Glock 17 Gen 5 FR Coyote im Test: die zivile Ausführung der französischen Dienstpistole PSA
Glock 17 Gen 5 FR Coyote Test 2026: Frankreichs Dienstpistole PSA
Glock 17 Gen 5 FR Coyote im Test: die zivile Ausführung der französischen Dienstpistole PSA
Technische Daten
- Modell
- Glock 17 Gen 5 FS FXD „FR Coyote“
- Militärische Bezeichnung
- PSA (Pistolet Sémi-Automatique), Frankreich
- Kaliber
- 9 x 19 mm (9 mm Luger)
- Lauflänge
- 114 mm, Glock Marksman Barrel
- Laufprofil
- hexagonal, Rechtsdrall, 250 mm Dralllänge
- Gesamtlänge
- ca. 202 mm
- Gewicht (leer)
- ca. 705 g
- Magazinkapazität
- 17 + 1 Schuss (Coyote, orangefarbener Zubringer)
- Abzug
- Safe Action, ca. 2,5 kg
- Sicherungen
- Abzugs-, Schlagbolzen- und Fallsicherung
- Visierung
- nachtleuchtende Stahlvisierung, Kimme seitlich driftbar (Höhe 6.1)
- Oberfläche
- nDLC-Finish, Griffstück Coyote Brown
- Besonderheiten
- Fangriemenöse, verlängerter Verriegelungsschieber, ohne Fingerrillen
- Lieferumfang
- Coyote-Koffer, 2 Magazine, Ladehilfe, 4 Backstraps, Putzstock & Bürste
- UVP
- 805 EUR (Standard-Gen-5 ca. 740 EUR)
Pro
- Baugleich zur französischen Ordonnanzpistole PSA – erprobt über 30.000 Schuss
- Nachtleuchtende Stahlvisierung serienmäßig
- Coyote-Brown-Griffstück und -Magazine mit orangefarbenen Zubringern
- Fangriemenöse hinter dem Magazinschacht und verlängerter Verriegelungsschieber
- Umfangreiches Set: Koffer, Reservemagazin, vier Backstraps, Ladehilfe, Putzzeug
- Bewährte Gen-5-Technik: Marksman-Lauf, nDLC-Finish, beidseitiger Verschlussfanghebel
Fazit
Die Glock 17 Gen 5 FR Coyote liefert exakt das, was die französischen Streitkräfte in einem mehrjährigen Auswahlverfahren gefordert haben: eine Pistole, die mit Handschuhen sicher zu bedienen ist, deren Visierung auch bei schlechtem Licht sofort ein Ziel greift und die Belastungsproben von über 30.000 Schuss übersteht. Auf 25 Meter hält ein geübter Schütze problemlos das Schwarze, bei Dot Drills auf drei bis fünf Meter sitzt jeder Treffer. Der Aufpreis von rund 65 € gegenüber der Standard-Gen-5 geht für nachtleuchtende Stahlvisierung, Coyote-Ausführung und den kompletten Kofferinhalt völlig in Ordnung. Für Sammler ein Muss, für Sportschützen eine hervorragend ausgestattete Gebrauchspistole.
Frankreichs neue Dienstpistole ist ein alter Bekannter: Unter dem Kürzel PSA – Pistolet Sémi-Automatique – führen die französischen Streitkräfte derzeit eine Version der Glock 17 Gen 5 ein. Was das Modell auszeichnet, lässt sich an der baugleichen zivilen Ausführung bewerten: der limitierten Glock 17 Gen 5 FR Coyote mit sandfarbenem Griffstück, nachtleuchtender Stahlvisierung und Fangriemenöse. Wir haben sie auf 25 Meter und in praxisnahen Drills geschossen.
Vom Projekt „PANG“ zur Ordonnanzwaffe PSA
Im Frühjahr 2019 brachte Frankreich sein Pistolenprojekt unter dem Kürzel „PANG“ auf den Weg – Pistolet Automatique de Nouvelle Génération. In die Endausscheidung kamen Glock und die kroatische HS Produkt. Um den Jahreswechsel 2019/20 fiel die Entscheidung zugunsten des niederösterreichischen Herstellers aus Deutsch-Wagram. Die neue Waffe erhielt die Bezeichnung PSA und löst zwei Modelle ab, die zusammen ein halbes Jahrhundert Dienstgeschichte tragen:
- MAC 50 – französische Eigenentwicklung aus den 1950er-Jahren.
- PAMAS G1 – Lizenzfertigung der Beretta 92F.
Das erste Los traf im Dezember 2020 in Frankreich ein und passierte die Güteprüfung. Von den rund 75.000 bestellten Exemplaren ist inzwischen deutlich mehr als die Hälfte in der Truppe. Wer die Plattform generell einordnen möchte, findet Hintergründe in unserem Glock-Hersteller-Porträt.
Ein hartes Auswahlverfahren
Trotz des augenzwinkernd benannten Projekts nahmen die Beschaffer die Sache ernst – die Selbstladepistole hat als Zweit- und Back-up-Waffe weltweit an Bedeutung gewonnen. Beim Kaliber blieb Frankreich wie die meisten NATO-Staaten bei 9 x 19 mm. Neu war fast alles andere:
- Griffstück in Coyote Brown für universelle Tarnwirkung, da französische Verbände weltweit operieren.
- Klimakammer-Tests zur Funktionssicherheit unter extremen Einsatzbedingungen.
- Dauerbelastung von 25.000 Schuss als Simulation einer 25-jährigen Nutzungsphase – die Glock-Prüfexemplare hielten über 30.000 Schuss durch.
- Breiter Nutzerquerschnitt: erfahrene und unerfahrene Schützinnen und Schützen, unterschiedlich große Hände, Stabsdienst wie Spezialkräfte.
Nicht nur eine Pistole – ein Gesamtsystem
Die Franzosen folgten dem Systemansatz: Zum Auftrag gehörten neben den Pistolen auch Holster, 7.000 Schalldämpfer-Kits, 15.000 Laser-Licht-Module, 9.000 Trainingswaffen, 45 Millionen Vollmantelpatronen, 2 Millionen Unterschall- und 4 Millionen Markierungspatronen sowie weiteres Zubehör. Das Holstersystem stammt von Blackhawk (T-Series mit Sicherungsbügel und Daumenentriegelung), die Munition von Sellier & Bellot, die Waffenleuchte ist Glocks hauseigene GTL 51. Der Gesamtauftragswert lag bei rund 44 Millionen Euro – gemessen an den Stückzahlen ein bemerkenswert günstiges Handwaffen-Großvorhaben.
Unsere Testwaffe: die zivile FR Coyote
Für einen limitierten Zeitraum bot Glock die Glock 17 Gen 5 FR Coyote an – ein baugleiches Modell der Dienstpistole für den zivilen Markt. Die Basis ist die seit 2017 bekannte Gen 5:
- nDLC-Finish für Kratzfestigkeit, Korrosionsschutz und Langlebigkeit.
- Glock Marksman Barrel mit hexagonalem Profil, Rechtsdrall und 250 mm Dralllänge.
- Aufgeweiteter Magazinschacht für schnellere Ladetätigkeiten.
- Beidseitig bedienbarer Verschlussfanghebel, Magazinhalteknopf nach rechts verlegbar.
- Keine Fingerrillen – sie hatten sich bei sehr großen und sehr kleinen Händen als hinderlich erwiesen.
- Drei unabhängige Sicherungen: Fall-, Schlagbolzen- und Abzugssicherung (Safe Action).
- Austauschbare Griffrücken und Front Serrations am Verschluss.
Wie sich die Gen 5 gegen die aktuelle Generation schlägt, zeigt unser Vergleich Glock 17 Gen 5 vs. Gen 6.
Die Extras der französischen Ausführung
Serienmäßig trägt die FR Coyote beziehungsweise PSA eine nachtleuchtende Stahlvisierung; im Visierausschnitt steht „6.1“ für das Glock-übliche Standard-Höhenmaß der seitlich driftbaren Kimme. Hinter dem Magazinschacht sitzt eine Fangriemenöse – im maritimen, amphibischen oder Gebirgseinsatz ein echter Vorteil gegen Waffenverlust. Der Verriegelungsschieber zum Zerlegen fällt länger aus und lässt sich dadurch besser bedienen. Griffstück und Magazine sind in Coyote Brown gehalten, die Magazinzubringer dagegen orange – das erleichtert die Sicherheitsüberprüfung spürbar. Ausgeliefert wird die Waffe im coyotefarbenen Kunststoffkoffer mit Reservemagazin, Ladehilfe, vier Backstraps, Putzstock, Bürste und Bedienungsanleitung.
Auf dem Schießstand
Getestet wurde statisch auf 25 Meter sowie in praxisorientierten Szenarien auf kürzere Distanzen – teilweise aus dem Blackhawk-T-Series-Holster heraus und mit Handschuhen. Wer Dienstpistolen gewohnt ist, findet sich sofort zurecht: griffige Handhabungsrillen, beidseitiger Verschlussfanghebel und der größere Magazinhalteknopf funktionieren auch behandschuht zuverlässig. Der Safe-Action-Abzug lässt sich sehr gut kontrollieren, das Trigger Reset ist auch bei schnellen Schussfolgen deutlich fühlbar. Die nachtleuchtende Stahlvisierung erlaubt eine schnelle Zielaufnahme. Ein geübter Schütze hält bei Präzisionsserien auf 25 Meter locker das Schwarze im DSB-Spiegel, bei Dot Drills auf drei bis fünf Meter liegen die Treffer ebenfalls im Schwarzen.
Munition, Pflege und Zubehör
Im Sport laufen 124-grs-Vollmantelgeschosse am gleichmäßigsten – ganz wie bei der französischen Truppe, die auf Sellier & Bellot setzt. Für die Pflege reicht das Übliche: Lauf und Verschluss nach jeder Range-Session reinigen und leicht ölen, etwa mit den Mitteln aus unserem Waffenpflege-Ratgeber. Passende Magazine, Holster und Ersatzteile führt WaffenPro im Glock-Sortiment.
Rechtlicher Rahmen in Deutschland
Die Glock 17 Gen 5 FR Coyote ist eine halbautomatische Kurzwaffe und damit erlaubnispflichtig. Sportschützen erwerben sie über die grüne WBK nach § 14 WaffG – Voraussetzung sind Vereinsmitgliedschaft, regelmäßiges Training und ein bescheinigtes Bedürfnis. Die einzelnen Schritte erklärt unser WBK-Ratgeber.
Fazit
Mit einer UVP von 805 Euro liegt die Glock 17 Gen 5 FR Coyote etwas über den rund 740 Euro der Standardversion – im Handel ist sie derzeit deutlich günstiger zu bekommen. Dafür gibt es eine ansprechende, exklusivere und in jedem Fall praxistaugliche Pistole out of the box, deren Konstruktion in einem der härtesten Beschaffungsverfahren Europas bestanden hat. Das bestätigen auch erste Erfahrungsberichte der französischen Kameraden mit ihrer neuen PSA.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Bezeichnung PSA bei der französischen Glock?
PSA steht für „Pistolet Sémi-Automatique“, also halbautomatische Pistole. So heißt die Version der Glock 17 Gen 5, die die französischen Streitkräfte seit Dezember 2020 als Ordonnanzwaffe einführen und die MAC 50 sowie PAMAS G1 ablöst.
Ist die zivile FR Coyote wirklich baugleich zur Dienstpistole?
Ja. Die limitierte Glock 17 Gen 5 FR Coyote entspricht der PSA-Ausführung: Coyote-Brown-Griffstück, nachtleuchtende Stahlvisierung, Fangriemenöse, verlängerter Verriegelungsschieber und Magazine mit orangefarbenen Zubringern.
Passen normale Glock-17-Magazine in die FR Coyote?
Ja. Alle Standard-Magazine der Generationen 3 bis 5 mit 17, 19, 24 oder 33 Schuss funktionieren. Die mitgelieferten Coyote-Magazine unterscheiden sich nur in Farbe und Zubringerfarbe.
Lohnt sich der Aufpreis gegenüber der Standard-Glock-17 Gen 5?
Für rund 65 Euro Mehrpreis bekommt man nachtleuchtende Stahlvisierung, Fangriemenöse, Coyote-Ausführung und den kompletten Kofferinhalt mit zweitem Magazin und Backstrap-Set. Wer die Ausstattung nutzt oder sammelt, fährt gut damit; wer nur eine Trainingspistole sucht, kann zur Standardversion greifen.
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