Aimpoint Acro C-2 im Test: das geschlossene Rotpunktvisier für Kurz- und Langwaffe
Aimpoint Acro C-2 Test 2026: geschlossenes Red Dot ab 594 EUR
Aimpoint Acro C-2 im Test: das geschlossene Rotpunktvisier für Kurz- und Langwaffe
Technische Daten
- Produkt
- Aimpoint Acro C-2
- Hersteller
- Aimpoint AB (Schweden)
- Referenz
- 2011077
- System
- Geschlossenes Red-Dot-Visier, 1x Vergrößerung
- Absehen
- 3,5 MOA Leuchtpunkt
- Durchsichtsöffnung
- 15 × 15 mm
- Helligkeitsstufen
- 10 (8 Tageslicht, 2 Nachtsicht)
- Batterie
- CR2032, im montierten Zustand wechselbar
- Batterielaufzeit
- bis zu 50.000 Stunden (Stufe 6)
- Material
- Eloxiertes 7075-T6 Aluminium
- Maße
- 47 × 32 × 31 mm
- Gewicht
- 60 g
- Temperaturbereich
- –51 °C bis +60 °C
- Lieferumfang
- Visier, CR2032-Batterie
- UVP
- 675,00 EUR
- Marktpreis
- 594,00 EUR bei WaffenPro
Pro
- Vollständig geschlossenes System – Regen, Schnee und Schmauch bleiben aus dem Strahlengang
- Bis zu 50.000 Stunden Laufzeit auf Stufe 6 aus einer einzigen CR2032
- Batteriewechsel im montierten Zustand ohne Verlust der Nullung
- Robustes 7075-T6-Gehäuse, temperaturfest von –51 °C bis +60 °C
- 10 Helligkeitsstufen inklusive zwei Nachtsichtstufen
- Nur 60 Gramm – auch auf der Kurzwaffe kaum spürbar
Fazit
Das Acro C-2 ist die konsequente Antwort auf das größte Problem offener Reflexvisiere: Der geschlossene Strahlengang lässt weder Regentropfen noch Schmauch an die Emitterlinse, und genau das entscheidet im Herbstansitz oder nach 300 Schuss auf dem Stand über Trefferlage und Nerven. Dazu kommen eine Laufzeit, bei der man den Batteriewechsel eher im Kalender als am Gerät plant, ein Gehäuse in Aimpoint-typischer Panzerqualität und ein Gewicht, das die Waffe nicht verändert. Wer bereit ist, den Aufpreis gegenüber offenen Visieren zu zahlen, bekommt hier das derzeit zuverlässigste kompakte Rotpunktvisier am Markt.
Offene Reflexvisiere sind leicht, günstig und schnell – bis der erste Regentropfen auf der Emitterlinse sitzt oder Schmauch den Punkt verschluckt. Genau hier setzt das Aimpoint Acro C-2 an: ein vollständig geschlossenes Rotpunktvisier im Kompaktformat, das mit 60 Gramm auf Pistole, Repetierer und Selbstladebüchse passt. Wir haben es mit dem 3,5-MOA-Absehen über mehrere Trainingseinheiten und einen nassen Herbstansitz geprüft. Erhältlich ist es unter anderem bei WaffenPro.
Bauweise: warum „geschlossen" den Unterschied macht
Beim klassischen offenen Red Dot sitzt die LED frei vor der Linse. Wasser, Schnee, Staub und Verbrennungsrückstände legen sich direkt in den Strahlengang – der Punkt wird zum Kometen oder verschwindet ganz. Das Acro C-2 kapselt Emitter und Linse in einem geschlossenen Tubusgehäuse aus eloxiertem 7075-T6-Aluminium. Die Folge: Der Punkt bleibt rund und sauber, auch wenn außen alles nass ist. Mit 47 × 32 × 31 mm und 60 Gramm bleibt das Visier trotzdem so kompakt, dass es die Balance einer Kurzwaffe nicht verändert.
Absehen und Sichtfenster in der Praxis
Der 3,5-MOA-Punkt ist der pragmatische Kompromiss: groß genug, um beim Ziehen aus dem Holster sofort ins Auge zu springen, klein genug, um auf 50 Metern nicht das halbe Ziel zu verdecken. Auf 25 Metern deckt er rund 2,5 Zentimeter ab – für Sport, Jagd und Behördeneinsatz völlig ausreichend. Das Sichtfenster misst 15 × 15 mm. Das klingt wenig und ist es auch: Wer bisher offene Visiere mit großzügigem Fenster gewohnt war, braucht ein paar Trainingseinheiten, bis der Anschlag sitzt. Danach spielt die Fenstergröße im Schnellfeuer keine Rolle mehr, weil beide Augen offen bleiben.
Helligkeit und Batterielaufzeit
Zehn Stufen stehen zur Verfügung – acht für Tageslicht, zwei für Nachtsichtgeräte. Die beiden obersten Tagesstufen setzen sich auch gegen Schnee und tiefstehende Sonne durch, Stufe 4 bis 6 ist der Alltagsbereich auf dem Stand. Bemerkenswert bleibt die Laufzeit von bis zu 50.000 Stunden auf Stufe 6 aus einer einzigen CR2032: Das sind über fünf Jahre Dauerbetrieb. Praktisch relevanter ist, dass sich die Batterie im montierten Zustand wechseln lässt – das Visier bleibt auf der Waffe, die Nullung bleibt erhalten.
Montage und Kompatibilität
Das Acro nutzt den herstellereigenen Acro-Footprint, der sich mittlerweile als Quasi-Standard etabliert hat. Auf Optics-Ready-Pistolen wie der CZ P-10 C OR oder der Glock 17 Gen5 FR gelingt die Montage über die passende Adapterplatte in wenigen Minuten. Auf Langwaffen kommt eine Picatinny-Basis zum Einsatz; dort ergänzt das Acro auch bestehende Zieloptiken als 45-Grad-Zweitvisier. Wichtig: Die Platte muss zum Footprint der Waffe passen und ist in der Regel nicht im Lieferumfang enthalten.
Robustheit: Temperatur, Wasser, Rückstoß
Aimpoint kommt aus der militärischen Zieloptik, und das merkt man. Das Gehäuse hält Temperaturen von –51 °C bis +60 °C aus, ist wasserdicht und steckt den Rückstoß großkalibriger Kurz- und Langwaffen weg. Im Test gab es weder Nullungsverlust nach mehreren hundert Schuss noch Beschlag beim Wechsel aus der Kälte in den warmen Innenraum. Wer wissen will, wie sich klassische vergrößernde Optiken daneben schlagen, findet in unserem Test des Burris RT-6 Combo-Kits die passende Ergänzung, und für Prismenlösungen lohnt der Blick auf das Falke EBIIS35.
Für wen lohnt sich das Acro C-2?
- Sportschützen, die eine wartungsarme, absolut zuverlässige Optik für Kurzwaffendisziplinen suchen.
- Jäger, die bei Nässe, Nebel und Dämmerung auf einen sauberen Punkt angewiesen sind.
- Behörden und Dienstwaffenträger, für die Ausfallsicherheit über Gewicht und Preis geht.
- Weniger geeignet für Einsteiger mit kleinem Budget – hier tut es zunächst ein offenes Reflexvisier.
Preis und Einordnung
Mit aktuell 594,00 € statt 675,00 € UVP spielt das Acro C-2 in der oberen Liga. Offene Reflexvisiere mit vergleichbarer Punktgröße gibt es für ein Drittel des Preises – aber eben ohne geschlossenen Strahlengang und ohne die Aimpoint-typische Ausfallsicherheit. Wer die Optik über Jahre auf einer Waffe belässt und sich nie Gedanken über Batterie oder Wetter machen will, rechnet den Aufpreis schnell heraus. Den aktuellen Marktpreis verfolgen wir in der Preisübersicht weiter unten.
Häufige Fragen
Wie lange hält die Batterie des Aimpoint Acro C-2?
Auf Helligkeitsstufe 6 gibt Aimpoint bis zu 50.000 Stunden Dauerbetrieb aus einer CR2032 an – das entspricht über fünf Jahren. Auf höheren Stufen sinkt die Laufzeit, bleibt aber weit oberhalb dessen, was offene Reflexvisiere üblicherweise leisten. Die Batterie lässt sich im montierten Zustand wechseln, ohne die Nullung zu verlieren.
Passt das Acro C-2 auf Pistole und Langwaffe?
Ja. Über den Acro-Footprint lässt es sich auf Optics-Ready-Pistolen montieren, über eine Picatinny-Basis auf Repetierern und Selbstladebüchsen. Die passende Adapterplatte richtet sich nach der Waffe und gehört in der Regel nicht zum Lieferumfang.
Was unterscheidet ein geschlossenes von einem offenen Rotpunktvisier?
Beim offenen System liegt die LED frei vor der Linse, sodass Regen, Schnee und Schmauch den Punkt verzerren oder ausblenden können. Das geschlossene Acro kapselt Emitter und Linse komplett – der Punkt bleibt auch bei Nässe und nach vielen Schuss rund und klar.
Brauche ich für ein Leuchtpunktvisier eine Erlaubnis?
Nein. Zieloptiken und Leuchtpunktvisiere sind in Deutschland frei erwerbbar und nicht erlaubnispflichtig. Erst Nachtsichtvorsätze und Zielscheinwerfer unterliegen zusätzlichen Regeln – Details dazu behandeln wir in unseren Beiträgen zum aktuellen Waffenrecht.
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