Häufige Fragen für Sportschützen & Jäger
Antworten auf die Fragen, die Sportschützen, Jäger, Einsteiger und WBK-Antragsteller uns am häufigsten stellen – kompakt, präzise und auf den Stand 2026 gebracht.
Einstieg in den Schießsport
Vom Probetraining bis zur ersten WBK – die wichtigsten Fragen für Einsteiger.
Wie werde ich Sportschütze?▾
Der klassische Weg führt über einen Schützenverein: Probetraining, Mitgliedschaft, Sachkundekurs und nach mindestens zwölf Monaten regelmäßigem, dokumentiertem Training kann das Bedürfnis für eine WBK beantragt werden.
Welche Voraussetzungen gelten für eine WBK?▾
Volljährigkeit, Zuverlässigkeit (Führungszeugnis und Auszug aus dem zentralen Staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister), persönliche Eignung, Sachkunde und nachgewiesenes Bedürfnis. Für sportliches Bedürfnis sind aktive Trainings- und Wettkampfteilnahme im Verein erforderlich.
Wie lange dauert es bis zur ersten eigenen Waffe?▾
In der Regel rechnet man mit 12 bis 18 Monaten: Sachkunde, regelmäßiges Training (mindestens 12 Monate, mindestens 18 Trainingseinheiten), Bedürfnisbescheinigung des Verbands und behördliche Bearbeitung der WBK. Mit gelber WBK (Sportschützen, einschüssige Langwaffen mit Randfeuerzündung) geht es teils schneller.
Was kostet der Einstieg in den Schießsport?▾
Vereinsbeitrag (50–250 € jährlich), Sachkundekurs (200–400 €), Standgebühren und Munition. Die erste eigene Sportwaffe gibt es ab etwa 600 €, dazu kommen Tresor (ab 400 €), Gehörschutz und Schießbrille.
Brauche ich für jeden Schießstand eine eigene WBK?▾
Nein. Die WBK gilt bundesweit. Auf Schießständen, die für die jeweilige Disziplin zugelassen sind, dürfen Sie mit Ihren eingetragenen Waffen schießen – auch als Gast in anderen Vereinen.
Was ist der Unterschied zwischen grüner, gelber und roter WBK?▾
Grüne WBK: Standard für Jäger und Sportschützen (Bedürfnisprüfung pro Waffe). Gelbe WBK: Sportschützen, bis zu 10 einschüssige Langwaffen mit Randfeuerzündung, mehrschüssige Langwaffen mit Randfeuerzündung und einläufige Einzellader-Langwaffen mit Zentralfeuerzündung – ohne Voreintrag. Rote WBK: Waffensammler und Sachverständige.
Welche Disziplin ist für Einsteiger am besten geeignet?▾
Luftgewehr und Luftpistole sind ideal für den Einstieg: günstig, leise, präzise, und auf jedem Vereinsstand schießbar. Für Erwachsene oft auch KK-Pistole oder KK-Gewehr. Spätestens nach einem Jahr lässt sich die Disziplin nach persönlichem Geschmack erweitern.
Muss ich Mitglied in einem Verein sein?▾
Für sportliches Bedürfnis: ja. Sie müssen Mitglied in einem nach §15 WaffG anerkannten Verband (DSB, BDS, BDMP, DSU u. a.) bzw. dessen Vereinen sein. Ohne Vereinsmitgliedschaft gibt es kein sportliches Bedürfnis und damit keine Sportschützen-WBK.
Ab welchem Alter darf ich mit dem Schießsport beginnen?▾
Lichtgewehr/Bogen ab 6, Luftdruckwaffen ab 12 (mit Erlaubnis und Aufsicht), Kleinkaliber ab 14 (mit Ausnahmegenehmigung der Behörde, Antrag des Vereins) und Großkaliber ab 18 Jahren. Eltern müssen schriftlich zustimmen.
Was ist der Sachkundenachweis und wie bekomme ich ihn?▾
Schriftliche und praktische Prüfung über Waffenrecht, Munition, Handhabung und Sicherheit. Vorbereitungskurse bieten Vereine, Verbände, IHK oder private Schulen an. Kosten 200–400 €, Dauer typisch 2–3 Wochenenden.
Wie finde ich einen guten Schützenverein in meiner Nähe?▾
Über die Verbandsseiten (dsb.de, bdmp-online.de, bds-shooting.de) oder die Vereinssuche auf TargetTalk. Wichtig: persönliches Probetraining vereinbaren und prüfen, ob die gewünschte Disziplin und passende Trainingszeiten angeboten werden.
Brauche ich Vorerfahrung, um einen Verein zu betreten?▾
Nein. Jeder Verein freut sich über Anfänger. Beim Probetraining werden Grundlagen vermittelt (Sicherheit, Haltung, Atmung). Vereinswaffen stehen zur Verfügung – Sie brauchen nicht sofort eigenes Material.
Waffenrecht & Behörden
WaffG, Aufbewahrung, Transport, Erbschaft – aktueller Stand 2026.
Was ändert sich 2026 im deutschen Waffenrecht?▾
Die WaffG-Novelle 2024/25 verschärft die Anforderungen an Zuverlässigkeitsprüfungen (regelmäßige Abfrage beim Verfassungsschutz) und erweitert Verbotszonen. Halbautomaten in Wechselsystemen unterliegen erweiterten Meldepflichten. Details siehe unser Ratgeber-Artikel zur WaffG-Novelle.
Wie transportiere ich Waffen rechtssicher?▾
Nicht zugriffsbereit, getrennt von der Munition, in einem verschlossenen Behältnis (Koffer, Futteral mit Schloss). Direkter Weg zwischen Wohnung, Schießstand, Revier oder Büchsenmacher – ohne Zwischenstopps zu privaten Zwecken.
Was passiert bei einer waffenrechtlichen Kontrolle zuhause?▾
Die Behörde prüft die ordnungsgemäße Aufbewahrung der eingetragenen Waffen und Munition. Termine werden meist angekündigt, anlasslose Kontrollen sind alle paar Jahre üblich. Verweigerung führt zum Entzug der Erlaubnis.
Wie melde ich den Erwerb einer Waffe?▾
Innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb muss die Waffe bei der zuständigen Waffenbehörde eingetragen werden – mit Erwerbsschein bzw. WBK, Kaufvertrag und Personalausweis.
Was tun, wenn ich eine Waffe erbe?▾
Innerhalb eines Monats Anzeige bei der Waffenbehörde. Erben können einen Erbschein-Eintrag in die WBK beantragen (mit Blockiersystem für nicht eigene Bedürfnisse) oder die Waffen verkaufen / unbrauchbar machen lassen.
Darf ich eine Waffe ins Ausland mitnehmen?▾
Innerhalb der EU mit Europäischem Feuerwaffenpass (EFP), beantragt bei der Waffenbehörde. Für Drittstaaten gelten zusätzliche Ein- und Ausfuhrgenehmigungen. Vor jeder Reise die Bestimmungen des Ziellandes prüfen.
Was ist eine Bedürfnisüberprüfung?▾
Alle drei Jahre prüft die Behörde, ob das Bedürfnis (sportlich, jagdlich, sammlerisch) noch besteht. Sportschützen weisen aktive Vereinsmitgliedschaft und regelmäßiges Training nach, Jäger den gültigen Jahresjagdschein.
Was sind Anscheinwaffen und sind sie verboten?▾
Anscheinwaffen sind Gegenstände, die echten Schusswaffen täuschend ähnlich sehen (Softair, Deko-Waffen). Führen in der Öffentlichkeit ist verboten (§42a WaffG). Besitz und Gebrauch auf privatem Gelände bleiben zulässig.
Was bedeutet 'führen' im Sinne des Waffengesetzes?▾
Eine Waffe 'führen' heißt: zugriffsbereit (geladen oder mit griffbereiter Munition) außerhalb der eigenen Wohnung, des befriedeten Besitztums oder der Schießstätte mitführen. Hierfür ist ein Waffenschein erforderlich – nicht zu verwechseln mit der WBK.
Wer bekommt einen Waffenschein (kleiner / großer)?▾
Kleiner Waffenschein: für Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit PTB-Zeichen, Antrag bei der Waffenbehörde, ca. 100 €, ohne Sachkunde. Großer Waffenschein: nur bei akuter Gefährdung (sehr restriktiv, etwa Geldtransport, exponierte Personen).
Sind Anschütz, CZ, Glock & Co. in Deutschland zulässig?▾
Grundsätzlich ja, sofern nicht in Anlage 2 (verbotene Waffen) gelistet und für die Disziplin freigegeben. Halbautomaten mit Magazinkapazitäten >20 (Kurzwaffen) bzw. >10 (Langwaffen) sind seit 2020 für Sportschützen mit speziellem Bedürfnis erwerbbar.
Was passiert bei Verlust oder Diebstahl der WBK?▾
Sofortige Anzeige bei Waffenbehörde und Polizei. Neuausstellung gegen Gebühr (ca. 50–100 €). Bis zur Neuausstellung darf nicht mit den eingetragenen Waffen geschossen oder transportiert werden.
Brauche ich eine Erlaubnis für ein Luftgewehr?▾
Für Luftdruckwaffen bis 7,5 Joule (F-im-Fünfeck) ab 18 Jahren keine Erlaubnis nötig, freier Erwerb. Stärkere Luftdruckwaffen (>7,5 J) gelten als erlaubnispflichtige Schusswaffen und brauchen WBK-Eintrag.
Aufbewahrung & Sicherheit
Tresor, Munition, Schlüssel – sicher lagern nach aktueller Norm.
Wie bewahre ich meine Sportwaffe sicher auf?▾
In einem geprüften Sicherheitsbehältnis nach EN 1143-1 Klasse 0 oder höher. Munition wird getrennt gelagert, der Schlüssel bzw. Code ist nicht zugänglich für Unbefugte.
Welche Tresorklasse brauche ich für wie viele Waffen?▾
Klasse 0 (EN 1143-1): bis zu 10 Langwaffen oder 5 Kurzwaffen plus Munition (max. 200 kg Inhalt). Klasse I oder höher für größere Bestände oder mehr als 5 Kurzwaffen. Alte VDMA-A/B-Schränke sind weiter zulässig, aber für Neukauf nicht empfohlen.
Darf der Tresor im Keller oder auf dem Dachboden stehen?▾
Ja, aber er muss gegen Wegnahme gesichert sein (Verankerung in Wand oder Boden, wenn unter 200 kg / 1000 kg je nach Klasse). Trockene, klimatisch stabile Räume sind besser als Feuchtkeller – Korrosion ist sonst vorprogrammiert.
Wo bewahre ich den Tresor-Schlüssel auf?▾
Niemals am Tresor selbst oder in unmittelbarer Nähe. Sicher und unzugänglich für Dritte – bei Mehrpersonenhaushalten ggf. ein zweites kleines Schlüsseldepot. Bei Elektronik-Schloss den Code nirgendwo notiert hinterlegen.
Wie lagere ich Munition richtig?▾
Trocken, kühl (unter 30 °C), in der Originalverpackung. Im Tresor getrennt von den Waffen oder in einem zusätzlichen verschlossenen Stahlblech-Behältnis. Bis zu 10.000 Patronen Pistolen-/Revolvermunition oder 1000 Schuss Langwaffenmunition sind privat zulässig.
Was tun bei Einbruch oder Diebstahl?▾
Sofort Polizei verständigen (110) und die zuständige Waffenbehörde unverzüglich informieren. Dokumentieren Sie Seriennummern und Modelle vorab – das beschleunigt die Fahndung erheblich.
Muss der Tresor verankert sein?▾
Ja, wenn das Gewicht unter 200 kg liegt (Klasse 0) bzw. unter 1000 kg (Klasse I). Verankerung in Massivwand oder Betonboden mit den vom Hersteller mitgelieferten Schwerlastankern. Bei Standorten in Mietwohnungen mit Vermieter abstimmen.
Reicht ein alter B-Schrank für die Aufbewahrung?▾
Vor 2003 erworben und in Gebrauch: ja, mit Bestandsschutz für die ursprünglich zulässige Stückzahl. Neuerwerbe und neue WBK-Anträge müssen EN 1143-1 Klasse 0 oder höher erfüllen.
Darf der Tresor bei mir im Schlafzimmer stehen?▾
Ja. Wichtig sind ausschließlich der Aufstellort (sicher gegen Wegnahme), der Zugriff (nur Berechtigte) und das Klima. Schlafzimmer eignen sich gut, weil Sie nachts in der Nähe sind und die Räume meist trocken sind.
Wie viele Schlüssel sollte ich pro Tresor haben?▾
Mindestens zwei: einen für den täglichen Gebrauch, einen Reserveschlüssel an einem sicheren Ort (Bankschließfach, Notar). Bei Verlust ist der Tresor sonst nur durch teures Aufbohren zugänglich.
Wann ist eine zusätzliche Alarmanlage sinnvoll?▾
Bei großen Beständen, hohem Sammlerwert oder einsamer Lage. Viele Versicherer geben Rabatt auf die Hausratversicherung für Waffen, wenn eine zertifizierte Alarmanlage (VdS Klasse A oder höher) installiert ist.
Darf ich Waffen außerhalb des Tresors handhaben?▾
Im eigenen Wohnbereich zur Pflege, Reinigung und zum Trockentraining ja – sofern keine geladene Munition zugriffsbereit ist und keine Dritten Zugang haben. Nach Gebrauch unverzüglich zurück in den Tresor.
Pflege & Wartung
Reinigung, Öl, Aufbewahrungsklima – damit Ihre Waffe Generationen hält.
Wie oft sollte eine Sportwaffe gereinigt werden?▾
Nach jedem Standbesuch eine Grundreinigung (Lauf wischen, Verschluss entfetten und neu ölen), mindestens jährlich eine Tiefenreinigung mit Entkupferung des Laufs.
Welches Öl ist das richtige?▾
Hochwertiges harz- und säurefreies Waffenöl (z. B. Ballistol, Brunox Turbo-Spray, Klever Ballistol). Für die Lagerung dünn auftragen, vor dem Schießen Lauf entfetten.
Wie reinige ich einen verbleiten Lauf?▾
Bronze- oder Nylonbürste mit Bleilöser (z. B. Hoppe's No. 9), 5–10 Minuten einwirken lassen, dann mit Patches durchziehen, bis diese sauber bleiben. Bei hartnäckiger Verbleiung Lewis Lead Remover oder Patch-Out verwenden.
Was tun gegen Rost auf der Waffe?▾
Frühzeitig handeln: Mit Ballistol oder feiner Stahlwolle (000 oder 0000) und Öl vorsichtig abreiben – nie trocken schmirgeln. Bei Brünierung anschließend nachbrünieren lassen. Ursache (Feuchtigkeit, Hand-Schweiß) beseitigen.
Wie reinige ich ein Zielfernrohr?▾
Linsen nur mit Mikrofasertuch und speziellem Optik-Reiniger. Kein Glasreiniger! Staub vorher mit Blasebalg entfernen, niemals trocken wischen. Gehäuse mit feuchtem Tuch und mildem Reiniger.
Brauche ich einen Entfeuchter im Tresor?▾
Ja, dringend empfohlen. Elektrische Heizstäbe (15–25 W) oder wiederverwendbare Silikagel-Boxen halten die Luftfeuchtigkeit unter 50 %. Hygrometer zur Kontrolle.
Wie reinige ich den Lauf richtig – immer von Patronenlager Richtung Mündung?▾
Ja, immer in Schussrichtung. So werden Rückstände aus dem Lauf geschoben und die empfindliche Mündung nicht beschädigt. Bei revolverartigen Waffen ohne Zugang vom Patronenlager: Putzschnur (Bore Snake) verwenden.
Welche Bürsten sind erlaubt – Stahl, Bronze oder Nylon?▾
Bronze für die Standardreinigung (gut für Treibmittelrückstände). Nylon für sehr empfindliche Match-Läufe. Stahlbürsten nur in absoluten Ausnahmefällen – sie können Mikroreifen im Lauf hinterlassen.
Wann ist eine Tiefenreinigung notwendig?▾
Mindestens einmal jährlich, bei sichtbarer Kupferung im Lauf, nach Match-Saison, bei Genauigkeitsverlust oder wenn die Waffe längere Zeit eingelagert war. Bei intensiv genutzten Match-Läufen alle 200–500 Schuss.
Wie lagere ich die Waffe über mehrere Monate ein?▾
Gründlich reinigen, leicht ölen (Lauf, Verschluss, Außenflächen), Magazine entspannen (Federn nicht dauerbelasten), in Stoffhülle (keine Plastikfolie – Kondenswasser). Tresor mit Entfeuchter ist Pflicht.
Brauchen moderne Polymer-Pistolen weniger Pflege?▾
Nicht weniger, sondern andere Pflege: Polymer ist korrosionsfest, aber Schlitten, Lauf, Federn und Verschlussfedern bleiben Stahl und brauchen regelmäßige Reinigung und Schmierung. Polymer mit feuchtem Tuch reinigen, kein Lösungsmittel.
Wann sollte ich die Waffe zum Büchsenmacher?▾
Bei sichtbarem Verschleiß (Federn, Schlagbolzen, Auszieher), nach Sturzschäden, bei Funktionsstörungen, vor Beschuss-Eintragung in die WBK und bei verändertem Trefferbild ohne nachvollziehbare Ursache.
Munition & Wiederladen
Kaliberwahl, Geschossarten, Wiederladen – Grundlagen und Tipps.
Welche Munition für den Einstieg ins Sportschießen?▾
.22 lfB für Anfang und Training (günstig, rückstoßarm), 9 mm Luger für IPSC und Pistole-Disziplinen, .308 Win oder 6,5 Creedmoor für Präzisionsdisziplinen auf Langwaffe.
Was ist der Unterschied zwischen FMJ, JHP und Bleifrei?▾
FMJ (Vollmantel): Standard für Training, durchschlägt sauber. JHP (Hohlspitz): Deformationsgeschoss für Verteidigung und teils Sportdisziplinen. Bleifrei: Kupfer- oder Zink-Geschosse, gesetzlich für die Jagd (je nach Bundesland) vorgeschrieben.
Lohnt sich Wiederladen finanziell?▾
Bei Großkalibern (.308, 9,3×62, .45 ACP) ab etwa 1500 Schuss pro Jahr. Sparung pro Schuss 30–60 %. Bei .22 lfB lohnt es nicht (kein Wiederladen). Wichtiger Vorteil: präzise Anpassung an die eigene Waffe.
Welche Ausrüstung brauche ich zum Wiederladen?▾
Presse (Single-Stage oder Turret), Matrizensatz, Pulverwaage (digital oder Balken), Pulverfüller, Hülsenputzbehälter, Kaliberlehre. Investition ca. 500–800 € für Einsteigerset.
Wie lagere ich wiedergeladene Munition?▾
Beschriftet (Datum, Pulver, Ladung, Geschoss), trocken und kühl. Maximal 5 Jahre für sportliche Präzision, bei guter Lagerung auch deutlich länger funktionsfähig.
Was bedeutet '+P' auf einer Patronenpackung?▾
+P (Plus Pressure) = höher geladene Variante mit gesteigertem Gasdruck und Mündungsenergie. Nur in Waffen verwenden, die ausdrücklich für +P freigegeben sind – sonst beschleunigter Verschleiß bis Schaden.
Wie lange ist Munition haltbar?▾
Bei trockener, kühler Lagerung in Originalverpackung problemlos 20–50 Jahre. Sichtbare Korrosion, grünspanige Hülsen oder verfärbte Geschosse sind Ausschlusskriterien. Im Zweifel beim Büchsenmacher prüfen lassen.
Was ist Standardmunition vs. Match-Munition?▾
Standardmunition (Practice/Range): preiswert, weniger streng selektiert, für Training. Match-Munition: enge Toleranzen bei Geschossgewicht und Pulvermenge, gleichmäßigere V0, Premium-Geschosse – deutlich teurer, aber präziser.
Welche Marken sind im Großkaliber empfehlenswert?▾
RWS, Lapua, Sako, Norma, Hornady, Federal Premium und Sellier & Bellot zählen zu den verlässlichsten. Match-Munition oft von Lapua (.308 Scenar, 6.5 CM) oder RWS (Special Match).
Was ist Mündungsenergie und wann ist sie relevant?▾
Mündungsenergie (E0) = kinetische Energie des Geschosses am Lauf, in Joule. Für jagdliche Mindestanforderungen wichtig: z. B. 2000 J auf 100 m für Schalenwild ab Klasse Reh aufwärts (je nach Bundesland leicht unterschiedlich).
Welches Pulver für welche Patrone?▾
Schnellbrennend für Pistolen und kleine Hülsen (Vihtavuori N320, Hodgdon Titegroup). Mittel für Standard-Großkaliber (Vihtavuori N140, Hodgdon Varget). Langsam für magnums und große Hülsen (Reloder 22, IMR 4350). Immer Hersteller-Ladedaten konsultieren.
Was ist der Unterschied zwischen Boxer- und Berdan-Zündung?▾
Boxer-Zündhütchen: einzelner zentraler Zündkanal, leicht wiederladbar. Berdan: zwei seitliche Zündkanäle und Amboss in der Hülse, kaum wiederladbar. Westliche Munition meist Boxer, osteuropäische oft Berdan.
Optik & Zubehör
Zielfernrohr, Rotpunkt, Schalldämpfer – was passt zu welcher Disziplin.
Welches Zielfernrohr für die Drückjagd?▾
Großes Sehfeld, niedrige Vergrößerung (1–6×, 1–8×, 1,5–10×), beleuchtetes Absehen, leichte Bauart. Marken wie Leica Magnus, Zeiss V8, Swarovski Z8i oder günstiger Falke 1-8×24 sind Klassiker.
Wann lohnt sich ein Rotpunktvisier?▾
Für IPSC, Steel Challenge, dynamisches Schießen und als Zweitvisier auf Drückjagd-ZF. Schnelle Zielerfassung, paralaxefrei. Modelle wie Aimpoint Micro, Trijicon RMR oder Holosun 507/509.
Brauche ich für Schalldämpfer eine Genehmigung?▾
Ja. Für Jäger seit 2020 in vielen Bundesländern als Bedürfnis anerkannt (Lärmschutz). Eintrag in die WBK mit Bedürfnisnachweis. Sportschützen müssen ein eigenes Bedürfnis (z. B. medizinisch) belegen.
Welches Wärmebildgerät für die Jagd?▾
Vorsatzgeräte (Pulsar Krypton, InfiRay Tube, Liemke Luchs) sind universell. Handgeräte (Pulsar Helion, InfiRay Eye) für die Beobachtung. Auflösung mind. 384×288, idealerweise 640×512. Detektorpitch 12 oder 17 µm.
Was ist BDC und brauche ich das?▾
BDC (Bullet Drop Compensator) – Absehen oder Höhenverstellung für vorberechnete Schussentfernungen. Praktisch für jagdliche Standardentfernungen, im Sport meist via MIL/MOA-Verstellung gelöst.
MOA oder MIL – was ist besser?▾
Beide funktionieren, der Unterschied ist nur die Skalierung. MIL (Milliradian) ist im Schießsport und Militär verbreitet, weil dezimal und gut für metrische Berechnungen. MOA (Minute of Angle) ist verbreitet im jagdlichen Bereich und in den USA. Wichtig: Absehen und Türme sollten in derselben Einheit sein.
Welche Vergrößerung brauche ich für 100/300/600 m?▾
100 m: 4–9× reicht für Match. 300 m: 12–25× ideal für Präzision. 600 m und mehr: 25× und höher, oft 5–25× oder 4,5–35× ZF-Klassen wie Schmidt & Bender PMII oder Nightforce ATACR.
Was kostet ein gutes Jagd-Zielfernrohr?▾
Einsteiger ab 400 € (Falke, Minox), Mittelklasse 800–1500 € (Meopta, Steiner Ranger), Premium 1800–3500 € (Leica Magnus, Zeiss V8, Swarovski Z8i). Zubehör (Montage, Ringe) extra einplanen.
Wie schieße ich ein Zielfernrohr ein?▾
Mit Auflage und Sandsack auf 25 m Grobjustage, dann auf gewünschte Distanz (typisch 100 m) Feinjustage in 3-Schuss-Gruppen. Türme nach jeder Korrektur prüfen. Kalt-Warm-Effekt vermeiden – mind. 30 Sekunden zwischen Gruppen warten.
Was ist Parallaxe und wie stelle ich sie ein?▾
Parallaxe entsteht, wenn Absehen und Bildebene nicht exakt übereinander liegen – das Trefferbild verschiebt sich bei Augenbewegung. Parallaxenausgleich (Seitenturm oder Objektiv-Ring) auf Zielentfernung einstellen, dann ist das Absehen 'fest' im Bild.
Welche Ringe und Montagen sind empfehlenswert?▾
Für Jagd: Blaser-Sattel, Suhler Einhakmontage, EAW. Für Sport: Picatinny-Schienen mit hochwertigen Ringen (Spuhr, Nightforce, Recknagel). Wichtig: korrekter Ringdurchmesser, Material (Stahl > Alu für Großkaliber) und vollständig drehmomentgeschraubt.
Lohnt sich ein Bipod oder Zweibein?▾
Für Präzision auf Auflage, F-Class oder PRS unbedingt. Harris-Bipod als günstiger Klassiker, Atlas und MDT Ckye-Pod als Premium. Höhe und Beinwinkel in der gewünschten Schussposition vorab testen.
Disziplinen & Wettkampf
Vom Lichtgewehr bis IPSC – Überblick über die wichtigsten Disziplinen.
Welche Disziplinen gibt es im DSB?▾
Pistole/Revolver (Sport- und Großkaliber), Gewehr (KK, Großkaliber, Vorderlader), Flinte (Trap, Skeet), Bogen, Armbrust, Wurfscheibe und Auflage-Disziplinen für Senioren. Über 100 Einzeldisziplinen sind in der Sportordnung gelistet.
Was ist IPSC und wie steige ich ein?▾
International Practical Shooting Confederation – dynamisches Schießen mit Zeit- und Trefferwertung. Einstieg über BDMP-Vereine, Sicherheitskurs Pflicht. Standardklasse oder Production-Klasse für Einsteiger empfohlen.
Brauche ich für Wettkämpfe eine Lizenz?▾
Beim DSB die Schützenpass-Nummer (über Verein), bei BDMP die BDMP-Lizenz, bei BDS analog. Für internationale Wettkämpfe ggf. Länderlizenz und Anti-Doping-Erklärung.
Welche Mindestaltersgrenzen gelten?▾
Lichtgewehr/Bogen ab 6 Jahren, Luftgewehr/Luftpistole ab 12 Jahren mit Erlaubnis, KK-Gewehr ab 14 Jahren, Großkaliber ab 18 Jahren. Bei minderjährigen Schützen mit Aufsicht und Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.
Was ist PPC (Police Pistol Combat)?▾
Service-/Polizei-Disziplin mit Pistole und Revolver auf 7, 15, 25 und 50 Yard. Im DSB und BDMP angeboten, ähnlich US-Tactical, aber mit klassischer Wertung – sehr beliebt im deutschen Großkaliber-Sport.
Was ist F-Class?▾
Präzisionsdisziplin auf 300, 600, 800, 900 und 1000 Yard / Meter mit aufgelegtem Gewehr (F-Open: beliebige Auflage, F-TR: nur Bipod und .223/.308). Sehr ruhige, sehr präzise Disziplin – ideale Brücke vom Bench Rest.
Was ist PRS (Precision Rifle Series)?▾
Praktisches Präzisionsschießen auf wechselnden Distanzen (200–1200 m), mit Stellungswechsel, Zeitlimit und unterschiedlichen Auflagen (Hindernisse, Tank traps). In Deutschland im Kommen, oft im BDMP organisiert.
Wie funktioniert das Klassen-System im DSB?▾
Schützenklasse, Damenklasse, Junioren (verschiedene Altersgruppen), Senioren (verschiedene Altersgruppen) und Behindertenklassen. In Auflage-Disziplinen zusätzlich nach Alter und Hilfsmitteln gestaffelt. Genaue Einteilung in der DSB-Sportordnung.
Ich kann nur unregelmäßig trainieren – lohnt sich Wettkampf trotzdem?▾
Ja. Vereinsmeisterschaften, Gauschießen und Pokalrunden sind ideal für Hobbyschützen. Wer ambitionierter wird, geht den Weg über Bezirks-, Landes- und Deutsche Meisterschaft. Konstanz schlägt Talent – 1×/Woche reicht für solide Fortschritte.
Welche Disziplin ist günstig im Munitionsverbrauch?▾
Luftdruck, KK-Gewehr 50 m/100 m und KK-Pistole. Großkaliber-IPSC, F-Class und PRS sind munitionsintensiv – pro Trainingseinheit 100–300 Schuss keine Seltenheit.
Was ist 'Falling Plate' und 'Steel Challenge'?▾
Reaktive Stahlplatten-Disziplinen: Schütze schießt auf 5–6 Stahlplatten, Zeit zählt. Steel Challenge ist standardisiert (8 Stages, weltweit gleich) und sehr einsteigerfreundlich, weil keine komplexen Stages und kein Bewegungssicherheitsgurt nötig.
Jagd & Jungjäger
Jagdschein, Reviere, erste Büchse – alles für angehende Jäger.
Was kostet der Jagdschein?▾
Vorbereitungskurs 1500–3500 € (je nach Bundesland und Anbieter), Jagdscheingebühr 80–200 € jährlich, Jagdhaftpflicht 50–80 € jährlich. Plus Ausrüstung, Munition und Reviermiete.
Welche Büchse für den Jungjäger?▾
Universal-Repetierer in 7×64, .308 Win, 8×57 IS oder .30-06 Springfield. Bewährte Modelle: Mauser M12, Sauer 100/101, Tikka T3X, Steyr SM12, Blaser R8 (Premium). Ausführlich im Ratgeber 'Erste Büchse für Jungjäger'.
Brauche ich als Jäger einen separaten Schießnachweis?▾
Für die Drückjagd ja: Schießnachweis am bewegten Ziel (Keiler), in vielen Bundesländern Pflicht und von Jagdpächtern erwartet. Jährliche Übung an Pirschbock und laufendem Keiler dringend empfohlen.
Bleifrei – Pflicht oder Empfehlung?▾
In Bundeswald und vielen Landesforsten Pflicht, in mehreren Bundesländern für die gesamte Jagd vorgeschrieben (z. B. Schleswig-Holstein, NRW, Saarland). Geschosse aus Kupfer/Zink wie Barnes TTSX, RWS HIT, Lapua Naturalis, Sax KJG.
Wie finde ich ein Revier zum Begehen?▾
Über lokale Hegeringe, Jagdverbände, Kleinanzeigen (jagderleben.de, jagen-weltweit.de) oder direkten Kontakt zu Pächtern. Begehungsschein 200–2000 € jährlich, je nach Region und Wildvorkommen.
Wie lange dauert die Jagdausbildung?▾
Klassischer Kompaktkurs (Blockunterricht): 3–6 Wochen Vollzeit. Wochenend- und Abendkurse: 6–12 Monate. Plus Eigenstudium (Wildkunde, Waffenrecht, Jagdrecht, Hundewesen, Brauchtum). Prüfung 'Grünes Abitur' aus theoretischem und praktischem Teil.
Welches Kaliber für welches Wild?▾
Reh: ab .222 Rem (in BL mit 2000 J Mindestauflage: .243 Win). Rotwild/Sauen: 7×64, .308, .30-06 sind Klassiker. Schwarzwild auf Drückjagd: 8×57 IS, 9,3×62, .30-06 mit schwerem Geschoss. Großwild Afrika: ab .375 H&H Magnum.
Was ist eine Drilling und wann ist er sinnvoll?▾
Kombinierte Waffe mit zwei Schrot- und einem Kugellauf (klassisch 16/70 oder 20/76 + 7×65R). Für Begehungsschein, gemischtes Niederwild und Reh ideal – seltener für reine Pirsch- oder Drückjagd.
Brauche ich einen Jagdhund?▾
Gesetzlich nicht in jedem Revier, aber bei der Nachsuche von beschossenem Wild Pflicht. Brauchbarkeitsnachweis erforderlich. Kleinmeute (Bracke), Vorstehhund (DD, Münsterländer) oder Stöberhund (Wachtel) je nach Reviertyp.
Was ist die jagdliche Schießfertigkeit-Bescheinigung?▾
Nachweis der Treffsicherheit (Sitzendes Reh, Pirschbock, laufender Keiler) – in vielen Revieren Pflicht für Drückjagdteilnahme. Wird vom Schießstand bzw. Jagdverband ausgestellt, jährliche Wiederholung empfohlen.
Wie lerne ich Wildbret-Hygiene?▾
Theoretisch Bestandteil der Jägerprüfung, praktisch in Wildbret-Lehrgängen (BJV, LJV, private Anbieter) und beim erfahrenen Mentor. Wer Wildbret in Verkehr bringt (verkauft), braucht den Sachkundenachweis 'kundige Person'.
Was kostet die jährliche Jagdausübung realistisch?▾
Begehungsschein 200–2000 €, Pacht im Eigenrevier 500–5000 €/Jahr (regional sehr unterschiedlich), Munition/Pflege ca. 300 €, Bekleidung & Optik anteilig 200–1000 €, Hundekosten ca. 800 €/Jahr. Realistisch 2000–8000 € jährlich.
Versicherung & Recht
Haftpflicht, Reise-Schutz, Schadensfälle – worauf zu achten ist.
Brauche ich eine Waffenhaftpflicht?▾
Für Sportschützen ist die normale Privathaftpflicht meist ausreichend (Waffenbesitz prüfen lassen!). Für Jäger ist eine separate Jagdhaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben – mind. 500.000 € Personenschäden, 50.000 € Sachschäden.
Wie versichere ich Waffen gegen Diebstahl?▾
Hausratversicherung deckt Waffen meist nur bis zu einem Limit (oft 5000–20.000 €). Spezialversicherungen (z. B. WaffenPro, ARAG, R+V Waffenversicherung) decken Diebstahl, Transport und Beschädigung umfassend.
Was tun bei einem Jagdunfall?▾
Erste Hilfe leisten, 112 verständigen, Polizei informieren, Unfallstelle sichern. Jagdhaftpflicht-Versicherung sofort melden. Kein Schuldeingeständnis vor Ort. Anwalt für Waffenrecht/Jagdrecht hinzuziehen.
Sind Schalldämpfer und Optiken mitversichert?▾
Hochwertiges Zubehör (Wärmebild, Premium-ZF, Schalldämpfer) sollte explizit in der Versicherungssumme aufgeführt werden. Im Zweifel separate Police oder Erweiterung der Hausratversicherung.
Was deckt eine Jagdhaftpflicht ab?▾
Personen-, Sach- und Vermögensschäden im Zusammenhang mit der Jagdausübung – Schussabgabe, Hundebiss, Treiberunfall, Wildschäden. Mindestsumme 500.000 € Personen ist gesetzlich, 1.000.000 € pauschal ist Standard, 2.000.000–5.000.000 € empfehlenswert.
Brauche ich eine Rechtsschutzversicherung?▾
Empfehlenswert. Spezial-Rechtsschutz für Jäger und Sportschützen (z. B. ARAG Jäger-Rechtsschutz) deckt Waffenrecht, Jagdrecht, WaffG-Verstöße. Standard-Rechtsschutz schließt Waffen-/Jagdthemen oft aus.
Wie sieht es bei Auslandsreisen mit Versicherung aus?▾
Jagdhaftpflicht muss explizit Auslandsdeckung enthalten (EU meist inklusive, Drittstaaten oft Aufpreis). Auslandsreise-Versicherung für Jagd: bis zu 90 Tage weltweit Standard, längere Aufenthalte separat absichern.
Was passiert, wenn ich einen Wildunfall beim Begleitfahrzeug verursache?▾
Reine Wildunfälle (Tier prallt auf Fahrzeug) sind meist Teilkasko-Fall. Anders bei aktiver Jagd: Wenn Sie im Rahmen einer Jagdaktion unterwegs sind und Schaden verursachen, kann die Jagdhaftpflicht greifen. Vor Ort dokumentieren und Versicherer kontaktieren.
Bin ich beim Probetraining im Verein versichert?▾
Ja, wenn der Verein einer Verbandshaftpflicht (DSB, BDS, BDMP) angehört. Vor Ort beim Vereinsvorstand bestätigen lassen. Persönliche Privathaftpflicht ist trotzdem grundsätzlich sinnvoll.
Sind Vereinswaffen versichert?▾
Über die Verbandshaftpflicht im sportlichen Betrieb: ja. Diebstahl und Beschädigung der Vereinswaffen sind Sache des Vereins (Inventar-/Sachversicherung). Persönlich keine Sorge bei sachgerechter Nutzung.
Kauf & Verkauf
Neuwaffe, gebraucht, online – worauf beim Kauf zu achten ist.
Wo kaufe ich eine Sportwaffe am besten?▾
Beim Fachhändler vor Ort (Beratung, Probegriff, Service) oder bei großen Online-Händlern (Frankonia, Waffen-Schumacher, Egun für Auktionen). Immer Voreintrag in WBK vorher klären.
Was beim Gebrauchtkauf prüfen?▾
Beschussstempel (CIP, deutscher Beschuss), Lauf auf Verschleiß und Kupferung, Verschlusssystem auf Spiel, Abzug, Magazin. Bei Pistolen: Zustand des Schlittens, Originalteile? Bei Repetierern: Schaftanbindung und Bettung.
Wie verkaufe ich eine Waffe legal?▾
Käufer muss Voreintrag (Erwerbsschein/WBK) vorlegen. Übergabe protokollieren mit Personalausweis-Daten, Seriennummer, Datum. Eigene Behörde innerhalb von zwei Wochen über den Verkauf informieren.
Was kostet ein anständiges Sportgewehr?▾
Einsteiger-KK ab 600 € (Anschütz 64, Walther KK500), Match-KK ab 2500 €. Großkaliber-Match-Büchsen (Schulz, Blaser R8, Anschütz) ab 3500 €. Gebraucht oft 30–50 % günstiger.
Lohnt sich ein Custom-Bau?▾
Für ambitionierte Wettkampfschützen oder spezielle jagdliche Anwendungen ja – maßgeschneidert auf Anatomie und Disziplin. Investition meist ab 4000 €, oft 6000–15.000 €. Renommierte Büchsenmacher: Scheiring, Ulm, Hartmann & Weiss, Dakota.
Wie funktioniert der Kauf bei Egun (Online-Auktion)?▾
Egun.de ist die größte deutsche Plattform für Schusswaffen. Käufer und Verkäufer haben identifizierte Accounts (Zuverlässigkeitsprüfung). Versand erfolgt nur an Fachhändler (Bindeglied), der die Übergabe nach Voreintrag durchführt. Versandkosten und Händler-Gebühr ca. 30–60 €.
Darf ich privat von privat kaufen?▾
Ja. Bei Großkaliber- und WBK-pflichtigen Waffen mit Voreintrag und Ummeldung wie beim Händlerkauf. Bei freien Waffen (Luft <7,5 J, Schreckschuss mit PTB) keine besonderen Auflagen, aber Personalausweis-Kopie zur Doku empfehlenswert.
Wie hoch ist der Wertverlust bei Sportwaffen?▾
Bei Standardmodellen typisch 20–30 % im ersten Jahr, danach langsamere Abwertung. Premium-Marken (Blaser, Sauer, Anschütz Match) halten den Wert deutlich besser. Sondereditionen und hochwertige Custom-Bauten können stabil oder sogar im Wert steigen.
Was bedeutet 'beschossen' und 'eingeschossen'?▾
Beschossen = staatlich geprüft (z. B. Suhler Beschuss, Ulm), Voraussetzung für Verkauf in Deutschland. Eingeschossen = der Verkäufer hat die Waffe bereits auf eine bestimmte Munition justiert, z. B. mit ZF auf 100 m Punkt. Letzteres erleichtert dem Käufer den Einstieg.
Kann ich eine Waffe vor dem Kauf testen?▾
Bei Fachhändlern auf Hausschießständen (z. B. Frankonia Megastores) gegen Gebühr ja. Auf Schießveranstaltungen, Messe-Ständen (IWA), bei Vereinsmitgliedern oder Demo-Tagen häufig kostenlos. Vor Investition über 2000 € unbedingt testen.
Training & Technik
Trockentraining, Atmung, mentale Technik – wie Sie konstant besser werden.
Wie oft sollte ich pro Woche trainieren?▾
Für stabile Verbesserung: 2× pro Woche aktives Schießen plus 3–5× kurzes Trockentraining (10–15 Minuten). Reiner Standtag ohne Trockentraining bringt langfristig weniger als das Gegenteil.
Was ist Trockentraining und wie geht es richtig?▾
Trockentraining = Anschlag, Zielen und Abzugsvorgang ohne scharfe Munition (Patronenlager leer, Pufferpatrone erlaubt). Spiegel oder Coach-Pad zur Selbstkontrolle. Fokus auf Körperhaltung, Atmung, Abzugsverhalten – kein Ersatz, aber ein Multiplikator des Standtrainings.
Wie atme ich beim Schießen richtig?▾
Atempause am Ende des natürlichen Ausatmens (5–7 Sekunden). Nicht angestrengt anhalten – wenn der Schuss in dieser Phase nicht abgegeben werden kann, neu atmen und nochmal ansetzen. Konstanz schlägt Akkuratesse.
Was ist 'Follow-through' und warum ist es wichtig?▾
Follow-through = Nachhalten des Anschlags und der Konzentration nach dem Schuss. Verhindert vorzeitiges Absinken der Waffe (Mucking) und ermöglicht Selbstanalyse: Wo war das Korn beim Knall? Damit wird der Schuss 'gelesen' statt nur 'abgegeben'.
Wie verbessere ich meinen Stand bei Pistole?▾
Beine schulterbreit, leicht versetzt (Schießarm-Seite hinten), Knie locker, Hüfte gerade. Schwerpunkt etwas vorne. Stand wiederholbar: gleiche Schuhe, gleiche Position, gleiche Körperspannung – das ergibt konstante Trefferlage.
Was bringt Mentaltraining im Schießsport?▾
Sehr viel. Visualisierung, Ritual vor dem Schuss, Atemtechnik, Selbstgespräche, Druckmanagement im Wettkampf. Bücher: 'With Winning in Mind' (Lanny Bassham), Trainings in Verbänden und Vereinen.
Wie analysiere ich meine Trefferbilder?▾
Streukreise messen (Mitte-zu-Mitte der äußeren Treffer), Lageabweichung dokumentieren. Symmetrische Streuung = Munitions- oder Optikproblem. Asymmetrische Streuung (z. B. Tiefschüsse) = Schützenfehler (Mucking, Atemzeitpunkt). Ein Trainings-Logbuch lohnt sich.
Wie kompensiere ich Wind beim Langwaffen-Schießen?▾
Windrichtung und -stärke schätzen (Fahnen, Gras, Mirage). Faustformel .308 Match: 10 mph Seitenwind = ca. 1 MOA Drift auf 600 m. Übung mit Ballistik-App (Strelok Pro, Hornady 4DOF) und Pflichtnotizen ('Doping') beim Match.
Lohnt sich ein professioneller Trainer?▾
Ja, gerade beim Übergang von Hobby zu Wettkampf. Vereinscoaches sind oft kostenlos, externe Trainer 50–150 € pro Stunde. Schon 2–3 Stunden mit einem erfahrenen Trainer beheben oft jahrelang eingeschliffene Fehler.
Was ist 'natural point of aim' und wie finde ich ihn?▾
Position, in der Anschlag und Zielrichtung ohne Muskelanspannung übereinander liegen. Test: Augen schließen, ruhig atmen, wieder öffnen – Korn sollte ohne Korrektur am Ziel stehen. Wenn nicht, Standposition korrigieren, nicht nachzielen.
Wie wichtig ist Fitness für Schützen?▾
Wichtiger als oft angenommen. Rumpfstabilität, Ausdauer (Pulskontrolle), Beinkraft (Stehendanschlag) machen einen messbaren Unterschied. Yoga, leichtes Krafttraining und 2–3× Cardio pro Woche sind ein guter Mix.
Kleidung & Ausrüstung
Schießjacke, Hose, Brille, Schuhe – die richtige Ausstattung für jede Disziplin.
Brauche ich eine Schießjacke und Schießhose?▾
Für olympische Disziplinen (Gewehr 50 m / 300 m, ISSF) und Match-Auflage: ja. Sie geben Stabilität in den Anschlägen Stehend, Knieend, Liegend. Für Großkaliber-Sport (PRS, IPSC, Jagd) eher nicht – dort dominiert funktionale Outdoor-Bekleidung.
Welcher Gehörschutz ist der beste?▾
Aktive Gehörschützer (Sordin Supreme Pro, Howard Leight Impact, MSA Sordin) lassen Sprache durch und dämpfen Schussknall. Für Großkaliber zusätzlich Inear-Stöpsel (doppelter Schutz). Passive 'Ohrenschützer' nur als Notlösung.
Brauche ich eine spezielle Schießbrille?▾
Sehr empfehlenswert: Splitterschutz, korrekte Sehstärke (auch nahsicht zur Korn-Schärfe), gelb/orange für Kontrast bei Trapschießen. Marken: Champion, Decot, Knobloch (Premium für Olympia-Schützen).
Welche Schuhe sind für Sportschießen geeignet?▾
Stand-Disziplinen: feste Sohle, knöchelhoch (Stabilität für Stehend-Anschlag), z. B. Sauer/Anschütz/Walther Schießschuhe. Dynamisch (IPSC, PRS): Trail-Runner, Sneaker mit guter Sohle und etwas Knöchelschutz.
Was zieht der Jäger im Winter / Sommer an?▾
Schichtprinzip: atmungsaktive Funktionswäsche, Fleece, leise Außenjacke (Loden, Cordura, Microfaser). Marken: Härkila, Seeland, Deerhunter, Beretta. Tarnmuster oder neutrale Erdtöne. Wichtig: leise Stoffe – kein Goretex-Knistern.
Welche Handschuhe für die Jagd?▾
Dünn und fingerfertig (Schießhand muss den Abzug spüren), Materialien: Merino + Leder (Härkila, Stealth Gear), für Drückjagd auch wärmer mit aufklappbarem Zeigefinger.
Lohnt sich ein Spektiv im Sport?▾
Ja, ab Distanzen 100 m. Gutes Spektiv (Kowa TSN, Vortex Razor HD, Swarovski STX) erlaubt Ablesen der Treffer ohne Standwechsel. Vergrößerung 20–60×, Linsendurchmesser 60–85 mm.
Brauche ich einen speziellen Waffenkoffer?▾
Pflicht bei Reisen mit dem Flugzeug (DIN ISO Hartschalen, abschließbar, TSA-Schloss). Im Auto reicht ein verschließbares Futteral oder Hartschalenkoffer. Marken: Negrini, Pelican, Explorer, Vanguard.
Welcher Putzstock ist empfehlenswert?▾
Einteilig, kunststoffummantelt (z. B. Dewey, Bore Tech, Tipton), passend zum Kalibern. Nie Stahlstöcke – sie zerstören die Lauf-Mündung. Pufferpatronen-Schoner für die Mündung dazu.
Was gehört in den Standkoffer?▾
Schießbrille, Gehörschutz, Pufferpatronen, Magazinlader, Reserveschrauben (Optik), Schraubendreher-Set, Mikrofasertuch, Putzbürste, Standsteckdose-Adapter (Beleuchtung). Plus: Wasserflasche und Notizblock fürs Trainings-Logbuch.
Forum & Community
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