Wildwanne: flexibel oder stabil? Parforce Profi vs. Flexy im Vergleich
Starre Schlittenform oder faltbare Plane? Wir vergleichen die Parforce Wildwanne Profi (62 l, Kufen) mit der faltbaren Parforce Flexy – inklusive Einsatzempfehlung für Wald, Schnee und Kofferraum.
Wer regelmäßig Wild birgt, kennt das Dilemma: Im Schnee ist eine starre Schlitten-Wildwanne mit Kufen unschlagbar, im Kofferraum eines Kombi nimmt sie aber sperrig Platz weg. Eine faltbare Plane verschwindet in der Reisetasche, ist dafür auf vereistem Holzweg weniger komfortabel. Wir vergleichen mit der Parforce Wildwanne Profi und der Parforce Multi- und Wildwanne Flexy zwei typische Vertreter beider Konzepte – und sagen, für welches Revier und welchen Jagdstil welche Wanne passt.
Warum überhaupt eine Wildwanne?
Eine Wildwanne erfüllt im Revier mehrere Aufgaben: Sie hält das Wildbret sauber und hygienisch beim Transport vom Anschuss zum Fahrzeug, sie schont den Kofferraum vor Blut und Schweiß, sie reduziert den Kraftaufwand beim Ziehen über lange Strecken erheblich, und sie ist außerhalb der Jagdsaison als Futter-, Salz- oder Materialwanne einsetzbar. Wer öfter als drei- bis viermal pro Saison Stücke birgt – speziell bei Drückjagden auf Schwarzwild – wird sich fragen, warum er es jemals ohne versucht hat.
Die zwei Bauarten im Überblick
Starre Wildwanne (Schlittenform, Kunststoff)
Aus bruch- und schlagzähem Kunststoff gepresst, mit verstärktem Bug und integrierten Kufen an der Unterseite. Sie behält ihre Form auch bei –30 °C, gleitet wie ein Pulkschlitten und schützt das Wild gegen scharfe Kanten am Boden. Beispiel: die Parforce Wildwanne Profi – 99 × 56 × 26 cm, 3,3 kg leer, 62 l Volumen, Tragkraft im Wald rund 60 kg, auf Schnee/Eis bis 120 kg.
Faltbare Wildwanne (Plane mit Versteifung)
Eine Wanne aus reißfestem PVC-/1000D-Material nach Vorbild von LKW-Planen, mit Verstärkungsstangen am oberen Rand und mehreren genähten Tragegriffen. Sie wird flach zusammengelegt, im Auto verstaut sie sich auf wenige Zentimeter Höhe. Beispiel: die Parforce Flexy mit drei Größen (S bis 40 kg, M bis 45 kg, L bis 50 kg Tragkraft) und sechs Griffen plus zwei längeren Trageschlaufen.
Direktvergleich: Profi gegen Flexy
Beide Modelle stammen aus dem Parforce-Sortiment, sind über den Fachhandel gut erhältlich und kostenlich in vergleichbarer Region. Die Konzepte sind aber bewusst unterschiedlich:
| Kriterium | Parforce Profi (starr) | Parforce Flexy (faltbar) |
|---|---|---|
| Material | Schlagzäher Kunststoff (bis –30 °C) | PVC / 1000D-Polyester, beschichtet |
| Volumen | 62 Liter | 3 Größen (S/M/L) |
| Tragkraft | 60 kg im Wald / bis 120 kg auf Schnee | 40 / 45 / 50 kg je Größe |
| Eigengewicht | 3,3 kg | deutlich leichter (Plane) |
| Packmaß | 99 × 56 × 26 cm (fix) | faltbar, Querriemen mit Klickverschluss |
| Ziehverhalten | Schlitten mit Bug & Kufen | Plane, eher tragen als ziehen |
| Reinigung | Glatter Kunststoff – sehr einfach | Glatte Innenbeschichtung – sehr einfach |
| Stärken | Wintereinsatz, schwere Stücke, Langstrecke | Platzsparend, vielseitig, mobil |
| Schwächen | Sperrig im Kofferraum | Kein echter Schlittenmodus |
Wann ist die starre Wanne die richtige Wahl?
Die Profi-Variante ist konzipiert für den, der eine Wanne als Werkzeug sieht, nicht als Lückenfüller. Konkret:
- Berufsjäger und Reviereigentümer mit häufigem Wildanfall, die ihre Wanne ohnehin im Hänger oder Pickup mitführen.
- Wintereinsätze auf Schnee und Eis – hier spielt die Schlittenform mit Kufen ihre Stärke aus und macht aus 80 kg Wildbret eine Aufgabe für eine Person.
- Schweres Wild wie kapitale Sauen oder Rotwild – die starre Form gibt nicht nach, Kanten am Boden können die Wanne nicht perforieren.
- Doppelnutzung als Futterwanne in Kirrungen oder am Suhlrand, wo sie das ganze Jahr im Revier steht.
Wann lohnt sich die faltbare Wanne?
Die Flexy ist die richtige Antwort für alle, die flexibel bleiben müssen – im Wortsinn:
- Begehungsschein-Inhaber ohne festes Revier, die mit dem Pkw zur Pirsch fahren und keinen Kombi-Kofferraum dauerhaft blockieren wollen.
- Pirschjäger und Ansitzjäger mit überschaubarem Wildanfall – ein Reh, ein Frischling, ein Fuchs passen in jede der drei Größen.
- Mehrzweck-Anwender: Werkzeug zum Hochsitz, Material vom Anhänger zur Kanzel, Fütterung – die Flexy ist auch eine sehr brauchbare Outdoor-Transporttasche.
- Wer das ganze Setup samt Büchse, Optik und Gehörschutz im Kompakt-SUV unterbringt, kennt das Platzproblem.
Praxistipps: Was unabhängig vom Modell wichtig ist
Reinigung direkt nach dem Einsatz
Egal ob starr oder flexibel: Wildwannen sollten direkt nach dem Einsatz mit Wasser und mildem Reiniger ausgespült werden. Eintrocknendes Blut wird zu einer Brutstätte für Bakterien – ein Problem für die Wildbret-Hygiene, das die Bundesländer in ihren Wildbret-Verordnungen klar adressieren. Glatte Innenflächen (beide Wannen) helfen enorm.
Wanne vorher mit Folie auslegen?
Profis arbeiten gerne mit einer dünnen, reißfesten Plane oder einem aufnehmbaren Liegetuch, das nach jedem Stück entsorgt wird. Spart Reinigungszeit und ist für die anschließende Wildkühlung praktisch.
Sicherheit beim Ziehen
Vorsicht bei abschüssigem Gelände: Eine gut gleitende Profi-Wanne entwickelt am Hang Eigendynamik. Hier hilft entweder ein zweiter Zugschütze hinten zum Bremsen – oder ein um den Stamm geschlungenes Seil als Sicherung.
Empfehlung der Redaktion
Wer im Schnitt jährlich nur ein bis fünf Stücke birgt, mit dem Pkw zur Jagd fährt und Wert auf Platz im Auto legt, kommt mit der faltbaren Parforce Flexy sehr weit – sie ist schnell zur Hand, hygienisch zu reinigen und übernimmt im Sommer Aufgaben, für die eine starre Wanne in der Garage steht. Wer regelmäßig größere Stücke birgt, ein festes Revier samt Hänger sein eigen nennt oder in einem schneereichen Mittelgebirge jagt, ist mit der starren Parforce Wildwanne Profi langfristig besser bedient – sie ist die einzige der beiden, die echte Schlittenarbeit auf Schnee leistet.
Beide Modelle gibt es beim deutschen Jagd-Fachhändler WaffenPro im Bereich Wildwannen – mit Beratung per Telefon und schneller Lieferung. Wer noch unsicher ist, fährt mit beiden Wannen langfristig am besten: Die Flexy als Reise- und Begehungs-Wanne, die Profi-Wanne als Stand-by im Stammrevier.
Häufige Fragen
Wie viel kg Wild trägt eine Wildwanne maximal?
Die starre Parforce Profi ist mit ca. 60 kg im Wald und bis 120 kg auf Schnee/Eis angegeben – durch die Schlittenform reduziert sich der Kraftaufwand beim Ziehen erheblich. Die faltbare Parforce Flexy reicht je nach Größe von 40 kg (S) über 45 kg (M) bis 50 kg (L). Für kapitales Schwarz- oder Rotwild ist eine starre Wanne klar im Vorteil.
Kann ich eine Wildwanne auch als Futter- oder Wasserwanne nutzen?
Ja. Beide vorgestellten Modelle sind aus lebensmittelechten Materialien gefertigt und werden in der Praxis oft als Futter-, Salz- oder Wasserwanne am Hochsitz oder an der Kirrung eingesetzt. Wichtig ist eine gründliche Reinigung beim Wechsel zwischen Wildbergung und Futterzweck.
Welche Wanne passt in einen normalen Kombi-Kofferraum?
Die starre Parforce Profi (99 × 56 × 26 cm) passt in praktisch jeden Kombi, blockiert aber Stauraum dauerhaft. Die faltbare Flexy lässt sich nach dem Einsatz auf wenige Zentimeter Höhe zusammenlegen und mit dem Querriemen kompakt fixieren – ideal für Kleinwagen und SUV ohne fest reservierten Jagd-Kofferraum.
Wie reinige ich eine Wildwanne hygienisch korrekt?
Direkt nach dem Einsatz mit klarem Wasser ausspülen, anschließend mit mildem Reiniger oder lebensmittelechtem Desinfektionsmittel auswischen, trocknen lassen und liegend lagern. Glatte Innenflächen, wie beide Parforce-Modelle sie haben, beschleunigen das deutlich. So bleibt die Wanne fit für die nächste Wildbergung und erfüllt die Anforderungen der Wildbret-Hygiene.












