Burris RT-6 1-6x24 Combo Kit im Test: LPVO, FastFire 3 und Montage im Set
Burris RT-6 1-6x24 Combo Kit Test 2026: LPVO-Set für AR15
Burris RT-6 1-6x24 Combo Kit im Test: LPVO, FastFire 3 und Montage im Set
Technische Daten
- Modell
- Burris RT-6 1-6x24 Combo Kit (RT-6 FastFire 3 Tactical Kit)
- Vergrößerung
- 1–6×
- Objektivdurchmesser
- 24 mm
- Mittelrohrdurchmesser
- 30 mm
- Bildebene
- Zweite Bildebene (RFP)
- Absehen
- Ballistic AR bzw. 4A Leuchtabsehen (DE), Ballistic 5X (US)
- Beleuchtung
- 11 Stufen, Drehrad, CR2032
- Sehfeld auf 100 m
- 32,0 – 5,6 m
- Augenabstand
- 84 – 102 mm
- Austrittspupille
- 5,2 – 1,5 mm
- Klickwert
- 1/2 MOA
- Verstellbereich
- 80 MOA Höhe / 80 MOA Seite
- Länge
- 262 mm
- Gewicht (Zielfernrohr)
- 720 g
- Lieferumfang
- RT-6 Zielfernrohr, FastFire 3, AR-P.E.P.R.-Montage, Throw Lever, Anleitung
- Referenz / EAN
- 192200475 / 000381004758
- UVP
- 949 € (aktuell 773,44 €)
Pro
- Echtes 1x ohne Bildversatz – mit beiden offenen Augen wie ein Rotpunkt nutzbar
- Sehr gutmütige Eye Box, verzeiht unsaubere Anschläge
- Kurze Bauform (262 mm) passt auf kurze Selbstlader
- Kompletter Satz inklusive Montage und Reflexvisier – deutlich günstiger als Einzelkauf
- Ballistic-Absehen mit Haltepunkten bis rund 600 m, 11-stufig beleuchtet
- Schnellverstellhebel ab Werk montierbar, 80 MOA Verstellreserve
Fazit
Das Burris RT-6 1-6x24 Combo Kit ist eines der überzeugendsten LPVO-Komplettpakete unter 800 €: echtes 1x, eine ungewöhnlich gutmütige Eye Box, kurze Bauform und ein Ballistic-Absehen, das auf 5,56 × 45 bzw. .223 Rem. abgestimmt ist. Dass Montage und ein vollwertiger FastFire 3 bereits enthalten sind, spart gegenüber dem Einzelkauf spürbar Geld und Abstimmungsaufwand. Wer den Rotpunkt ernsthaft nutzt, sollte ihn allerdings auf eine 45°-Offsetplatte setzen, statt ihn oben auf der Ringbrücke zu belassen. Für Einsteiger in 3-Gun, für Halbautomaten-Besitzer und für die Drückjagd eine klare Empfehlung – für reine Präzisionsdisziplinen oder späte Dämmerung greift man besser zu spezialisierterer Optik.
Ein LPVO, ein Reflexvisier und die passende Montage – fertig konfiguriert in einer Schachtel: Das Burris RT-6 1-6x24 Combo Kit (US-Bezeichnung „RT-6 FastFire 3 Tactical Kit“) ist eines der wenigen Komplettpakete, bei denen die Einzelteile wirklich aufeinander abgestimmt sind. Wir haben das Set aus RT-6-Zielfernrohr, FastFire-3-Rotpunkt und AR-P.E.P.R.-Montage auf einer AR15 in .223 Rem. montiert und über mehrere Trainingseinheiten zwischen 10 und 300 Metern geprüft.
Was im Karton liegt
Das Kit umfasst das RT-6 1-6x24 Zielfernrohr mit 30-mm-Mittelrohr, das FastFire-Reflexvisier in der dritten Generation sowie die AR-P.E.P.R.-Montage mit integriertem Picatinny-Aufsatz für den Rotpunkt. Dazu kommen Anleitung, Innensechskantschlüssel und Batterien. Wer die Teile einzeln kauft, zahlt spürbar mehr – genau darin liegt der Reiz des Sets. Bei WaffenPro liegt das Burris RT-6 1-6x24 Combo Kit aktuell bei 773,44 € statt 949 € UVP.
Montage auf der AR15
Die P.E.P.R.-Montage (Precision Emplacement Picatinny Rings) ist ein einteiliger Cantilever-Träger, der das Glas rund 50 mm nach vorn versetzt. Auf einer klassischen AR-Plattform mit durchgehender Oberschiene ergibt das genau die Augenabstandsposition, die man bei aufrechter Kopfhaltung braucht. Die Ringoberteile lassen sich umdrehen: einmal montiert man höher (für Kinnauflage am Rohrschaft), einmal tiefer. Anzugsdrehmoment laut Burris 18 in-lbs an den Ringen und 65 in-lbs an den Klemmmuttern – mit Drehmomentschlüssel arbeiten, sonst drückt man das Rohr ein.
Der FastFire 3 sitzt huckepack auf der vorderen Ringbrücke. Das ist die Standardlösung des Kits und funktioniert, verlangt aber ein deutliches Anheben des Kopfes vom Schaft. Wer viel zwischen Rotpunkt und Glas wechselt, montiert den FastFire besser auf einer 45°-Offsetplatte an der Handschutzschiene – die Aufnahme dafür ist Burris-typisch und im Zubehörhandel verfügbar. Auf Selbstladern wie der Schmeisser AR15 Solid Line oder dem Messerschmitt AR15 passt das Kit ohne Anpassung auf die Oberschiene.
Optik und Absehen in der Praxis
Das RT-6 arbeitet mit Absehen in der zweiten Bildebene (Rear Focal Plane). Das Absehen bleibt also über den gesamten Zoombereich gleich groß, die Haltepunkte gelten bei 6-facher Vergrößerung. In Deutschland wird das Kit mit dem Ballistic AR-Absehen mit Flugbahnkompensation bis rund 600 m sowie alternativ mit dem jagdlich orientierten 4A-Leuchtabsehen angeboten; die US-Variante trägt das Ballistic 5X mit unterbrochenem Mittelkreis. Alle Varianten sind beleuchtet, geregelt über ein Drehrad mit elf Helligkeitsstufen und Zwischenrasten in der Aus-Position.
Entscheidend für ein LPVO ist die Frage, ob die 1-fach-Stellung wirklich verzerrungsfrei ist. Beim RT-6 ist sie es: Mit beiden offenen Augen entsteht kein spürbarer Größenversatz zwischen Glas- und Direktbild, der beleuchtete Mittelkreis lässt sich wie ein Rotpunkt einsetzen. Die Eye Box ist für diese Preisklasse ausgesprochen gutmütig – 84 bis 102 mm Augenabstand und ein großzügiger seitlicher Spielraum verzeihen unsaubere Anschläge, was gerade bei dynamischen Disziplinen zählt. Bei 6-facher Vergrößerung wird der Sweet Spot enger, bleibt aber praxistauglich.
Die Randschärfe fällt zu den äußeren zehn Prozent hin sichtbar ab, und in der letzten Dämmerungsphase merkt man den Unterschied zu einem Premium-Glas mit 56-mm-Objektiv. Für Drückjagd, Schießstand und Wettkampf reicht die Leistung dagegen deutlich aus. Wer echte Dämmerungsleistung sucht, ist eher bei einem klassischen Jagdglas oder – auf große Distanz mit Ballistiklösung – beim Burris Eliminator 6 4-20x52 richtig.
Verstellung und Schnellverstellhebel
Die Türme sind gekapselt (Capped Tactical) und rasten in 1/2-MOA-Schritten mit hörbarem Klick. Der Gesamtverstellbereich beträgt 80 MOA in Höhe und Seite – für ein 1-6x-Glas mehr als genug. Das Einschießen auf 100 m war nach neun Schuss erledigt; die Box-Test-Wiederholgenauigkeit lag im Rahmen der Munitionsstreuung. Da die Türme abgedeckt sind, ist das RT-6 nicht als Dial-Optik für wechselnde Distanzen gedacht, sondern als Halte-Optik über das Absehen.
Der mitgelieferte Throw Lever wird auf den Vergrößerungsring geschraubt und macht den Weg von 1× auf 6× zu einer einzigen Handbewegung, ohne den Anschlag zu verlassen. Der Widerstand des Rings ist ab Werk eher straff – nach einigen Dutzend Wechseln wird er geschmeidiger.
Der FastFire 3 im Set
Der beiliegende FastFire 3 ist kein Alibi-Zugabe-Rotpunkt, sondern das seit Jahren bewährte Modell mit 3-MOA-Punkt, automatischer Helligkeitsanpassung und einem Gehäuse aus Aluminium. Die Batterie (CR1632) wird von oben gewechselt, ohne das Visier abzunehmen – die Nullung bleibt erhalten. Wer später auf die neuere Generation umsteigen will, findet in unserer Kaufberatung zum FastFire IV die Unterschiede bei Punktgrößen und Batteriefach; passende Modelle gibt es in der Kategorie Reflexvisiere.
Technische Daten im Überblick
Mit 262 mm Baulänge ist das RT-6 rund zwei bis drei Zentimeter kürzer als viele Mitbewerber im 1-6×24-Segment – auf kurzen Selbstladern mit langem Handschutz ein echtes Argument. 720 g Gewicht für das Glas plus Montage und Rotpunkt bringen die AR aber spürbar nach vorn; wer auf Gesamtgewicht optimiert, sollte das einkalkulieren.
Für wen lohnt sich das Kit?
Das RT-6 Combo Kit richtet sich an Sportschützen, die in dynamische Disziplinen wie 3-Gun oder Multigun einsteigen, an Halbautomaten-Besitzer, die eine universelle Optik für 10 bis 300 Meter suchen, und an Jäger, die eine kurze, robuste Drückjagdoptik mit Reserve für den weiteren Schuss wollen. Wer ausschließlich auf 100 m Präzision auf der Scheibe schießt, ist mit einem festvergrößernden Glas besser bedient; wer ausschließlich im Nahbereich arbeitet, kommt mit einem reinen Rotpunkt plus passender Montage günstiger weg.
Rechtlich gilt: Optiken und Reflexvisiere sind in Deutschland frei erwerbbar, die Nutzung auf der Jagd richtet sich nach dem jeweiligen Landesjagdgesetz. Für Selbstlader mit halbautomatischer Funktion gelten die bekannten waffenrechtlichen Vorgaben – einen Überblick gibt unser Beitrag zur Waffenrechtsnovelle.
Pflege und Zubehör
Bei einem LPVO auf einem Selbstlader landen Pulverschmauch und Öl regelmäßig auf der Objektivlinse. Linsen nur mit Blasebalg und Mikrofasertuch reinigen, Gewinde und Montageschrauben nach den ersten 200 Schuss auf Sitz prüfen. Passende Mittel dazu finden sich in unserem Ratgeber zur Waffenpflege.
Häufige Fragen
Was ist im Burris RT-6 1-6x24 Combo Kit enthalten?
Das Set besteht aus dem RT-6 1-6x24 Zielfernrohr mit 30-mm-Mittelrohr, dem FastFire-3-Reflexvisier inklusive Batterie sowie der einteiligen AR-P.E.P.R.-Cantilever-Montage. Dazu kommen der aufschraubbare Schnellverstellhebel, Montagewerkzeug und die Bedienungsanleitung.
Hat das RT-6 ein echtes 1-fach ohne Verzerrung?
Ja. In der 1×-Stellung entsteht mit beiden offenen Augen kein spürbarer Bildversatz, der beleuchtete Mittelpunkt lässt sich wie ein Rotpunkt nutzen. Genau das unterscheidet das RT-6 von günstigen LPVOs, die bei 1× leicht vergrößern.
Welches Absehen ist im deutschen Kit verbaut?
WaffenPro führt das Kit mit dem Ballistic AR-Absehen mit Flugbahnkompensation bis rund 600 m sowie alternativ mit dem jagdlich orientierten 4A-Leuchtabsehen. Die US-Version des Tactical Kit trägt das Ballistic 5X mit unterbrochenem Mittelkreis. Alle Varianten sitzen in der zweiten Bildebene, die Haltepunkte gelten also bei 6×.
Kann ich den FastFire 3 auch seitlich montieren?
Ja. Ab Werk sitzt er auf der Ringbrücke der P.E.P.R.-Montage, was ein Anheben des Kopfes erfordert. Mit einer 45°-Offsetplatte im Burris-Lochbild lässt er sich an die Handschutzschiene setzen – dann wechselt man durch bloßes Kippen der Waffe zwischen Glas und Rotpunkt.
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