Benelli Super 90 M3 Tactical im Test: Selbstlader und Pumpgun in einer Flinte
Benelli Super 90 M3 Tactical Test 2026: Umschaltflinte 12/76
Benelli Super 90 M3 Tactical im Test: Selbstlader und Pumpgun in einer Flinte
Technische Daten
- Produkt
- Benelli Selbstladeflinte Super 90 M3 Tactical
- Hersteller
- Benelli Armi S.p.A.
- Referenz
- 150606047
- System
- Umschaltbar: Inertia-Selbstlader / Vorderschaftrepetierer
- Kaliber
- 12/76
- Lauflaenge
- 50 cm, Nickel-Chrom-Molybdaen-Stahl, verchromt
- Choke
- Festchoke Zylinder
- Magazinkapazitaet
- 7 Patronen
- Visierung
- Verstellbare Ghost-Ring-Visierung
- Schaftlaenge
- 355 mm
- Gewicht
- ca. 3.450 g
- Material
- Ergal-Aluminium-Systemkasten, Rilsan-Kunstfaserschaft
- Lieferumfang
- Flinte, Ghost-Ring-Visierung, Festchoke Zylinder
- Marktpreis
- 1.896,38 EUR bei WaffenPro
Pro
- Umschaltbar zwischen Selbstlader und Vorderschaftrepetierer
- Repetierbetrieb verarbeitet auch schwache und Speziallaborierungen
- Verstellbare Ghost-Ring-Visierung fuer schnelle, praezise Zielaufnahme
- Systemkasten aus eloxiertem Ergal-Aluminium: leicht und korrosionsfest
- Rilsan-Kunstfaserschaft nahezu unverwuestlich
- Montageflaeche fuer Optiken auf dem Systemkasten
Fazit
Die M3 Tactical ist eine der wenigen Flinten, die zwei Funktionsprinzipien in einer Waffe ehrlich beherrscht. Im Selbstladebetrieb arbeitet das Inertia-System sauber und schmutzunempfindlich, im Repetierbetrieb schluckt sie auch Laborierungen, an denen jeder Selbstlader scheitert. Dazu kommen eine der besten Ghost-Ring-Visierungen am Markt und Materialien, die auf jahrzehntelangen Behoerdeneinsatz ausgelegt sind. Wer eine kompromisslos zuverlaessige Universalflinte fuer Sport, Flintenlaufgeschoss und harte Bedingungen sucht, findet hier den Massstab - der Preis von 1.896,38 EUR ist die Gegenleistung dafuer.
Die Benelli Super 90 M3 Tactical ist eine der wenigen Flinten, die zwei Funktionsprinzipien in einem Gehäuse vereint: Per Drehring am Vorderschaft wechselt sie zwischen Inertia-Selbstlader und Vorderschaftrepetierer. Entwickelt für Militär und Behörden, ist sie längst auch bei Sportschützen etabliert. Angeboten wird sie unter anderem bei WaffenPro.
Umschaltfunktion: der eigentliche Kern der M3
Im Selbstladebetrieb arbeitet die M3 mit dem berühmten Inertia-System von Benelli: Nicht Gasdruck, sondern die Massenträgheit des Verschlusses treibt den Ladevorgang an. Das hält das System sauber, weil keine Pulvergase in die Mechanik geleitet werden, und macht die Waffe schmutzunempfindlich. Der Preis dafür ist ein Mindestimpuls – schwache Laborierungen, Übungspatronen oder Spezialmunition können den Verschluss nicht sicher öffnen.
Genau hier greift der Repetierbetrieb: Eine Vierteldrehung am Ring vor dem Vorderschaft entkoppelt die Automatik, und die M3 wird zur klassischen Pumpgun, die jede Patrone verarbeitet, die überhaupt zündet. Diese Umschaltbarkeit ist kein Marketing-Detail, sondern der Grund, warum die M3 seit Jahrzehnten in Behördenbeständen steht.
Material und Verarbeitung
Der Systemkasten besteht aus mattschwarz eloxiertem Ergal-Aluminium – leicht, formstabil und korrosionsfest. Der 50 Zentimeter lange Lauf ist aus Nickel-Chrom-Molybdän-Stahl gefertigt und innen verchromt, was Beschuss mit Stahlschrot und Flintenlaufgeschossen ebenso verträgt wie feuchte Einsatzbedingungen. Schaft und Vorderschaft aus Rilsan-Kunstfaser sind praktisch unverwüstlich; sie quellen nicht, splittern nicht und nehmen Stöße ohne Spuren. Bei einem Gesamtgewicht von rund 3.450 Gramm bleibt die Flinte trotz der robusten Bauweise gut führbar.
Visierung: Ghost Ring statt Laufschiene
Statt der bei Flinten üblichen Perlkornschiene trägt die Tactical eine individuell verstellbare Ghost-Ring-Visierung. Der große, dünnwandige Kimmenring verschwimmt beim Zielen optisch und lässt das Korn klar hervortreten – das ergibt eine sehr schnelle Zielaufnahme und gleichzeitig deutlich mehr Präzision mit Flintenlaufgeschossen, als es eine reine Schrotschiene erlaubt. Höhe und Seite lassen sich justieren, sodass die Treffpunktlage sauber auf die eigene Laborierung eingestellt werden kann. Auf dem Systemkasten sind zudem Montagen für Optiken vorgesehen; ein geschlossenes Leuchtpunktvisier wie das Aimpoint Acro C-2 passt technisch hervorragend zu dieser Waffe.
Praxis: Handling, Rückstoß, Magazin
Die Schaftlänge von 355 Millimetern ist bewusst kurz gehalten – mit dickerer Kleidung oder Schutzweste bleibt der Anschlag dadurch sauber. Der Rückstoß der 12/76-Patrone wird im Selbstladebetrieb durch die Verschlussbewegung merklich gestreckt und fällt weicher aus als im Repetierbetrieb. Das Röhrenmagazin fasst sieben Patronen; Nachladen über die Ladeklappe geht nach etwas Übung flüssig von der Hand. Der Festchoke „Zylinder" ist auf kurze bis mittlere Distanzen und auf Flintenlaufgeschosse ausgelegt – wer weite Schrotschüsse auf Flugwild plant, ist mit einer Jagdflinte mit Wechselchokes besser bedient.
Rechtliches: erlaubnispflichtige Langwaffe
Die Super 90 M3 Tactical ist eine erlaubnispflichtige halbautomatische Langwaffe. Erwerb und Besitz setzen eine gültige Waffenbesitzkarte mit entsprechendem Bedürfnis voraus – bei Sportschützen über den Verband, bei Jägern über den Jagdschein. Für die Ausgestaltung des Magazins und die Sportordnung gelten die üblichen Vorgaben; die Grundlagen dazu erklären wir im Beitrag zum aktuellen Waffenrecht. Die Aufbewahrung erfolgt im Schrank der Sicherheitsstufe 0 oder 1 nach DIN/EN 1143-1.
Fazit
Wer eine Flinte sucht, die unter allen Bedingungen funktioniert und dabei nicht auf einen Munitionstyp festgelegt ist, findet in der M3 Tactical den Maßstab. Die Umschaltfunktion ist der entscheidende Unterschied zu jeder reinen Selbstladeflinte, die Ghost-Ring-Visierung macht sie mit Flintenlaufgeschoss überraschend präzise, und die Materialwahl ist auf Jahrzehnte ausgelegt. Der Marktpreis von 1.896,38 Euro liegt klar über einfachen Selbstladeflinten – die Gegenleistung ist eine Waffe, die man nicht zweimal kauft. Vergleichbar spezialisierte Sportwaffen haben wir auch im Test der Schmeisser AR15 Solid Line betrachtet.
Häufige Fragen
Wie funktioniert die Umschaltung zwischen Selbstlader und Repetierer?
Über einen Drehring vor dem Vorderschaft. Eine Vierteldrehung entkoppelt die Automatik, danach wird die Flinte wie eine klassische Vorderschaftrepetierflinte durchgeladen; zurückgedreht arbeitet sie wieder als Selbstlader.
Warum braucht man den Repetierbetrieb überhaupt?
Das Inertia-System benötigt einen Mindestrückstoß. Schwache Übungs- oder Speziallaborierungen liefern diesen nicht sicher – im Repetierbetrieb spielt der Impuls keine Rolle, weil der Schütze selbst repetiert.
Ist die Benelli M3 Tactical jagdlich einsetzbar?
Ja, insbesondere mit Flintenlaufgeschoss auf kurze Distanz. Durch den Festchoke „Zylinder" und die 50-cm-Lauflänge ist sie für weite Schrotschüsse auf Flugwild allerdings weniger geeignet als eine klassische Jagdflinte.
Welche Erlaubnis brauche ich für den Erwerb?
Eine Waffenbesitzkarte mit passendem Bedürfnis als Sportschütze oder Jäger. Es handelt sich um eine erlaubnispflichtige halbautomatische Langwaffe, die entsprechend sicher aufzubewahren ist.
Artikel teilen













