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Burris Eliminator 6 4-20x52 im Test: Zielfernrohr mit Laser und Ballistikrechner

Burris Eliminator 6 4-20x52 Test 2026: Laser-Zielfernrohr mit Ballistik

TargetTalk Redaktion 23. August 2026 9 Min. Lesezeit
TargetTalk Test

Burris Eliminator 6 4-20x52 im Test: Zielfernrohr mit Laser und Ballistikrechner

9.0 / 10

Technische Daten

Modell
Burris Eliminator 6 4-20x52
Vergrößerung
4–20×
Objektivdurchmesser
52 mm
Sehfeld auf 100 m
9,2 – 1,9 m
Rohrdurchmesser
34 mm
Absehen
X177, 177 digitale Zielpunkte, 1/5 MOA
Laserreichweite
bis 2.000 m
Sensoren
Barometer, Thermometer, Neigungsmesser
Konnektivität
Bluetooth / BurrisConnect-App
Gewicht
850 g
Lieferumfang
Zielfernrohr, Batterieeinheit, Linsenschutzdeckel, Reinigungstuch, Anleitung
Referenz
192400177

Pro

  • Entfernungsmessung, Ballistik und Haltepunkt in einem Arbeitsschritt
  • X177-Absehen zeigt nur den relevanten Zielpunkt – sehr aufgeräumtes Sehfeld
  • Automatische Korrektur von Neigungswinkel, Temperatur und Luftdruck
  • Schnelle, wiederholgenaue Lasermessung mit großer Reserve
  • Mehrere Geschossprofile per BurrisConnect-App speicherbar
  • Shotcall-Warnung bei unzureichender Energie oder Flugbahn

Fazit

Das Burris Eliminator 6 4-20x52 ist die konsequenteste integrierte Lösung für den weiten Schuss auf unbekannte Distanzen: Ein Tastendruck genügt, und der korrekte Haltepunkt leuchtet im Glas – inklusive Neigungswinkel, Temperatur und Luftdruck. Genau die Fehlerquellen, die den Weitschuss unsicher machen, fallen damit weg. Der Preis dafür sind 850 g Gewicht, eine Batterieabhängigkeit und ein Glas, das optisch gut, aber nicht auf Premium-Dämmerungsniveau ist. Für Berg- und Auslandsjäger sowie Long-Range-Sportschützen eine klare Empfehlung, für den reinen Ansitz auf 80 m dagegen deutlich überdimensioniert.

Das Burris Eliminator 6 4-20x52 ist kein gewöhnliches Zielfernrohr, sondern ein digitales Ballistiksystem im Optikgehäuse: Laserentfernungsmesser bis 2.000 m, Umweltsensoren, Bluetooth-Anbindung an die BurrisConnect-App und ein X177-Absehen, das den Haltepunkt als einen von 177 leuchtenden Zielpunkten direkt ins Sehfeld projiziert. Wir haben die Optik auf einer .308-Repetierbüchse montiert und auf Distanzen zwischen 100 und 600 Metern geprüft.

Das Konzept: Entfernung, Ballistik und Haltepunkt in einem Gerät

Klassisch läuft der weite Schuss so ab: Entfernung mit dem Fernglas messen, Wert in den Ballistikrechner am Handy eingeben, Absehenverstellung am Turm klicken, anschlagen. Das Eliminator-Prinzip kürzt diese Kette radikal ab. Ein Tastendruck – die Optik misst die Distanz, verrechnet sie mit dem hinterlegten Geschossprofil sowie Luftdruck, Temperatur und Neigungswinkel und lässt genau den Zielpunkt aufleuchten, auf dem der Treffer sitzt. Die Turmverstellung bleibt unangetastet, das Auge muss das Ziel nie verlassen.

Damit richtet sich das Eliminator 6 an eine klar umrissene Gruppe: Jäger auf weite, wechselnde Distanzen im offenen Gelände sowie Long-Range-Sportschützen, die auf unbekannte Entfernungen schnell treffen müssen. Wer ausschließlich auf 100 m am Stand schießt, zahlt hier für Technik, die er nie abruft – für solche Fälle reicht ein solides Glas aus unserer Optik-Kaufberatung deutlich günstiger.

Technische Daten im Überblick

ModellBurris Eliminator 6 4-20x52
Vergrößerung4–20×
Objektivdurchmesser52 mm
Sehfeld auf 100 m9,2 – 1,9 m
Rohrdurchmesser34 mm
AbsehenX177, 177 digital beleuchtete Zielpunkte, 1/5 MOA
Laserreichweitebis 2.000 m
SensorenBarometer, Thermometer, Neigungsmesser
KonnektivitätBluetooth, BurrisConnect-App
Gewicht850 g
Referenz192400177

Das X177-Absehen in der Praxis

Statt eines starren Absehens mit Unterabsehen arbeitet Burris mit einer digitalen Punktmatrix. 177 einzeln ansteuerbare Zielpunkte liegen in 1/5-MOA-Abstufung im Sehfeld; aufgeleuchtet wird immer nur der eine, der zur gemessenen Distanz und zum hinterlegten Geschoss passt. Das Ergebnis ist ein optisch aufgeräumtes Bild – kein Christbaum aus Strichen, sondern ein einzelner roter Punkt plus Distanz- und Windinformation am Rand.

Im Feld ist das der eigentliche Gewinn. Auf 380 m im Hang lag der Punkt nach dem Messen sofort korrekt tief im Bild, inklusive verrechnetem Neigungswinkel. Wer denselben Schuss klassisch löst, rechnet die Winkelkorrektur separat – eine der häufigsten Fehlerquellen beim Bergschuss. Die Ablesbarkeit der Anzeige bei tiefstehender Sonne verlangt allerdings eine passend gewählte Helligkeitsstufe; in der automatischen Einstellung war der Punkt bei Gegenlicht gelegentlich einen Tick zu dezent.

Laserentfernungsmesser: 2.000 m Papierwert, was bleibt in der Praxis?

Die angegebenen 2.000 m gelten – wie bei allen Entfernungsmessern – für stark reflektierende Ziele bei guten Bedingungen. An reflexschwachem Wild in der Dämmerung lagen die zuverlässigen Messungen in unserem Test im Bereich 600 bis 900 m, an Baumkanten und Gebäuden deutlich darüber. Für die realistische jagdliche und sportliche Nutzung bis rund 600 m ist die Reserve damit sehr komfortabel; die Messung erfolgte praktisch verzögerungsfrei und mit stabilen Wiederholwerten (± 1 m auf 300 m).

BurrisConnect: Einrichtung über die App

Die Erstkonfiguration läuft vollständig über die BurrisConnect-App. Hinterlegt werden Geschossgewicht, ballistischer Koeffizient, Mündungsgeschwindigkeit und die Einschussentfernung. Wer seine Laborierung kennt, ist in zehn Minuten fertig; wer die Werte nicht hat, findet sie auf der Munitionsverpackung oder ermittelt die V0 am besten über einen Chronografen – Näherungswerte kosten auf 500 m sonst schnell zweistellige Zentimeter. Mehrere Profile lassen sich speichern, sodass Übungs- und Jagdlaborierung parallel verfügbar sind.

Die Umweltsensoren korrigieren anschließend selbstständig: Sinkt die Temperatur um 15 °C oder steigt man 800 Höhenmeter auf, passt das Eliminator 6 die Lösung ohne Zutun an. Genau das ist auf der Bergjagd der Punkt, an dem am Handy erstellte Ballistiktabellen unbrauchbar werden.

Optische Leistung und Handling

Der 4–20×-Bereich mit 52-mm-Objektiv deckt vom Ansitz bis zum Weitschuss alles ab; das Sehfeld von 9,2 m auf 100 m in der kleinsten Vergrößerung reicht für flüchtige Situationen aus, ohne dass man sich verliert. Die reine Glasleistung liegt auf gutem oberen Mittelklasse-Niveau – ein reinrassiges Premium-Dämmerungsglas gleicher Preisklasse zeigt in der letzten Viertelstunde vor Büchsenlicht-Ende mehr, dafür kann es eben nicht rechnen.

Mit 850 g ist das Eliminator 6 kein Leichtgewicht, und die 34-mm-Mittelrohr-Bauform verlangt passende Ringe mit ausreichender Bauhöhe. Vor dem Kauf lohnt der Blick auf die Montagesituation: Auf einer leichten Bergbüchse verändert die Optik die Balance spürbar. Grundlagen dazu stehen in unserem Montage-Ratgeber.

Shotcall-Warnung: Technik im Dienst der Waidgerechtigkeit

Ein Detail, das in Deutschland besonders relevant ist: Reicht die verbleibende Auftreffenergie oder die Flugbahn nicht mehr für einen sauberen Schuss, warnt das Eliminator 6 aktiv. Das ersetzt keine Selbstbeschränkung, macht aber die Grenze sichtbar, die sonst nur eine geschätzte ist. Was die Optik nicht abnimmt, ist die Beurteilung von Kugelfang, Wind und Wildverhalten – und der jagdrechtliche Rahmen bleibt ohnehin Sache des Schützen, siehe dazu unsere Übersicht unter Recht & Sicherheit.

Für wen lohnt sich das Eliminator 6?

  • Auslandsjäger und Bergjäger, die auf wechselnde, oft geschätzte Distanzen mit Winkel schießen – hier spielt das System seine Stärke voll aus.
  • Long-Range-Sportschützen, die auf unbekannte Entfernungen unter Zeitdruck treffen müssen.
  • Weniger geeignet für den reinen Ansitzjäger auf 80 m, für Drückjagden (dafür ist ein Reflexvisier die richtige Wahl) und für Schützen, die maximale Dämmerungsleistung pro Euro suchen.

Preis und Bezug

Die UVP liegt bei 2.799,00 €; beim deutschen Fachhändler WaffenPro war das Eliminator 6 zum Testzeitpunkt für rund 2.155 € gelistet – jede Optik wird dort vor Versand auf Laser- und Bluetooth-Funktion geprüft und mit deutscher Anleitung ausgeliefert. Wie sich der Marktpreis entwickelt, zeigt die Preisgrafik weiter unten.

Fazit

Das Burris Eliminator 6 4-20x52 löst ein reales Problem statt nur Features zu stapeln: Es verkürzt die Kette vom Erkennen zum korrekten Haltepunkt auf einen Tastendruck und nimmt dabei genau die Fehlerquellen heraus, die den Weitschuss unsicher machen – falsch geschätzte Entfernung, ignorierter Neigungswinkel, veraltete Ballistiktabelle. Dafür zahlt man mit Gewicht, Batterieabhängigkeit und einem Glas, das optisch gut, aber nicht überragend ist. Wer regelmäßig jenseits von 300 m auf wechselnde Distanzen schießt, bekommt hier den derzeit konsequentesten integrierten Ansatz am Markt.

Häufige Fragen

Wie weit misst der Laserentfernungsmesser des Burris Eliminator 6 wirklich?

Die Herstellerangabe von 2.000 m gilt für stark reflektierende Ziele bei guten Sichtbedingungen. An reflexschwachem Wild in der Dämmerung sind realistisch etwa 600 bis 900 m zuverlässig messbar – für die praktische Jagd- und Sportnutzung also mit deutlicher Reserve.

Brauche ich zwingend die BurrisConnect-App?

Für die Erstkonfiguration ja: Geschossdaten, ballistischer Koeffizient, Mündungsgeschwindigkeit und Einschussentfernung werden per Bluetooth aus der App übertragen. Im Feld arbeitet die Optik danach eigenständig – das Smartphone braucht man nur zum Wechseln oder Anpassen von Profilen.

Welche Montage passt zum Eliminator 6?

Das Mittelrohr misst 34 mm, das Objektiv 52 mm – nötig sind also 34-mm-Ringe mit ausreichender Bauhöhe, damit das Objektiv frei steht. Wegen des Gewichts von 850 g sollte die Montage stabil ausgeführt und mit korrektem Drehmoment verschraubt werden.

Ersetzt die Shotcall-Warnung die eigene Schussbeurteilung?

Nein. Die Anzeige warnt, wenn Flugbahn oder Auftreffenergie für einen waidgerechten Schuss nicht mehr ausreichen, und liefert damit eine objektive Grenze. Kugelfang, Wind, Wildverhalten und der rechtliche Rahmen bleiben vollständig in der Verantwortung des Schützen.

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