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K.O. CleanSpeed Plus 28,4 g vs. Commando Slug 28 g: Welcher Slug für welche Flinte?

TargetTalk Redaktion 21. Juni 2026 9 Min. Lesezeit

Zwei 28-Gramm-Slugs im Kaliber 12/67, ähnliche Optik, völlig andere Auslegung: Brenneke setzt mit dem K.O. CleanSpeed Plus auf reibungsarme Treibladung für Halbautomaten, Tunet schickt den Commando Slug als preiswerten Allrounder ins Rennen. Wir zeigen, welcher Slug zu welcher Waffe und Jagdsituation passt.

Auf den ersten Blick wirken sie austauschbar: Brenneke K.O. CleanSpeed Plus 28,4 g und Tunet Commando Slug 28 g sind beide Flintenlaufgeschosse im Kaliber 12/67 mit fast identischem Geschossgewicht. In der Praxis verfolgen die beiden Hersteller aber sehr unterschiedliche Konzepte – und das macht sie für unterschiedliche Flinten und Jagdsituationen interessant.

Die beiden Kandidaten im Kurzporträt

Der Brenneke K.O. CleanSpeed Plus ist die jüngste Weiterentwicklung des klassischen K.O.-Slugs aus Langenhagen. Die Patrone kombiniert das bewährte K.O.-Geschoss mit einer reibungsärmeren, rußärmeren Treibladung und dem CleanSpeed-Treibspiegel. Ziel: sicherer Zyklus in Selbstladeflinten und deutlich weniger Laufverbleiung. Geliefert wird die Premium-Jagdpatrone im 100er-Pack.

Der Tunet Commando Slug 28 g kommt vom französischen Hersteller Tunet und ist ein klassisches Brenneke-artiges Flintenlaufgeschoss – allerdings als preisgünstige Volumen-Patrone im 100er Pack. Der Fokus liegt auf zuverlässiger Funktion zu günstigem Schusspreis, primär für Bock-, Pump- und Repetierflinten.

Technische Daten im direkten Vergleich

MerkmalK.O. CleanSpeed PlusCommando Slug 28 g
HerstellerBrenneke (DE)Tunet (FR)
Kaliber12/6712/67,5
Geschossgewicht28,4 g (≈ 438 grs)28 g (≈ 432 grs)
GeschosstypK.O.-Slug mit CleanSpeed-TreibspiegelBrenneke-artiges Flintenlaufgeschoss
TreibladungReibungs- und rückstandsarm optimiertStandard-Treibladung
V₀ (typisch)ca. 430 m/sca. 410–425 m/s
Packungseinheit100 Stück100 Stück
Primärer EinsatzSelbstladeflinte, Saufang, DrückjagdTraining, Drückjagd, Allround
Preisklasse / SchussPremium (höherer Schusspreis)Volumen (≈ 0,90 €/Schuss)

Zyklus in Selbstladeflinten – der entscheidende Unterschied

Wer eine Halbautomatik wie Benelli M2/M4, Beretta A300/A400 oder Browning Maxus mit Slugs füttert, kennt das Problem: leichte oder weich abgestimmte Patronen reichen oft nicht aus, um den Verschluss sauber zu öffnen. Der K.O. CleanSpeed Plus ist genau für dieses Szenario ausgelegt – die Treibladung erzeugt einen höheren Gasdruck-Plateau-Verlauf, der für gasdruck- und rückstoßbetriebene Selbstlader gleichermaßen genug Energie liefert. In unseren Praxistests lief er in Beretta A400 und Benelli M2 ohne Klemmer durch.

Der Commando Slug ist nicht primär für Selbstlader entwickelt. In rückstoßbetriebenen Systemen (Benelli Inertia) funktioniert er bei korrekter Polsterabstimmung oft, aber in gasdruckbetriebenen Halbautomaten häufen sich Fehlfunktionen, besonders wenn der Gaskanal noch Rückstände der ersten Schüsse trägt. Für Bock-, Repetier- und Pumpflinten ist das natürlich völlig egal – dort spielen beide Patronen ihre Stärken aus.

Laufverschmutzung und Reinigungsaufwand

Hier zeigt sich der zweite große Unterschied. Brennekes CleanSpeed-System ist ausdrücklich auf weniger Treibspiegel-Abrieb und sauberere Verbrennung ausgelegt. Nach 25 Schuss CleanSpeed Plus reicht in der Regel ein Filzdurchzug – Bleirückstände im Laufübergang sind minimal. Beim Commando Slug bleibt der typische Plastik-Treibspiegel-Abrieb, plus etwas mehr Pulverrückstand. Das ist beim Training kein Problem, bei langen Drückjagdtagen mit dem Selbstlader aber relevant: ein zugerußter Gaskolben kann Fehlfunktionen verursachen.

Präzision und Trefferbild

Beide Slugs liegen im erwarteten Bereich für Flintenlaufgeschosse: handflächengroße Streukreise auf 50 m sind mit beiden Patronen aus passender Flinte realistisch. Der K.O. CleanSpeed Plus ist durch die enger tolerierte Fertigung und den präziseren Treibspiegel auf 60–75 m noch reproduzierbarer. Der Commando Slug wird ab etwa 50 m sichtbar streuender – für klassische Drückjagddistanzen (innerhalb 35 m) aber völlig ausreichend.

Empfehlung: Welcher Slug für wen?

Brenneke K.O. CleanSpeed Plus eignet sich für

  • Saufänger und Drückjagdführer mit Selbstladeflinten (Beretta A300/A400, Benelli M2/M4, Browning Maxus, Winchester SX4)
  • Jäger, die Wert auf saubere Läufe und geringen Reinigungsaufwand legen
  • Schützen, die auf 50–75 m mit Slug Wild sicher ansprechen wollen
  • Anspruchsvolle Drückjagden, bei denen Funktionssicherheit über Preis geht

Tunet Commando Slug 28 g eignet sich für

  • Volumen-Training mit Bock-, Pump- und Repetierflinten
  • Vereinsschießen und Slug-Übungen mit niedrigem Schusspreis
  • Klassische Drückjagd mit Bockflinte oder Pumpflinte bis 35 m
  • Jäger, die einen günstigen Allrounder im 100er-Pack brauchen

Wer sich nicht entscheiden kann, fährt mit der Kombination aus beiden am besten: Commando Slug für Training und Übung, CleanSpeed Plus für die scharfe Drückjagd mit dem Selbstlader. Wer tiefer in die Slug-Wahl einsteigen will, findet im Detailtest des CleanSpeed Plus weitere Praxisdaten und Einrichtungstipps.

Rechtliches und Sicherheit

Slugs sind in Deutschland nach Bundesjagdgesetz für die Jagd auf Schalenwild ab Rehwild aufwärts zulässig, sofern die geforderte Mündungsenergie erreicht wird. Beide hier verglichenen Patronen erfüllen das. Beachte deine Landesjagdvorschriften und prüfe vor dem Einsatz die Würgebohrungsfreigabe deiner Flinte für Slugs – nicht jeder Lauf darf mit Vollchoke geschossen werden.

Häufige Fragen

Welcher Slug ist besser für Selbstladeflinten?

Der Brenneke K.O. CleanSpeed Plus ist explizit für Selbstladeflinten entwickelt. Die optimierte Treibladung liefert auch in gasdruckbetriebenen Halbautomaten (Beretta A400, Browning Maxus) genug Energie für sicheren Zyklus, und die sauberere Verbrennung hält den Gaskolben länger funktionsfähig.

Lohnt sich der Preisunterschied?

Für reines Training und Bock-/Pumpflinten-Einsatz spricht der niedrige Schusspreis des Commando Slug (etwa 0,90 €/Schuss). Beide Patronen kommen im 100er-Pack, der K.O. CleanSpeed Plus liegt im Stückpreis aber spürbar höher. Für die scharfe Jagd mit dem Selbstlader rechtfertigen Funktionssicherheit und sauberere Läufe den Aufpreis – besonders bei langen Drückjagdtagen.

Kann ich beide Slugs aus derselben Flinte schießen?

Ja, sofern deine Flinte für Slugs freigegeben ist (Würgebohrung beachten). Beide Patronen sind Standard 12/67-Lade­zustand und im 76-mm-Patronenlager problemlos verwendbar. Achte auf die korrekte Hülsenlänge deiner Flinte – nicht jede 12/65er-Flinte verträgt 12/67,5er-Hülsen.

Wie weit kann ich mit Slugs sicher schießen?

Die jagdliche Maximaldistanz mit Slug liegt bei etwa 50 m, mit sehr präziser Slug-Flinte (eingerichtet, Rotpunkt oder ZF) und CleanSpeed Plus realistisch bis 75 m. Über diese Distanz hinaus sind Slugs für sauberes, waidgerechtes Schießen ungeeignet – dann gehört eine Büchse in die Hand.

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