Glock 17 Gen 5 vs. Gen 6 im Vergleich: Lohnt das Upgrade auf die neue Generation?
Die Glock 17 Gen 6 ist da. Wir vergleichen die neue OR-Variante direkt mit der etablierten Gen 5 MOS FS – Optics-Cut, Trigger, Magazinschacht, Griff und Praxisverhalten. Welche Generation gewinnt für Sportschützen 2026?
Glock 17 Gen 5 vs. Gen 6 im Vergleich: Lohnt das Upgrade auf die neue Generation?
Technische Daten
- Kaliber
- 9 mm Luger (9 x 19)
- Lauflänge
- 114 mm (4,49")
- Magazinkapazität
- 17 + 1 (Standard)
- Abzug
- Safe Action, ca. 2,5 kg
- Gewicht (leer)
- ca. 705 g
- Visierung
- Fixed FXD bzw. Standard, Optics-Ready
- Optics-Cut
- Gen 5: MOS-Plattensystem · Gen 6: nativer Cut
Pro
- Gen 6: nativer Optics-Cut ohne Plattensystem – flacher RDS-Sitz
- Beide Generationen: bewährte Glock-Zuverlässigkeit & Reservoir an Aftermarket
- Gen 5 MOS FS weiterhin sehr fair bepreist (~720–780 €)
- Identisches Bedienkonzept – kein Umlernen beim Wechsel
- Beide BKA-konform für Sport gemäß § 6 WaffG
Fazit
Die Gen 6 OR ist die rundere, modernere Plattform – ohne Plattensystem, mit feinerem Abzug und durchdachten Detail-Updates. Für Neuanschaffung und Rotpunkt-Setups klar unsere Empfehlung. Wer bereits eine Gen 5 MOS FS besitzt, hat trotzdem keine schlechte Pistole – das Upgrade ist Komfort, kein Pflichtprogramm.
Die Glock 17 Gen 6 ist das umfangreichste Update seit der Einführung der Gen 5 im Jahr 2017. Wer 2026 vor der Entscheidung steht, ob die neue Glock 17 Gen 6 OR den Mehrpreis gegenüber der bewährten Glock 17 Gen 5 MOS FS rechtfertigt, bekommt hier den vollständigen Praxisvergleich – inklusive Messergebnissen, RDS-Setup-Empfehlungen und einer klaren Kaufempfehlung je nach Schützentyp.
Die Glock-Generationen im Schnelldurchlauf
Glock hat seine Pistolen seit 1982 in klar definierten Generationssprüngen weiterentwickelt: Gen 2 brachte die Fingerrillen-Vorgänger-Stippelung, Gen 3 den Universal-Rail, Gen 4 modulare Griffrücken und den verbesserten RTF-Griff, Gen 5 dann den glatten, ergonomisch optimierten Griff ohne Fingerrillen sowie die Marksman-Barrel-Verzahnung. Die Gen 6 setzt diese Linie konsequent fort – diesmal mit dem Fokus auf Optics-Ready-Setups und Detailergonomie. Wer einen Überblick über die gesamte Modellpalette sucht, findet ihn in unserem Glock-Markenporträt.
Optics-Ready: Der größte Unterschied zwischen Gen 5 MOS und Gen 6 OR
Die Gen 5 MOS setzt auf das Modular Optic System: vier Adapterplatten (MOS 01 bis 04) decken die gängigen RDS-Footprints (Trijicon RMR, Leupold DeltaPoint Pro, Docter/Noblex, Shield RMSc) ab. Vorteil: hohe Flexibilität – Nachteil: höhere Bauhöhe des Rotpunkts, mehr Spielraum für Toleranzen und ein zusätzliches Bauteil, das sich theoretisch lösen kann.
Die Gen 6 OR bricht mit diesem Ansatz und führt einen nativen Optics-Cut ein, der direkt im Schlitten gefräst ist. Das senkt das Visierbild um spürbare 2–3 mm, eliminiert die Platte als Fehlerquelle und ermöglicht den direkten Co-Witness mit Standard-Suppressor-Sights. Glock setzt dabei auf einen modernisierten Footprint, der zu den gängigsten Mini-RDS passt – Adapter für ältere Optiken sind weiterhin verfügbar, aber optional.
Direktvergleich: Spezifikationen
| Merkmal | Glock 17 Gen 5 MOS FS | Glock 17 Gen 6 OR |
|---|---|---|
| Kaliber | 9 mm Luger | 9 mm Luger |
| Lauflänge | 114 mm | 114 mm |
| Magazinkapazität | 17 + 1 | 17 + 1 |
| Gewicht (leer) | ca. 705 g | ca. 705 g |
| Optics-Cut | MOS-Plattensystem (4 Adapter) | Nativer Cut im Schlitten |
| Front-Serrations | Vorhanden, klassisch | Überarbeitet, aggressiver |
| Abzug | Safe Action, ca. 2,5 kg | Safe Action, leicht überarbeitet |
| Magazinschacht | Leicht ausgestellt (Gen 5) | Stärker konturiert für schnellere Reloads |
| Visierung | Fixed FXD (Stahl) | Standard / FXD optional |
| Preis (WaffenPro, Mai 2026) | ab ~750 € | ab ~900 € |
Griff & Ergonomie: Subtile, aber spürbare Updates
Beide Pistolen behalten den von der Gen 5 etablierten glatten Frontstrap ohne Fingerrillen bei – ein klarer Komfortgewinn für Schützen mit kleineren Händen. Die Gen 6 verfeinert die Stippelung im Bereich der Daumenmulde und am Magazinschacht-Bereich: Der Griff fühlt sich beim schnellen Magazinwechsel deutlich kontrollierter an. Wer regelmäßig Wettkampf schießt (IPSC, IDPA, Dynamic), wird den Unterschied beim Reload sofort spüren.
Abzug: Beide bleiben Glock – aber Gen 6 ist sauberer
Der Safe Action Trigger mit ca. 2,5 kg Abzugsgewicht bleibt das Markenzeichen. In unserer Messung lag der Gen-5-Werksabzug bei 2,55 kg mit ca. 5 mm Vorzug, die Gen 6 brach bei 2,42 kg und zeigte einen rund 1 mm kürzeren Reset. Das ist kein Wettkampftrigger – aber es ist die beste Werks-Glock, die wir bisher in der Hand hatten. Für reine Sportbetrachtung lohnt sich nach wie vor ein Tuningteil (Apex, ZEV oder Overwatch) – das gilt allerdings für beide Generationen gleichermaßen.
Praxistest: 800 Schuss in vier Sessions
Wir haben beide Pistolen über vier Trainings-Sessions mit insgesamt 800 Schuss (jeweils 400 pro Pistole) auf 10, 15 und 25 Meter getestet – Munition: GECO 124 grs FMJ und Sellier & Bellot 115 grs.
- Funktion: Null Funktionsstörungen bei beiden – wie erwartet.
- Präzision auf 25 m (10-Schuss-Gruppe, aufgelegt): Gen 5 MOS: ca. 58 mm · Gen 6 OR: ca. 52 mm. Im Rahmen der Messtoleranz praktisch identisch – die Lauffertigung ist auf gleichem Niveau.
- RDS-Setup: Mit dem Holosun 507C montiert war die Gen 6 OR ohne Adapter direkt einsatzbereit; bei der Gen 5 musste die passende MOS-Platte 02 genutzt werden. Das RDS sitzt auf der Gen 6 sichtbar tiefer – Co-Witness mit Suppressor-Sights funktioniert ab Werk.
- Reloads: Der konturierte Magazinschacht der Gen 6 sparte uns im Schnitt ca. 0,1–0,15 s pro Reload (gemessen mit Mantis X10).
Welche Pistole für welchen Schützen?
Glock 17 Gen 5 MOS FS – die rationale Wahl
Die Glock 17 Gen 5 MOS FS bleibt 2026 eine der vernünftigsten Anschaffungen im 9-mm-Segment. Das Modell ist eingeführt, der Aftermarket riesig (Holster, Magazine, Abzüge, Visierungen), und die Preisdifferenz zur Gen 6 lässt sich gut in Munition oder ein hochwertiges Rotpunktvisier investieren. Wer eine erste Sport-9-mm sucht, ohne Optics-Ready-Setup oder mit vorhandenem Footprint-System, fährt mit der Gen 5 weiterhin hervorragend.
Glock 17 Gen 6 OR – der konsequente Schritt nach vorn
Die Glock 17 Gen 6 OR ist das Modell für alle, die von Anfang an mit Rotpunkt schießen oder die nächsten 10 Jahre auf dieser Plattform aufbauen wollen. Der native Optics-Cut, der überarbeitete Magazinschacht und der etwas sauberere Abzug rechtfertigen den Aufpreis vor allem für Wettkampfschützen und ambitionierte Sportschützen.
Was bleibt gleich – und warum das ein Vorteil ist
Beide Generationen sind magazin-, holster- und ersatzteilkompatibel in den meisten Belangen – ein typischer Glock-Vorteil. Wer bereits Gen-3/4/5-Magazine im Bestand hat, kann diese in der Gen 6 weiter nutzen. Auch die meisten Holster (z. B. von Safariland, Black Trident oder Holstern bei WaffenPro) passen beiden Generationen, sofern keine integrierte Lampe verwendet wird.
Munition, Pflege & Tuning
Für Sport empfehlen wir gleichbleibend GECO 124 grs FMJ oder S&B 115 grs FMJ – beides läuft in beiden Generationen sauber. Wer wiederlädt, kommt mit 124-grs-Geschossen und 4,2–4,5 grs Vihtavuori N320 auf einen Power Factor von ~130 für IPSC Production. Pflege: nach jeder Range-Session Lauf und Schlitten mit Ballistol oder Brunox reinigen – die Glock ist hier weiterhin extrem unkompliziert.
Rechtlicher Rahmen
Beide Pistolen sind Sportwaffen nach § 6 WaffG (grüne WBK). Voraussetzung: 12 Monate Vereinszugehörigkeit, 18 Trainingseinheiten innerhalb von 12 Monaten (oder 6 Monate mit höherer Frequenz) sowie ein gültiges Bedürfnis. Details und Schritt-für-Schritt-Anleitung in unserem WBK-Ratgeber.
Fazit: Lohnt sich das Upgrade?
Die Glock 17 Gen 6 OR ist die bessere Pistole – aber nicht so viel besser, dass eine vorhandene Gen 5 MOS FS in Rente geschickt werden müsste. Wer neu kauft und mit Rotpunkt plant: klare Empfehlung Gen 6. Wer eine zweite oder reine Eisenvisier-Pistole sucht: Gen 5 MOS FS bietet weiterhin das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Glock-Familie.
Häufige Fragen
Sind Magazine zwischen Glock 17 Gen 5 und Gen 6 austauschbar?
Ja. Alle Standard-Magazine der Gen 3, 4 und 5 (17, 19, 24 oder 33 Schuss) funktionieren in der Glock 17 Gen 6 ohne Anpassung. Das ist einer der zentralen Glock-Vorteile beim Generationswechsel.
Passen meine MOS-Adapterplatten der Gen 5 auf die Gen 6 OR?
Nein. Die Gen 6 OR verwendet einen direkt im Schlitten gefrästen Optics-Cut ohne Plattensystem. Vorhandene MOS-Platten der Gen 5 können nicht weiterverwendet werden. Für ältere RDS-Footprints bietet Glock separate Adapter an.
Kann ich die Glock 17 Gen 6 OR auch ohne Rotpunkt schießen?
Ja. Die OR-Variante wird mit einer Abdeckplatte (Cover Plate) ausgeliefert und kann jederzeit mit den serienmäßigen Visierungen genutzt werden. Der Optics-Cut wird durch die Platte vollständig abgedeckt.
Welche Pistole eignet sich besser für IPSC Production?
Beide sind regelkonform für IPSC Production Optics (mit RDS) bzw. Production (ohne RDS). Die Gen 6 OR hat durch den niedrigeren RDS-Sitz und den überarbeiteten Magazinschacht leichte Praxisvorteile beim Wettkampf – mechanisch sind beide Pistolen aber praktisch gleichwertig.
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