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Hera Arms TRIARII RTU SFU im Test: aus der Pistole wird in Sekunden ein Karabiner

Hera Arms TRIARII RTU SFU Test 2026: Umrüstsatz für Glock, CZ & Walther

TargetTalk Redaktion 6. September 2026 9 Min. Lesezeit
TargetTalk Test

Hera Arms TRIARII RTU SFU im Test: aus der Pistole wird in Sekunden ein Karabiner

8.6 / 10

Technische Daten

Produkt
Hera Arms Umrüstsatz TRIARII RTU SFU
Hersteller
Hera Arms (Deutschland)
Referenz
2011258
EAN
2050009935320
Bauart
Vollmetall-Chassis / Pistolen-Karabiner-Umrüstsatz
Aufnahme
Einschieben der Waffe, Verriegelung per Drehmechanismus, werkzeuglos
Gesamtlänge
50,0 cm
Länge ohne ausgezogenen Schubschaft
ca. 44,4 cm
Gewicht
ca. 1.108 g
Schienen
Mil-Std 1913 Picatinny (oben und vorn)
Hinterschaft
HERA CCS, längenverstellbar, Winkel einstellbar
Klappmechanismus
HERA SFU (Side Folding Unit)
Vordergriff
HERA HFG, im Lieferumfang
AR15-Kompatibilität
AR15-Hinterschäfte montierbar
Passend für
Glock 17/19 (Gen 4/5), CZ 75 SP-01, CZ 75 SP-01 Shadow / Shadow 2, HK SFP9, Walther P99, PPQ, PPQ 5″, Q5
Lieferumfang
Chassis, HFG Vordergriff, CCS Hinterschaft, Side Folding Unit
UVP (Hera Arms)
649,00 EUR
Marktpreis
575,09 EUR bei WaffenPro

Pro

  • Montage der Pistole in Sekunden, ohne Umbau an der Basiswaffe
  • Vollmetallkonstruktion, sehr steif und spielfrei verriegelt
  • CCS-Hinterschaft längen- und winkelverstellbar – fester Anschlag auch mit Helm oder Gehörschutz
  • Side Folding Unit klappt das System für Transport und Aufbewahrung ein
  • Mil-Std-1913-Picatinny-Schienen, AR15-Hinterschäfte montierbar
  • Made in Germany, Ready-to-Use-Paket mit Vordergriff und Klappschaft

Fazit

Der TRIARII ist das mit Abstand souveränste System seiner Klasse: Die Pistole wird eingeschoben, ein Drehverschluss verriegelt, fertig – kein Werkzeug, keine Veränderung an der Waffe, kein Spiel im Verbund. In der RTU-SFU-Ausführung stimmt das Paket, weil CCS-Hinterschaft und Side Folding Unit genau die beiden Punkte lösen, an denen billigere Anschlagschäfte scheitern: individuelle Schaftlänge und transportables Packmaß. Wer dynamische Disziplinen schießt und seine Glock, CZ oder Walther auf kurze bis mittlere Distanzen präziser führen will, bekommt hier deutschen Maschinenbau in bester Ausführung. Abzüge gibt es für Gewicht und Modellbindung – und Käufer müssen die deutsche Rechtslage kennen: Mit Schulterstütze wird aus der Kurzwaffe waffenrechtlich eine Langwaffe, die separat eingetragen sein muss.

Eine Pistole ist schnell, kompakt und auf kurze Distanz überlegen – aber ab 25 Metern wird sie schnell zur Fleißarbeit. Genau hier setzt der Hera Arms TRIARII an: Die Waffe wird in ein Vollmetall-Chassis geschoben, per Drehmechanismus verriegelt und ist damit in Sekunden ein schulterstützbarer Pistolen-Karabiner – ohne einen einzigen Umbau an der Basiswaffe. Wir haben die Ausbaustufe RTU SFU mit CCS-Hinterschaft, Side Folding Unit und HFG-Vordergriff angesehen.

Hera Arms Umrüstsatz TRIARII RTU SFU in Schwarz mit Klappschaft und Picatinny-Schiene
Der TRIARII RTU SFU als komplettes Ready-to-Use-Paket – Chassis, Vordergriff, CCS-Hinterschaft und Klappeinheit

Was der TRIARII eigentlich ist

Der TRIARII ist kein Anschlagschaft im klassischen Sinn, der irgendwo angeschraubt wird, sondern ein geschlossenes Chassis aus Aluminium, das die Pistole aufnimmt. Die Waffe wird von vorn eingeschoben; ein Drehmechanismus verriegelt sie form- und kraftschlüssig. Es gibt keine Bohrungen, keine ausgetauschten Teile, keine Eingriffe am Verschluss oder Griffstück. Nimmt man die Pistole wieder heraus, ist sie unverändert – das ist der zentrale Unterschied zu Umbaukits, die etwa das Griffstück oder den Verschluss tauschen.

Hera Arms baut das System in Deutschland; die Marke ist über Hera Arms bei WaffenPro im Handel breit vertreten und vor allem für AR15-Zubehör, Chassis-Systeme und Sportkomponenten bekannt. Die Fertigungsqualität liegt entsprechend auf dem Niveau, das man von Herstellern wie Schmeisser oder Messerschmitt im AR-Segment kennt: sauber gefräste Kanten, gleichmäßige Eloxierung, kein Spiel an den Verbindungsstellen.

Montage: die versprochenen Sekunden stimmen

Der Ablauf ist tatsächlich trivial. Waffe entladen und geprüft, Verriegelung öffnen, Pistole in die Aufnahme einschieben, Drehmechanismus schließen. Nach zwei, drei Durchgängen liegt man bei unter zehn Sekunden. Wichtig ist nur der letzte Handgriff: Der Verschluss muss hörbar und spürbar einrasten, sonst sitzt die Waffe nicht bündig.

Im verriegelten Zustand gibt es kein Klappern und keine Verwindung zwischen Griffstück und Chassis. Das ist die Voraussetzung dafür, dass eine auf dem Chassis montierte Optik ihre Nullung behält – bei labbrigen Konstruktionen wandert der Treffpunkt bei jedem Ein- und Ausbau.

Hera Arms TRIARII RTU SFU mit eingeklappter Side Folding Unit
Mit der Side Folding Unit klappt der Hinterschaft seitlich ein – das Packmaß schrumpft deutlich

CCS-Hinterschaft und Side Folding Unit

Der HERA CCS ist der eigentliche Grund, die RTU-Variante zu kaufen. Er lässt sich in der Länge fein einstellen und – für den Praxisnutzen entscheidend – im Winkel verändern. Wer mit taktischer Ausrüstung, Helm oder kapselförmigem Gehörschutz arbeitet, kennt das Problem: Der Standard-Schaftrücken drückt gegen die Kapsel, der Kopf wird schief in den Anschlag gezwungen und das Auge sitzt nicht hinter der Optik. Der verstellbare Winkel löst das sauber.

Die Side Folding Unit klappt den Hinterschaft seitlich weg. Aus 50,0 cm Gesamtlänge werden so rund 44,4 cm ohne ausgezogenen Schubschaft – der Unterschied macht sich vor allem im Waffenkoffer und beim Transport zum Stand bemerkbar. Wer auf CCS und SFU verzichtet, kann alternativ handelsübliche AR15-Hinterschäfte montieren; die Schnittstelle ist dafür ausgelegt.

Schienen, Vordergriff und Zubehör

Oben läuft eine durchgehende Mil-Std-1913-Picatinny-Schiene, vorn kommen weitere Montageflächen hinzu. Damit sitzt ein Rotpunkt oder ein kleiner Prismenvisier-Aufbau wie das Falke EBIIS35 deutlich stabiler und in besserer Augenlinie, als es auf dem Verschluss der Pistole je möglich wäre. Der mitgelieferte HFG-Vordergriff gibt der Stützhand einen definierten Anschlagpunkt – gerade bei schnellen Zielwechseln zahlt sich das aus.

Ebenfalls verbaut: ein gut erreichbarer Durchladehebel, der über das Chassis hinweg auf den Pistolenverschluss wirkt. Nachladen und Störungsbeseitigung funktionieren damit ohne Verrenkungen, auch aus dem Anschlag heraus.

Hera Arms TRIARII Chassis mit Picatinny-Schiene, HFG-Vordergriff und CCS-Hinterschaft
Durchgehende Picatinny-Schiene oben, HFG-Vordergriff unten – Optik und Stützhand bekommen feste Positionen

Kompatibilität: welche Pistole passt?

Das Chassis ist modellgebunden – es gibt keinen Universal-TRIARII. Beim Kauf wird die Ausführung gewählt. Hera Arms führt die Varianten unter eigenen Artikelnummern (10.06.01 für Glock Gen 4/5 mit G17-Frame, 10.07.01 für den G19-Frame, 10.05.01 für die CZ 75 SP-01 und 10.16.01 für die CZ 75 SP-01 Shadow 2). Der Handel bietet darüber hinaus Ausführungen für weitere gängige Dienstpistolen an.

BasiswaffeVerfügbarkeit
Glock 17 (Gen 4/5, G17-Frame)Eigene Chassis-Ausführung
Glock 19 (Gen 4/5, G19-Frame)Eigene Chassis-Ausführung
CZ 75 SP-01 / Shadow 1Eigene Chassis-Ausführung
CZ 75 SP-01 Shadow 2Eigene Chassis-Ausführung
HK SFP9Über den Handel verfügbar
Walther P99 / PPQÜber den Handel verfügbar
Walther PPQ 5″ / Q5Über den Handel verfügbar

Wer eine Glock 17 Gen 5 besitzt, findet also ebenso eine passende Ausführung wie CZ-Shadow-Schützen aus dem dynamischen Sport. Beim Bestellen ist die Frame-Generation entscheidend – eine Gen-3-Glock passt nicht in ein Gen-4/5-Chassis.

Praxis: was bringt der Umbau wirklich?

Der Gewinn liegt in drei Punkten. Erstens Stabilität: Drei Kontaktpunkte – Schulter, Griffhand, Stützhand am HFG – statt zwei freihändiger Arme. Zweitens Visierlinie: Eine Optik auf der Chassis-Schiene liegt hinter dem Auge in konstanter Höhe, nicht auf einem bewegten Verschluss. Drittens Rückstoßkontrolle: Der Impuls einer 9-mm-Ladung geht in ein gut 1,1 kg schweres Systemgewicht plus Schulter, nicht in die Handgelenke. Folgeschüsse liegen dadurch spürbar enger.

Was der TRIARII nicht ändert: Ballistik und Lauflänge. Die Mündungsgeschwindigkeit bleibt die der Pistole, ein echter PCC in 9 mm mit 40-cm-Lauf holt aus derselben Patrone mehr heraus. Der TRIARII ist eine Handhabungs-, keine Leistungssteigerung – dafür eine, die man in Sekunden rückgängig macht.

Rechtslage in Deutschland – bitte vorher lesen

Das ist der wichtigste Absatz dieses Beitrags. Sobald eine Kurzwaffe mit einer Schulterstütze versehen wird, entsteht waffenrechtlich eine Langwaffe. Diese Kombination ist erlaubnispflichtig und muss entsprechend legitimiert sein; der Besitz einer Erlaubnis für die Pistole allein genügt nicht automatisch für den Betrieb im Anschlagschaft. Ob und wie ein solcher Aufbau erworben, besessen und auf dem Schießstand geführt werden darf, hängt vom Einzelfall, von der Ausführung und von der Sportordnung des jeweiligen Verbandes ab.

Praktische Konsequenz: Vor dem Kauf mit dem Fachhändler und – bei Zweifeln – mit der zuständigen Waffenbehörde klären, welche Eintragung nötig ist. Auf dem Stand gilt zusätzlich die Standordnung; nicht jede Anlage lässt Pistolen-Karabiner in allen Disziplinen zu. Wer sich in die Grundlagen einlesen will, findet in unserem Überblick zur Waffenrechtsnovelle und in der Begriffsübersicht die passenden Stichworte. WaffenPro liefert erwerbspflichtige Artikel ohnehin erst nach Prüfung der vollständigen Unterlagen aus.

Preis und Verfügbarkeit

Die unverbindliche Preisempfehlung von Hera Arms liegt bei 649,00 €. Bei WaffenPro kostet der TRIARII RTU SFU aktuell 575,09 € – rund 10 % unter UVP, inklusive Mehrwertsteuer und mit Auswahl der passenden Waffenausführung direkt in der Bestellung. Im Lieferumfang sind Chassis, HFG-Vordergriff, CCS-Hinterschaft und die Side Folding Unit enthalten; ein Nachrüsten dieser Komponenten einzeln käme deutlich teurer.

Passendes Zubehör – vom Hülsenfangsack mit Picatinny-Montage bis zur Reinigungsausrüstung – findet sich ebenfalls im Sortiment; die Picatinny-Flächen des TRIARII nehmen Standardzubehör ohne Adapter auf.

Fazit

Der Hera Arms TRIARII RTU SFU ist die konsequenteste Lösung, um eine vorhandene Dienst- oder Sportpistole ohne bleibende Veränderung in eine schulterstützbare Plattform zu verwandeln. Vollmetallbau, spielfreie Verriegelung, verstellbarer CCS-Hinterschaft und Klappmechanismus machen aus einem netten Gimmick ein ernsthaftes Sportgerät. Wer bereit ist, sich mit der deutschen Rechtslage sauber auseinanderzusetzen und das Mehrgewicht in Kauf nimmt, bekommt für 575,09 € ein hervorragend gefertigtes Stück deutschen Waffenbaus – und deutlich engere Trefferbilder auf 25 bis 50 Meter.

Häufige Fragen

Muss ich meine Pistole für den TRIARII umbauen?

Nein. Die Waffe wird lediglich in das Chassis eingeschoben und per Drehmechanismus verriegelt. Es werden keine Teile getauscht, gebohrt oder dauerhaft verändert. Nach dem Entnehmen ist die Pistole unverändert einsatzbereit.

Welche Pistolen passen in den TRIARII RTU SFU?

Das Chassis ist modellgebunden. Hera Arms führt Ausführungen für Glock Gen 4/5 mit G17- und G19-Frame sowie für CZ 75 SP-01 und SP-01 Shadow 2. Über den Handel sind zusätzlich Varianten für HK SFP9 sowie Walther P99, PPQ, PPQ 5″ und Q5 erhältlich. Die passende Ausführung wird beim Kauf gewählt.

Ist der TRIARII in Deutschland erlaubnisfrei?

Nein. Eine Kurzwaffe mit Schulterstütze gilt waffenrechtlich als Langwaffe, und diese Kombination ist erlaubnispflichtig. Vor dem Kauf sollten Erwerbsberechtigung und Eintragung mit dem Fachhändler und gegebenenfalls der zuständigen Waffenbehörde geklärt werden. Auch die Sportordnung des Verbandes und die Standordnung entscheiden über den Einsatz.

Was unterscheidet die RTU-SFU-Version von der Basisausführung?

RTU steht für Ready to Use: Das Paket enthält zusätzlich den HFG-Vordergriff und den längen- sowie winkelverstellbaren CCS-Hinterschaft. SFU ergänzt die Side Folding Unit, mit der sich der Hinterschaft für Transport und Lagerung seitlich einklappen lässt. Die Gesamtlänge sinkt dadurch von 50,0 cm auf rund 44,4 cm.

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