Falke EBIIS35 3,5×36 im Test: Prismenvisier mit BDCi762-Absehen
Falke EBIIS35 Test 2026: Prismenvisier 3,5×36 mit BDC 7,62
Falke EBIIS35 3,5×36 im Test: Prismenvisier mit BDCi762-Absehen
Technische Daten
- Vergrößerung
- 3,5× (fix)
- Objektiv
- 36 mm
- Absehen
- PRISM BDCi762, geätzt, rot beleuchtet
- Helligkeitsstufen
- 11 (9 Tageslicht / 2 Nachtsicht)
- Sehfeld
- 6,5° | 11,3 m auf 100 m
- Augenabstand
- ca. 64 mm
- Austrittspupille
- 10 mm
- Dioptrienverstellung
- +3 / −3
- Parallaxe
- parallaxefrei auf 100 m
- Verstellbereich
- 23,3 MRAD (Höhe & Seite)
- Klickwert
- 0,15 MRAD
- Rückstoßfestigkeit
- bis 1500 G (.50 BMG)
- Wasserdichtigkeit
- IPX8
- Batterie
- CR123A, bis 110.000 h (Stufe 6)
- Gehäuse
- Forged 7075-T6 Aluminium
- Maße
- 152,7 × 78,6 × 40,3 mm
- Gewicht
- 540 g
- Montage
- ACOG-kompatible QR-Montage, Picatinny MIL-STD-1913
- Artikelnummer
- FAL30-0079
Pro
- Geätztes BDCi762-Absehen – auch ohne Batterie voll nutzbar
- Dioptrienausgleich (+3/-3) – ideal für Brillenträger
- Geschmiedetes 7075-T6-Gehäuse, rückstoßfest bis 1500 G
- Bis zu 110.000 h Batterielaufzeit mit einer CR123A
- RMR-Footprint auf der Oberseite für ein 1×-Red-Dot
- ACOG-kompatible QR-Schnellspannmontage für Picatinny (MIL-STD-1913)
- IPX8, stickstoffgefüllt, KillFlash-Wabenfilter im Lieferumfang
Fazit
Das Falke EBIIS35 ist die konsequente Antwort auf die Frage, was zwischen Red Dot und LPVO passt: 3,5-fach fix, geätztes Absehen ohne Stromabhängigkeit, kompromisslose Mechanik und eine Montagelösung, die sowohl QR-Wechsel als auch ein aufgesetztes Red Dot erlaubt. Wer eine robuste Universaloptik für den .308-Halbautomaten oder das Dienstgewehr sucht und mit 540 g leben kann, bekommt hier eine sehr überzeugende ACOG-Alternative aus Krefeld.
Zwischen dem 1×-Red-Dot und dem variablen LPVO klafft eine Lücke, die Prismenvisiere seit Jahren füllen. Das Falke EBIIS35 3,5×36 aus dem Hause Waffen Schumacher in Krefeld ist der aktuelle deutsche Beitrag zu dieser Bauform: fixe 3,5-fache Vergrößerung, ein geätztes BDCi762-Absehen, das auch bei leerer Batterie sichtbar bleibt, und eine Mechanik, die bis 1500 G Rückstoß freigegeben ist.
Warum ein Prismenvisier statt Red Dot oder LPVO?
Ein Prismenvisier arbeitet mit einem Umkehrprisma statt eines langen Linsensystems. Dadurch baut es bei gleicher Vergrößerung deutlich kürzer als ein klassisches Zielfernrohr. Der entscheidende Praxisvorteil gegenüber jedem Reflexvisier: Das Absehen ist in eine Glasfläche geätzt und damit rein mechanisch vorhanden. Fällt die Elektronik aus, bleibt ein schwarzes, voll nutzbares Absehen stehen – ein Punkt, den Behördenanwender regelmäßig als Ausschlusskriterium gegenüber reinen Red Dots nennen.
Der zweite Vorteil betrifft Schützen mit Astigmatismus: Wo ein LED-Punkt im Reflexvisier zum verzogenen Kometen wird, bleibt das geätzte Absehen des EBIIS35 gestochen scharf. Wer die Bauformen grundsätzlich gegeneinander abwägt, findet im Drückjagd-Optik-Ratgeber den direkten Vergleich.
Optik und Absehen in der Praxis
Das BDCi762-Absehen ist auf .308 Winchester / 7,62 × 51 abgestimmt und bietet unter dem zentralen Zielpunkt gestaffelte Haltepunkte für den überhöhten Anhalt auf Distanz. Die Beleuchtung arbeitet in 11 Stufen – neun für Tageslicht, zwei für den Nachtsichtbetrieb. Die untersten Stufen sind sauber abgedunkelt und blühen im Restlichtverstärker nicht aus, die oberste Stufe bleibt bei Gegenlicht am Waldrand gerade noch ablesbar, ohne echtes Daylight-Bright-Niveau zu erreichen.
Optisch liefert das voll mehrfachvergütete Linsensystem ein neutrales, kontrastreiches Bild mit sauberer Randabbildung. Kritischer Punkt jeder Prismenoptik ist der Augenabstand: Mit rund 64 mm ist das EBIIS35 vergleichsweise tolerant für die Bauform, verlangt aber trotzdem eine reproduzierbare Kopfposition. Wer aus wechselnden Anschlägen schießt, sollte die Montageposition sorgfältig einrichten – die Schaftkappenlänge entscheidet hier über die Trefferlage.
Der Dioptrienausgleich von +3 bis −3 ist ein unterschätztes Detail: Brillenträger können das Absehen exakt auf ihre Sehstärke scharf stellen, was bei geätzten Absehen anders als beim Leuchtpunkt zwingend notwendig ist.
Montage: QR-Wechsel plus RMR-Footprint
Falke liefert das EBIIS35 mit einer ACOG-kompatiblen Schnellspannmontage für Picatinny-Schienen nach MIL-STD-1913. Die Montage lässt sich werkzeuglos lösen und kehrt im Test mit vernachlässigbarer Abweichung in die Nullstellung zurück – wichtig für alle, die zwischen Optik und mechanischer Visierung wechseln oder die Waffe getrennt transportieren.
Auf der Oberseite sitzt ein RMR-Footprint. Damit lässt sich ein 1×-Reflexvisier huckepack montieren, das auf kurze Distanz oder im Nachtsichtbetrieb die schnelle Zielerfassung übernimmt, während das Prisma für den mittleren Bereich zuständig bleibt. Als Aufsatz passt beispielsweise das kompakte Falke LE QL Gen2 oder ein Open-Reflex wie das Burris FastFire IV.
Robustheit, Strom und Wetter
Das Gehäuse besteht aus geschmiedetem 7075-T6-Aluminium, ist stickstoffgefüllt und nach IPX8 wasserdicht. Die Rückstoßfreigabe bis 1500 G deckt auch schwere Kaliber bis .50 BMG ab – für den typischen Einsatz auf .308- oder .223-Halbautomaten also mit reichlich Reserve. Beschlagfreiheit war im Test auch beim Wechsel vom beheizten Fahrzeug in Nachtfrost kein Thema.
Die Stromversorgung übernimmt eine CR123A mit einer Laufzeit von bis zu 110.000 Stunden auf mittlerer Helligkeitsstufe. Praktisch bedeutet das: Batterie einmal jährlich prophylaktisch tauschen und nie wieder darüber nachdenken. Ein KillFlash-Wabenfilter liegt bei und verhindert verräterische Reflexionen, kostet aber wie bei jeder Optik etwas Lichttransmission.
Für wen lohnt sich das EBIIS35?
| Einsatz | Eignung |
|---|---|
| .308-Halbautomat, 0–300 m | Sehr gut – BDC-Absehen passt zur Ballistik |
| Dynamische Sportdisziplinen | Gut, mit aufgesetztem Red Dot auf kurze Distanz |
| Behörden- und Einsatztraining | Sehr gut – geätztes Absehen, NV-tauglich, IPX8 |
| Drückjagd | Bedingt – 3,5× fix ist für flüchtiges Wild recht viel |
| Präzision über 300 m | Eingeschränkt – dafür ist ein variables Zielfernrohr die bessere Wahl |
Innerhalb des Herstellersortiments steht das EBIIS35 damit zwischen den Reflexvisieren und den variablen Modellen – wie sich die Familien insgesamt sortieren, zeigt unser FALKE Marken-Porträt. Passendes Pflegezubehör für Linsen und Montage findest du im Waffenpflege-Ratgeber.
Preis und Verfügbarkeit
Das Falke EBIIS35 3,5×36 (Art.-Nr. FAL30-0079) liegt aktuell bei rund 795 €. Damit positioniert es sich klar unterhalb vergleichbarer US-Prismenvisiere derselben Klasse, ohne bei Gehäusematerial, Dichtigkeit oder Absehenqualität nachzugeben. Erhältlich ist es unter anderem beim Fachhändler WaffenPro.
Bedienungsanleitung
Die komplette offizielle Bedienungsanleitung zum Falke EBIIS35 – mit allen Schritten zur Montage, Verstellung, Batteriewechsel und Absehenbeschreibung – kannst du dir hier als PDF herunterladen:
📄 Bedienungsanleitung FALKE EBIIS35 (PDF, deutsch)
Häufige Fragen
Funktioniert das Falke EBIIS35 auch ohne Batterie?
Ja. Das BDCi762-Absehen ist in das Glas geätzt und bleibt als schwarzes Absehen vollständig nutzbar, wenn die Beleuchtung aus ist oder die CR123A leer ist. Die rote Beleuchtung ist ein Komfortmerkmal, keine Voraussetzung.
Passt das BDC-Absehen auch auf .223 Remington?
Die Haltepunkte sind auf 7,62 × 51 / .308 Winchester gerechnet. Auf .223 lässt sich das Visier problemlos nutzen, die BDC-Marken weichen dann aber von der tatsächlichen Flugbahn ab – hier hilft eine eigene Schusstafel nach dem Einschießen auf 100 m.
Kann ich ein Red Dot auf dem EBIIS35 montieren?
Ja, die Oberseite bietet einen RMR-Footprint. Damit lassen sich gängige Mini-Red-Dots direkt aufsetzen, um auf kurze Distanz oder im Nachtsichtbetrieb ein 1×-Zielbild zu haben.
Was kostet das Falke EBIIS35 und wo bekomme ich es?
Der Marktpreis liegt bei rund 795 € inklusive MwSt. Verfügbar ist das Prismenvisier unter anderem bei WaffenPro; Optiken sind frei erwerbbar und benötigen keine waffenrechtlichen Dokumente.
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