkte wie AttraTec Buchenholzteer No 5 halten je nach Witterung 4–8 Wochen. Bei starkem Regen oder Frost kann ein Nachstreichen schon nach 3 Wochen sinnvoll sein.

Lohnt sich ein elektrischer Futterautomat?

Ja, wenn die Kirrung weit weg liegt oder Mengen exakt dosiert werden müssen. Modelle wie der Eurohunt Futterautomat PRO 12 V werfen sekundengenau aus, dauern wochenlang ohne Eingriff und reduzieren Wegeverkehr am Stand erheblich.

Darf ich Rotwild und Rehwild kirren?

Rotwild: in den meisten Ländern nur eingeschränkt (Salzlecken meist erlaubt, Futter oft nur als Notzeit-Fütterung). Rehwild: Kirren im klassischen Sinn ist selten ergiebig; bewährt sind Wildwiesen plus Salzlecken. Immer Landesjagdgesetz prüfen.

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