CZ 457 Target .22 lfB im Test: Matchbüchse mit Alu-Chassis
CZ 457 Target Test 2026: KK-Matchbüchse in .22 lfB im Check
CZ 457 Target .22 lfB im Test: Matchbüchse mit Alu-Chassis
Technische Daten
- Kaliber
- .22 lfB
- Lauflänge
- 660 mm (26"), schwerer Match-Lauf
- Gesamtlänge
- 1.151–1.182 mm (je nach Kappenstellung)
- Gewicht
- 5.200 g
- Abzug
- zweistufig, ca. 90–180 g, voll einstellbar
- Schaft
- Duraluminium-Chassis, eloxiert, mehrachsig verstellbar
- Magazin
- Einzellader-Einsteckmagazin
- Mündung
- Diffusor
- Montage
- 11 mm Schwalbenschwanz
- Offene Visierung
- nein (Diopter/Korn separat)
- Preis
- UVP 3.099 €, aktuell ab ca. 2.913 €
Pro
- Voll verstellbares Duraluminium-Chassis – Backe, Kappe und Griff einzeln anpassbar
- Fliegengewicht-Abzug ab ca. 110 g, zweistufig und fein justierbar
- Schwerer 660-mm-Match-Lauf mit Diffusor – sehr ruhiges Mündungsverhalten
- 5,2 kg Masse beruhigen den Stehend- und Kniendanschlag spürbar
- 11-mm-Schwalbenschwanz nimmt Diopter, Korntunnel und Zusatzgewichte auf
- Wartungsfreundliche 457er-Aktion mit 60°-Verschlussweg
Fazit
Die CZ 457 Target ist die konsequenteste Ausbaustufe der 457er-Plattform: Wer ISSF-nahe Disziplinen oder Auflage schießt und ein Gewehr sucht, das sich exakt auf den eigenen Körper einstellen lässt, bekommt hier Wettkampftechnik zu einem Preis deutlich unterhalb klassischer Matchgewehre. Für Revier und Freihandschuss ist sie schlicht zu schwer.
Mit der CZ 457 Target verlässt die 457er-Plattform endgültig das Revier und zieht auf den 50-Meter-Stand um. Statt Holz- oder Polymerschaft trägt sie ein eloxiertes Duraluminium-Chassis, das sich an fast jedem Kontaktpunkt zum Schützen verstellen lässt. Wir haben die Matchbüchse über mehrere Trainingseinheiten im Stehend-, Knie- und Auflageanschlag geprüft.
Was die Target von den Jagdmodellen unterscheidet
Die Aktion ist die bekannte: 60-Grad-Verschlussweg, verschraubter Wechsellauf, amerikanische Sicherung. Alles darum herum ist jedoch für den Wettkampf neu gedacht. Das Chassis entstand in Zusammenarbeit mit dem Olympiasieger Matt Emmons und folgt der Logik eines Matchgewehrs: Der Pistolengriff lässt sich in drei Achsen drehen und kippen, die Schaftbacke wandert seitlich und in der Höhe – und zwar beidseitig, was Linksschützen entgegenkommt –, die Schaftkappe ist in fünf Achsen einstellbar. Wer schon einmal versucht hat, sich an einen starren Sportschaft anzupassen statt umgekehrt, merkt den Unterschied in der ersten Trainingseinheit.
Der zweite große Unterschied ist der Lauf: 660 Millimeter schweres Match-Profil mit Mündungsdiffusor. Die Masse allein bringt schon Ruhe ins Visierbild, der Diffusor nimmt den Gasaustritt weitgehend aus der Gleichung. Zusammen mit dem Gesamtgewicht von 5,2 Kilogramm ergibt sich ein Gewehr, das im Stehendanschlag deutlich weniger zittert als die leichteren Sportvarianten der Baureihe – dafür aber auch schlicht kein Gewehr mehr ist, das man länger als ein paar Minuten freihändig hält, ohne zu ermüden.
Der Abzug in der Praxis
CZ nennt das Abzugssystem "Flyweight", und der Name ist ernst gemeint: Werkseitig löst der zweistufige Abzug bei rund 110 Gramm aus, der Einstellbereich liegt etwa zwischen 90 und 180 Gramm. Das ist kein Wert, mit dem man sich an einem Jagdgewehr wohlfühlen würde, auf dem Stand ist es genau richtig. Der Vorweg ist sauber definiert, der Druckpunkt fühlbar, das Ausklinken passiert ohne Kriechen. Wichtig für Einsteiger im Sportsegment: Ein so leichter Abzug verzeiht keinen unsauberen Fingerkontakt – die ersten Serien fallen erfahrungsgemäß schlechter aus als mit dem gewohnten 1.200-Gramm-Abzug, bis sich die Hand daran gewöhnt hat.
Präzision und Munitionsverhalten
CZ gibt für den Match-Lauf Gruppierungen von 12 Millimetern auf 50 Meter an. Mit hochwertiger Matchmunition ist dieser Bereich realistisch erreichbar, mit Standard-Sportmunition landet man eher im Bereich um 20 bis 25 Millimeter. Kleinkaliber bleibt hier gnadenlos ehrlich: Kein Chassis der Welt gleicht schwankende Laborierungen aus. Wer die Büchse ernsthaft nutzt, sollte am Anfang eine Munitionsprobe über mehrere Chargen fahren und danach dieselbe Charge einkaufen. Ausführlicher gehen wir darauf im Sportschießen-Guide ein.
Zur Laufpflege: Ein Match-KK-Lauf verträgt keine grobe Behandlung. Bore-Guide verwenden, ausschließlich in Schussrichtung wischen und nicht bei jedem Standbesuch bis aufs Metall reinigen – viele Läufe brauchen nach einer Grundreinigung erst wieder 30 bis 50 Schuss, bis die Gruppierung stimmt. Passende Mittel und den Ablauf beschreiben wir im Waffenpflege-Ratgeber.
Zubehör und Montage
Die Target kommt ohne Visierung. Aufgenommen wird alles über eine 11-mm-Schwalbenschwanzführung – Diopter, Korntunnel und Zusatzgewichte lassen sich damit schnell montieren und reproduzierbar wieder anbringen. Wer stattdessen mit Zielfernrohr auf Auflage schießt, braucht passende 11-mm-Ringe oder eine Adapterschiene auf Picatinny. Kalkulieren Sie das Zubehör von Anfang an mit ein: Ein guter Diopter samt Ringkorn liegt schnell im dreistelligen Bereich.
Die Büchse ist ein Einzellader mit Einsteckmagazin – im Wettkampf ohnehin die Regel, für schnelles Trainingsschießen aber gewöhnungsbedürftig, wenn man von einem 5-Schuss-Magazin kommt.
Für wen lohnt sie sich?
Die 457 Target richtet sich an Schützen, die ISSF-nahe Disziplinen oder Auflage regelmäßig trainieren und ein Gewehr wollen, das sich exakt auf den eigenen Körperbau einstellen lässt – ohne gleich in ein klassisches Matchgewehr der Oberklasse zu investieren. Bei einem aktuellen Marktpreis um 2.913 € (UVP 3.099 €) liegt sie preislich zwischen ambitionierter Sport-KK und Wettkampfgerät. Wer dagegen vor allem im Revier unterwegs ist oder ein leichtes Allroundgewehr sucht, ist mit der CZ 457 Hunter Strata deutlich besser bedient.
Verfügbarkeit und aktuellen Preis prüfen Sie am besten direkt bei WaffenPro; das komplette Sortiment der Marke findet sich in der WaffenPro-Markenübersicht.
Häufige Fragen
Wie schwer ist die CZ 457 Target?
Rund 5,2 Kilogramm ohne Visierung. Mit Diopter, Korntunnel und Zusatzgewichten kommen je nach Aufbau 300 bis 700 Gramm dazu. Diese Masse ist im Anschlag gewollt, macht den Transport aber sperrig – ein gepolsterter Gewehrkoffer ist Pflicht.
Welche Präzision ist realistisch?
Der Hersteller nennt 12 Millimeter auf 50 Meter. Mit ausgesuchter Matchmunition und ruhiger Auflage ist das erreichbar, mit einfacher Standardmunition liegt man eher bei 20 bis 25 Millimetern. Eine Munitionsprobe über mehrere Chargen lohnt sich vor jedem größeren Einkauf.
Kann ich ein Zielfernrohr statt eines Diopters montieren?
Ja. Die 11-mm-Schwalbenschwanzführung nimmt entsprechende Ringe auf, alternativ lässt sich eine Adapterschiene auf Picatinny setzen. Achten Sie auf ausreichende Ringhöhe, damit das Objektiv über dem schweren Lauf frei steht.
Ist der 110-Gramm-Abzug für Einsteiger geeignet?
Er ist einstellbar, sollte am Anfang aber eher am oberen Ende des Bereichs geführt werden. Ein extrem leichter Abzug bestraft jeden unsauberen Fingerkontakt; wer sich schrittweise nach unten arbeitet, gewöhnt sich sauberer daran.
Artikel teilen













