TargetTalk LogoTargetTalk
Zurück zur Übersicht

Glock 17 Gen 5 vs. Gen 6 im Vergleich: Lohnt das Upgrade auf die neue Generation?

TargetTalk Redaktion 23. Mai 2026 11 Min. Lesezeit

Die Glock 17 Gen 6 ist da. Wir vergleichen die neue OR-Variante direkt mit der etablierten Gen 5 MOS FS – Optics-Cut, Trigger, Magazinschacht, Griff und Praxisverhalten. Welche Generation gewinnt für Sportschützen 2026?

TargetTalk Test

Glock 17 Gen 5 vs. Gen 6 im Vergleich: Lohnt das Upgrade auf die neue Generation?

9.1 / 10

Technische Daten

Kaliber
9 mm Luger (9 x 19)
Lauflänge
114 mm (4,49")
Magazinkapazität
17 + 1 (Standard)
Abzug
Safe Action, ca. 2,5 kg
Gewicht (leer)
ca. 705 g
Visierung
Fixed FXD bzw. Standard, Optics-Ready
Optics-Cut
Gen 5: MOS-Plattensystem · Gen 6: nativer Cut

Pro

  • Gen 6: nativer Optics-Cut ohne Plattensystem – flacher RDS-Sitz
  • Beide Generationen: bewährte Glock-Zuverlässigkeit & Reservoir an Aftermarket
  • Gen 5 MOS FS weiterhin sehr fair bepreist (~720–780 €)
  • Identisches Bedienkonzept – kein Umlernen beim Wechsel
  • Beide BKA-konform für Sport gemäß § 6 WaffG

Fazit

Die Gen 6 OR ist die rundere, modernere Plattform – ohne Plattensystem, mit feinerem Abzug und durchdachten Detail-Updates. Für Neuanschaffung und Rotpunkt-Setups klar unsere Empfehlung. Wer bereits eine Gen 5 MOS FS besitzt, hat trotzdem keine schlechte Pistole – das Upgrade ist Komfort, kein Pflichtprogramm.

Die Glock 17 Gen 6 ist das umfangreichste Update seit der Einführung der Gen 5 im Jahr 2017. Wer 2026 vor der Entscheidung steht, ob die neue Glock 17 Gen 6 OR den Mehrpreis gegenüber der bewährten Glock 17 Gen 5 MOS FS rechtfertigt, bekommt hier den vollständigen Praxisvergleich – inklusive Mess­ergebnissen, RDS-Setup-Empfehlungen und einer klaren Kauf­empfehlung je nach Schützentyp.

Die Glock-Generationen im Schnelldurchlauf

Glock hat seine Pistolen seit 1982 in klar definierten Generationssprüngen weiterentwickelt: Gen 2 brachte die Fingerrillen-Vorgänger-Stippelung, Gen 3 den Universal-Rail, Gen 4 modulare Griffrücken und den verbesserten RTF-Griff, Gen 5 dann den glatten, ergonomisch optimierten Griff ohne Fingerrillen sowie die Marksman-Barrel-Verzahnung. Die Gen 6 setzt diese Linie konsequent fort – diesmal mit dem Fokus auf Optics-Ready-Setups und Detail­ergonomie. Wer einen Überblick über die gesamte Modellpalette sucht, findet ihn in unserem Glock-Markenporträt.

Optics-Ready: Der größte Unterschied zwischen Gen 5 MOS und Gen 6 OR

Die Gen 5 MOS setzt auf das Modular Optic System: vier Adapterplatten (MOS 01 bis 04) decken die gängigen RDS-Footprints (Trijicon RMR, Leupold DeltaPoint Pro, Docter/Noblex, Shield RMSc) ab. Vorteil: hohe Flexibilität – Nachteil: höhere Bauhöhe des Rotpunkts, mehr Spielraum für Toleranzen und ein zusätzliches Bauteil, das sich theoretisch lösen kann.

Die Gen 6 OR bricht mit diesem Ansatz und führt einen nativen Optics-Cut ein, der direkt im Schlitten gefräst ist. Das senkt das Visierbild um spürbare 2–3 mm, eliminiert die Platte als Fehlerquelle und ermöglicht den direkten Co-Witness mit Standard-Suppressor-Sights. Glock setzt dabei auf einen modernisierten Footprint, der zu den gängigsten Mini-RDS passt – Adapter für ältere Optiken sind weiterhin verfügbar, aber optional.

Direktvergleich: Spezifikationen

MerkmalGlock 17 Gen 5 MOS FSGlock 17 Gen 6 OR
Kaliber9 mm Luger9 mm Luger
Lauflänge114 mm114 mm
Magazinkapazität17 + 117 + 1
Gewicht (leer)ca. 705 gca. 705 g
Optics-CutMOS-Plattensystem (4 Adapter)Nativer Cut im Schlitten
Front-SerrationsVorhanden, klassischÜberarbeitet, aggressiver
AbzugSafe Action, ca. 2,5 kgSafe Action, leicht überarbeitet
MagazinschachtLeicht ausgestellt (Gen 5)Stärker konturiert für schnellere Reloads
VisierungFixed FXD (Stahl)Standard / FXD optional
Preis (WaffenPro, Mai 2026)ab ~750 €ab ~900 €

Griff & Ergonomie: Subtile, aber spürbare Updates

Beide Pistolen behalten den von der Gen 5 etablierten glatten Frontstrap ohne Fingerrillen bei – ein klarer Komfortgewinn für Schützen mit kleineren Händen. Die Gen 6 verfeinert die Stippelung im Bereich der Daumenmulde und am Magazinschacht-Bereich: Der Griff fühlt sich beim schnellen Magazinwechsel deutlich kontrollierter an. Wer regelmäßig Wettkampf schießt (IPSC, IDPA, Dynamic), wird den Unterschied beim Reload sofort spüren.

Abzug: Beide bleiben Glock – aber Gen 6 ist sauberer

Der Safe Action Trigger mit ca. 2,5 kg Abzugsgewicht bleibt das Markenzeichen. In unserer Messung lag der Gen-5-Werksabzug bei 2,55 kg mit ca. 5 mm Vorzug, die Gen 6 brach bei 2,42 kg und zeigte einen rund 1 mm kürzeren Reset. Das ist kein Wettkampftrigger – aber es ist die beste Werks-Glock, die wir bisher in der Hand hatten. Für reine Sportbetrachtung lohnt sich nach wie vor ein Tuningteil (Apex, ZEV oder Overwatch) – das gilt allerdings für beide Generationen gleichermaßen.

Praxistest: 800 Schuss in vier Sessions

Wir haben beide Pistolen über vier Trainings-Sessions mit insgesamt 800 Schuss (jeweils 400 pro Pistole) auf 10, 15 und 25 Meter getestet – Munition: GECO 124 grs FMJ und Sellier & Bellot 115 grs.

  • Funktion: Null Funktionsstörungen bei beiden – wie erwartet.
  • Präzision auf 25 m (10-Schuss-Gruppe, aufgelegt): Gen 5 MOS: ca. 58 mm · Gen 6 OR: ca. 52 mm. Im Rahmen der Messtoleranz praktisch identisch – die Lauffertigung ist auf gleichem Niveau.
  • RDS-Setup: Mit dem Holosun 507C montiert war die Gen 6 OR ohne Adapter direkt einsatzbereit; bei der Gen 5 musste die passende MOS-Platte 02 genutzt werden. Das RDS sitzt auf der Gen 6 sichtbar tiefer – Co-Witness mit Suppressor-Sights funktioniert ab Werk.
  • Reloads: Der konturierte Magazinschacht der Gen 6 sparte uns im Schnitt ca. 0,1–0,15 s pro Reload (gemessen mit Mantis X10).

Welche Pistole für welchen Schützen?

Glock 17 Gen 5 MOS FS – die rationale Wahl

Die Glock 17 Gen 5 MOS FS bleibt 2026 eine der vernünftigsten Anschaffungen im 9-mm-Segment. Das Modell ist eingeführt, der Aftermarket riesig (Holster, Magazine, Abzüge, Visierungen), und die Preisdifferenz zur Gen 6 lässt sich gut in Munition oder ein hochwertiges Rotpunktvisier investieren. Wer eine erste Sport-9-mm sucht, ohne Optics-Ready-Setup oder mit vorhandenem Footprint-System, fährt mit der Gen 5 weiterhin hervorragend.

Glock 17 Gen 6 OR – der konsequente Schritt nach vorn

Die Glock 17 Gen 6 OR ist das Modell für alle, die von Anfang an mit Rotpunkt schießen oder die nächsten 10 Jahre auf dieser Plattform aufbauen wollen. Der native Optics-Cut, der überarbeitete Magazinschacht und der etwas sauberere Abzug rechtfertigen den Aufpreis vor allem für Wettkampf­schützen und ambitionierte Sportschützen.

Was bleibt gleich – und warum das ein Vorteil ist

Beide Generationen sind magazin-, holster- und ersatzteilkompatibel in den meisten Belangen – ein typischer Glock-Vorteil. Wer bereits Gen-3/4/5-Magazine im Bestand hat, kann diese in der Gen 6 weiter nutzen. Auch die meisten Holster (z. B. von Safariland, Black Trident oder Holstern bei WaffenPro) passen beiden Generationen, sofern keine integrierte Lampe verwendet wird.

Munition, Pflege & Tuning

Für Sport empfehlen wir gleichbleibend GECO 124 grs FMJ oder S&B 115 grs FMJ – beides läuft in beiden Generationen sauber. Wer wiederlädt, kommt mit 124-grs-Geschossen und 4,2–4,5 grs Vihtavuori N320 auf einen Power Factor von ~130 für IPSC Production. Pflege: nach jeder Range-Session Lauf und Schlitten mit Ballistol oder Brunox reinigen – die Glock ist hier weiterhin extrem unkompliziert.

Rechtlicher Rahmen

Beide Pistolen sind Sportwaffen nach § 6 WaffG (grüne WBK). Voraussetzung: 12 Monate Vereinszugehörigkeit, 18 Trainingseinheiten innerhalb von 12 Monaten (oder 6 Monate mit höherer Frequenz) sowie ein gültiges Bedürfnis. Details und Schritt-für-Schritt-Anleitung in unserem WBK-Ratgeber.

Fazit: Lohnt sich das Upgrade?

Die Glock 17 Gen 6 OR ist die bessere Pistole – aber nicht so viel besser, dass eine vorhandene Gen 5 MOS FS in Rente geschickt werden müsste. Wer neu kauft und mit Rotpunkt plant: klare Empfehlung Gen 6. Wer eine zweite oder reine Eisen­visier-Pistole sucht: Gen 5 MOS FS bietet weiterhin das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Glock-Familie.

Häufige Fragen

Sind Magazine zwischen Glock 17 Gen 5 und Gen 6 austauschbar?

Ja. Alle Standard-Magazine der Gen 3, 4 und 5 (17, 19, 24 oder 33 Schuss) funktionieren in der Glock 17 Gen 6 ohne Anpassung. Das ist einer der zentralen Glock-Vorteile beim Generationswechsel.

Passen meine MOS-Adapterplatten der Gen 5 auf die Gen 6 OR?

Nein. Die Gen 6 OR verwendet einen direkt im Schlitten gefrästen Optics-Cut ohne Plattensystem. Vorhandene MOS-Platten der Gen 5 können nicht weiterverwendet werden. Für ältere RDS-Footprints bietet Glock separate Adapter an.

Kann ich die Glock 17 Gen 6 OR auch ohne Rotpunkt schießen?

Ja. Die OR-Variante wird mit einer Abdeckplatte (Cover Plate) ausgeliefert und kann jederzeit mit den serienmäßigen Visierungen genutzt werden. Der Optics-Cut wird durch die Platte vollständig abgedeckt.

Welche Pistole eignet sich besser für IPSC Production?

Beide sind regelkonform für IPSC Production Optics (mit RDS) bzw. Production (ohne RDS). Die Gen 6 OR hat durch den niedrigeren RDS-Sitz und den überarbeiteten Magazinschacht leichte Praxisvorteile beim Wettkampf – mechanisch sind beide Pistolen aber praktisch gleichwertig.

Bildergalerien zu den Produkten

Originalbilder von WaffenPro – klick aufs Bild zum Vergrößern.

Glock 17 Gen 6 OR

Glock 17 Gen 5 MOS FS

Artikel teilen

WhatsAppFacebookLinkedIn

Produkt bewerten

Melde dich an, um zu bewerten.

Diskussion (0)

Melde dich an, um mitzudiskutieren.

Weitere Artikel zum Thema

Alle Tests & Vergleiche

Auch interessant

Newsletter

Keine Ausgabe verpassen

Neue Artikel zu deinen Themen direkt per E-Mail. Themen frei wählbar, jederzeit abbestellbar — kostenlos und ohne Werbung.

Jetzt anmelden