Wärmebild und Nachtsicht in der Schwarzwildjagd: Vorsatz, Handgerät, Recht
Seit der Freigabe von Nachtsicht- und Wärmebildvorsätzen ist die Schwarzwildjagd in Deutschland nicht mehr dieselbe. Was rechtlich erlaubt ist, wann ein Handgerät reicht und welche vier Modelle bei WaffenPro die Praxis prägen – Sytong HT-66, Pard NV007A, Mate MAH50 und Conotech Avata 650 – klären wir hier.
Seit der Freigabe von Nachtsicht- und Wärmebildvorsätzen 2020 hat sich die Schwarzwildjagd grundlegend gewandelt. Was wirklich erlaubt ist, wann ein Handgerät reicht und welche vier Modelle bei WaffenPro die Praxis prägen – kompakt geklärt.
1. Rechtslage 2026
Mit der WaffG-Novelle 2020 wurden Nachtsichtvorsätze und Wärmebild-Vorsatzgeräte für Jäger erlaubt. Wärmebild-Handgeräte zur Wildansprache waren schon vorher frei. Wichtig:
- Die Bundeszulassung erlaubt das Führen – die Länder regeln den jagdlichen Einsatz: in mehreren Bundesländern ist Wärmebildvorsatz nur für Schwarzwild zugelassen.
- Vorsätze werden nicht in die WBK eingetragen – sie sind Zubehör.
- Restlichtverstärker (klassische Bildröhre, Generation 3+) sind als Vorsatz weiterhin verboten – nur digitale Nachtsicht ist erlaubt.
- Tiefer Hintergrund im Beitrag Nachtjagd: Recht und Praxis in Deutschland.
2. Drei Werkzeuge, drei Aufgaben
- Wärmebild-Handgerät: aufspüren – sieht Lebewesen über große Distanz, auch in Deckung.
- Wärmebild-Vorsatz: schießen – am Tag-Zielfernrohr montiert, präzise Schussvorbereitung im Dunkeln.
- Nachtsicht-Vorsatz (digital): günstigste Lösung, bei Restlicht/IR sehr gut, ohne IR-Aufheller eingeschränkt.
3. Vier Modelle im Vergleich
| Modell | Typ | Sensor / Detektion | Stärke |
|---|---|---|---|
| Sytong HT-66 (16 mm) | Digital-Nachtsicht-Vorsatz | 1080p HD Sensor + IR | Günstigster Einstieg in die Nachtjagd |
| Pard NV007A Gen 2 | Digital-Nachtsicht-Vorsatz | 2K Sensor + 940 nm IR | Sehr kompakt, einfache Bedienung |
| Mate MAH50 | Wärmebild-Vorsatz | 384×288, 12 µm, 50 mm Objektiv | Reichweite & Bildschärfe |
| Conotech Avata 650 | Wärmebild-Vorsatz | 640×512, 12 µm, OLED | Top Bildauflösung im Preis-Leistungs-Segment |
4. Sytong HT-66 – Der Einsteiger-Vorsatz
Das Sytong HT-66 German Edition ist seit Jahren der Bestseller für Reviereinsteiger in die Nachtjagd. Digitalsensor, IR-Aufheller, einfacher Adapter aufs Tagglas – funktional, robust, unter 1.000 €. Für Schwarzwildkirrungen bis 100 m absolut ausreichend.
5. Pard NV007A Gen 2 – Klein und unauffällig
Der Pard NV007A Gen 2 mit Universal-Schnelladapter ist kaum größer als ein Pfeffermühlen-Aufsatz und in 30 Sekunden auf jedem 50-mm-Okular montiert. Schwächen bei sehr dunklen Nächten ohne Mond – mit IR-Aufheller aber zuverlässige 80–120 m Schussdistanz.
6. Mate MAH50 – Wärmebild mit Reichweite
Das Mate MAH50 setzt auf ein 50-mm-Germanium-Objektiv – das bringt Detailauflösung auch auf 150–200 m. Für offene Felder und große Reviere die kompromisslosere Wahl als das HT-66.
7. Conotech Avata 650 – 640er-Auflösung als Preis-Brecher
Der Conotech Avata 650 kombiniert 640×512-Sensor mit OLED-Display zum Preis vieler 384er-Geräte. Die feinere Auflösung erlaubt sicheres Ansprechen von Bachenführung und Frischlingen schon auf 100 m+.
8. Praxis-Setup für die Schwarzwild-Nachtjagd
- Aufspüren mit Wärmebild-Handgerät (z. B. Mate MAH50 oder ein gleichwertiges Handgerät).
- Annähern auf 50–120 m, Wind beachten, Schießplatz wählen.
- Vorsatz (Wärmebild oder Nachtsicht) auf das Tag-Zielfernrohr setzen.
- Schießen: ruhig auflegen, Kammerschuss, kein „blinder“ Schuss in den Pulk.
- Nachsuche mit Wärmebild – Pirschzeichen ergänzen, keine ersetzen.
9. Worauf beim Kauf achten?
- Adapter passend zum Okulardurchmesser des Tag-Zielfernrohrs – Standard 47–50 mm.
- Akkulaufzeit mind. 4 h pro Wechsel-Akku.
- Bei Wärmebild: 12-µm-Pixel sind aktueller Stand, 17 µm veraltet.
- NETD-Wert < 35 mK = hohe Detail-Empfindlichkeit.
- Bei Nachtsicht: IR-Aufheller mit 850 nm (sichtbar als Glimmen) oder 940 nm (unsichtbar) – für Wild egal, für sich selbst Tarnen relevant.
Fazit
Wärmebild und Nachtsicht haben die Schwarzwildjagd in Deutschland revolutioniert. Wer einsteigt, kommt mit dem Sytong HT-66 oder dem Pard NV007A für unter 1.500 € los; wer ernsthaft Schwarzwild bejagt, investiert in einen Wärmebildvorsatz wie den Conotech Avata 650. Die komplette Auswahl findest du im WaffenPro Nachtsicht- und Wärmebild-Sortiment.
Häufige Fragen
Sind Wärmebildvorsätze für die Jagd in Deutschland erlaubt?
Ja, seit der WaffG-Novelle 2020 dürfen Jäger Wärmebild- und digitale Nachtsicht-Vorsätze führen. Der jagdliche Einsatz ist Ländersache – in mehreren Bundesländern ist der Vorsatzeinsatz auf Schwarzwild beschränkt. Vor dem Kauf das Landesjagdgesetz prüfen.
Wärmebild-Vorsatz oder Wärmebild-Handgerät – was zuerst?
Erst das Handgerät zum Aufspüren – ohne kein Wild, ohne Wild kein Vorsatzeinsatz. Ein günstiges 256er-Handgerät (Sytong, InfiRay) plus später einen guten Vorsatz ist der vernünftige Weg.
Wie weit kann ich mit einem Nachtsichtvorsatz schießen?
Digitale Nachtsichtvorsätze wie Sytong HT-66 oder Pard NV007A sind in der Praxis bis 100–120 m Schussdistanz zuverlässig. Wärmebildvorsätze wie Mate MAH50 oder Conotech Avata 650 erlauben sichere Ansprache und Schuss bis 150–200 m.
Muss ich mein Gewehr mit Vorsatz neu einschießen?
Ja. Jeder Vorsatz verändert die Treffpunktlage durch Eigengewicht und optischen Versatz um typisch 2–5 cm auf 100 m. Mindestens 3-Schuss-Gruppe mit montiertem Vorsatz auf 100 m, dann notieren – die Verlagerung bleibt reproduzierbar.












