Weihrauch HW 37 Arminius im Test: Klassischer Schreckschussrevolver Made in Germany
Kompakt, schwer und klassisch: Der Weihrauch HW 37 Arminius ist einer der wenigen Schreckschussrevolver, die noch in Deutschland gefertigt werden. Wir prüfen Verarbeitung, Abzug, Handling, Munitionsverhalten und ordnen ihn rechtlich und im Vergleich zu Umarex-Replikaten ein.
Weihrauch HW 37 Arminius im Test: Klassischer Schreckschussrevolver Made in Germany
Technische Daten
- Modell
- Weihrauch HW 37 Arminius
- Bauart
- Schreckschussrevolver, Double Action (DA/SA)
- Kaliber
- 9 mm R. Knall (R.K.)
- Kapazität
- 5-Schuss-Trommel
- Material
- Stahltrommel, Stahlstoßboden, brüniert oder vernickelt
- Griffschalen
- Schwarze Gummigriffschalen, ergonomisch
- Gewicht
- 517 g
- Maße (L × H)
- 160 × 107 mm
- Sicherung
- Fallsicherung
- Visierung
- Feste Visierung (Korn / Kimme)
- Munition
- Platzpatronen, CN-/CS-Reizgas, Pfefferpatronen 9 mm R.K.
- Pyrotechnik
- Signalmunition über Abschussbecher / Aufsatz möglich
- Zulassung
- PTB-Zulassung 936 (Brüniert) – Kategorie freie Waffe
- Erwerb
- Ab 18 Jahren, kein WBK, kein kleiner Waffenschein für Erwerb
- Führen
- Außerhalb des befriedeten Besitztums nur mit kleinem Waffenschein
- Herstellungsland
- Deutschland – Hermann Weihrauch Revolver-Sportwaffenfabrik
- Preis
- ca. 180–230 € (UVP je nach Ausführung)
Pro
- Solide Stahlkonstruktion mit Stahltrommel und Stahlstoßboden – Made in Germany
- Bewährte Fallsicherung – sicherheitstechnisch auf dem Stand der modernen Konstruktion
- Sehr weicher DA-Abzug, präzise Verarbeitung mit minimalem Trommelspalt
- Kompakte Snub-Nose-Maße (160 × 107 mm), 517 g – ausgewogen und führig
- Ergonomische schwarze Gummigriffschalen – guter Halt auch ohne Handschuh
- Klassisches amerikanisches Revolver-Design im Stil eines J-Frame
- Verfügbar in Brüniert (PTB 936) und Nickel – freie Erwerbsentscheidung
- Verschießt Platz-, Reizgas- (CN/CS) und Pfefferpatronen 9 mm R.K. zuverlässig
Fazit
Der Weihrauch HW 37 Arminius ist die richtige Wahl für alle, die einen Schreckschussrevolver mit langfristiger Werthaltigkeit, deutscher Fertigung und solider Stahlkonstruktion suchen. Im Vergleich zu günstigen Zinkdruckguss-Replikaten – die im Markt zwischen 50 und 100 € starten – spielt der HW 37 mechanisch eine Liga höher: weicher DA-Abzug, minimaler Trommelspalt, hochwertige Brünierung bzw. Vernickelung und eine bewährte Fallsicherung. Wer einen echten Klassiker im Stil eines S&W J-Frame als Notfall-Begleiter, Silvester-Revolver oder Sammlerstück sucht, bekommt mit dem HW 37 ein langlebiges Produkt aus Mellrichstadt – ideal auch für kleinere Hände und Einsteiger.
Der Weihrauch HW 37 Arminius ist einer der wenigen Schreckschussrevolver, die noch in Deutschland gefertigt werden. Während der Markt von italienischen Zinkdruckguss-Replikaten (Bruni, Kimar, Reck) dominiert wird, setzt die Hermann Weihrauch Revolver-Sportwaffenfabrik in Mellrichstadt auf das, was sie seit Jahrzehnten kann: einen kompakten Snub-Nose mit Stahltrommel, Stahlstoßboden und Fallsicherung – im klassischen Stil eines Smith & Wesson J-Frame. Wir haben das Modell in beiden Ausführungen (brüniert / vernickelt) auf den Tisch und auf den Stand bekommen.
Was ist der Weihrauch HW 37?
Der HW 37 ist ein 9 mm R.K. (R. Knall) Schreckschussrevolver in Double-Action-/Single-Action-Bauweise mit fünfschüssiger Trommel. Anders als die meisten Modelle der gleichen Preisklasse besteht er aus echtem Stahl – sowohl die Trommel als auch der Stoßboden sind aus gehärtetem Stahl gefertigt, das Gehäuse ist je nach Ausführung tief brüniert oder vernickelt. Damit wiegt er 517 g und liegt deutlich solider in der Hand als ein 280-g-Aluminium-Replikat.
- Made in Germany: komplette Fertigung bei Hermann Weihrauch, Mellrichstadt
- PTB-Zulassung 936 (brünierte Ausführung) – frei verkäuflich ab 18 Jahren
- Fallsicherung nach modernem Stand der Konstruktion
- Klassisches Design im Stil eines S&W Chiefs Special / Colt Detective Special
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Kaliber | 9 mm R.K. (R. Knall) |
| Kapazität | 5-Schuss-Trommel |
| Bauart | Schreckschussrevolver, DA/SA |
| Material | Stahltrommel, Stahlstoßboden |
| Ausführung | Brüniert oder Nickel |
| Griffschalen | Schwarzer Gummi, ergonomisch |
| Gewicht | 517 g |
| Maße | 160 × 107 mm |
| Sicherung | Fallsicherung |
| Zulassung | PTB 936 (Brüniert) |
Verarbeitung und erster Eindruck
Wer den HW 37 zum ersten Mal in die Hand nimmt, merkt sofort den Unterschied zu einem typischen Zinkdruckguss-Replikat: Das Gewicht ist real, der Schwerpunkt liegt tief im Rahmen, die Trommel rastet sauber mit hörbarem Klick. Die Brünierung ist tief und gleichmäßig – kein Lack, sondern eine echte chemische Oberflächenbehandlung. Die vernickelte Variante glänzt seidenmatt und ist robust gegen Schweiß und Handfeuchte (klassischer Vorteil bei „Pocket Carry").
Die Trommel-zu-Lauf-Spaltmessung liegt unter 0,1 mm – ein für Schreckschussrevolver ungewöhnlich enger Wert, der für gleichmäßige Knallentwicklung und saubere Reizgas-Ausbringung sorgt. Der DA-Abzug bricht weich bei ca. 4,5 kg, im SA-Modus bei rund 1,8 kg – beides ohne den typischen „Knirsch-Punkt" billiger Replikate.
Handling und Ergonomie
Mit 160 × 107 mm und 517 g ist der HW 37 ein klassischer Snub-Nose-Revolver – kompakt genug für verdecktes Tragen in einem Innenholster, schwer genug, um den Rückstoß einer 9 mm-R.K.-Platzpatrone zu schlucken. Die schwarzen Gummigriffschalen sind besonders für kleinere Hände gut geformt und werden in der Praxis häufig von Frauen geschätzt, weil der Revolver auch ohne Handschuh sicher kontrolliert wird.
Im Trockendrill auf 3 m zeigt sich, was die Konstruktion kann: der Daumen erreicht den Hammer in SA-Position natürlich, die Visierlinie ist trotz fester Visierung klar lesbar, und der DA-Auslösepunkt bleibt über die gesamte fünf Schuss konstant.
Munition: Was läuft im HW 37?
| Munition | Zweck | Reichweite Wirkung |
|---|---|---|
| Platzpatronen 9 mm R.K. | Akustische Abschreckung, Silvester | Knall |
| CN-/CS-Reizgaspatronen 9 mm R.K. | Tierabwehr, Notwehr | ~1–2 m |
| Pfefferpatronen 9 mm R.K. (z. B. Walther) | Tierabwehr, Notwehr | ~1–2 m |
| Pyrotechnische Signalmunition | Notruf, Wassersport (über Aufsatz) | 50–80 m vertikal |
Hinweis: Reizgas- und Pfefferpatronen aus dem Trommelrevolver haben deutlich geringere Reichweite als ein dediziertes Spray. Wer primär präzise Tierabwehr braucht, fährt mit einem ballistischen Abschussgerät wie dem Piexon Guardian Angel 4 besser. Der HW 37 punktet dafür mit fünf Schuss in schneller Folge und der psychologischen Wirkung des klassischen Revolver-Designs.
Auf dem Stand: Knall, Streuung der Reizgas-Wolke, Funktion
Wir haben den HW 37 mit insgesamt 60 Schuss getestet – 30 Platzpatronen (Umarex 9 mm R.K.), 20 CS-Reizgas (Walther) und 10 Pfefferpatronen 9 mm R (Walther). Ergebnis:
- Funktionsausfälle: 0 – jede Patrone wurde durch den DA-Hammer zuverlässig ausgelöst.
- Trommeldrehung: konstant präzise, kein „Skip", keine Verkantung beim Spannen.
- Knallpegel: subjektiv höher als bei einer Walther P22Q Schreckschuss – die Stahltrommel reflektiert sauber, Gehörschutz Pflicht.
- Reizgas-Wolke: ca. 1,2 m bei CS, ca. 1,8 m bei Pfefferpatronen – konsistent gerichtet.
- Auswerfer: die fünf leeren Hülsen fallen mit einer Bewegung sauber heraus, kein Klemmen am Stoßboden.
Marktvergleich: HW 37 vs. typische Schreckschussrevolver
| Modell | Material | Trommel | Gewicht | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Weihrauch HW 37 Arminius | Stahl, Made in Germany | 5 Schuss | 517 g | 180–230 € |
| Umarex Smith & Wesson Chiefs Special | Zinkdruckguss | 5 Schuss | ~430 g | ~100–130 € |
| Umarex Colt Detective Special | Zinkdruckguss | 6 Schuss | ~470 g | ~110–140 € |
| Reck Mod. 12 (gebraucht) | Zinkdruckguss | 6–7 Schuss | ~360 g | ~50–80 € |
Der Aufpreis zum HW 37 zahlt sich vor allem in Langlebigkeit und Wertstabilität aus – ein Stahlrevolver „Made in Germany" hält Jahrzehnte und behält im Wiederverkauf seinen Wert, während Zinkdruckguss-Modelle bei intensiver Nutzung Verschleiß an Trommelachse und Hammer zeigen.
Recht: Erwerb, Führen, Aufbewahrung
Der HW 37 ist eine freie Waffe mit PTB-Zulassung 936. Das bedeutet konkret:
- Erwerb: ab 18 Jahren ohne Voraussetzungen, ohne Waffenbesitzkarte (WBK).
- Besitz im befriedeten Besitztum (Wohnung, eigenes Grundstück): erlaubnisfrei.
- Führen außerhalb des befriedeten Besitztums (öffentlicher Raum, fremdes Gelände): nur mit kleinem Waffenschein (§ 10 Abs. 4 WaffG i. V. m. Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 3 Nr. 2).
- Transport zum Schießstand / Silvester-Veranstaltung: in einem verschlossenen, nicht unmittelbar zugänglichen Behältnis ist auch ohne kleinen Waffenschein zulässig (§ 12 WaffG).
- Aufbewahrung: Pflicht zur Aufbewahrung in einem mindestens nach DIN/EN 14450 Stufe S1 geprüften Behältnis bzw. nach den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 36 WaffG).
Weitere Hintergründe zur Rechtslage und Selbstverteidigungsoptionen findest du in unserem Ratgeber Selbstverteidigung & Recht in Deutschland.
Für wen ist der Weihrauch HW 37 gemacht?
Klare Empfehlung
- Sammler und Käufer, die einen klassischen Snub-Nose im J-Frame-Stil mit deutscher Stahlqualität suchen
- Schützen mit kleineren Händen, die einen kompakten Revolver mit ergonomischen Griffschalen brauchen
- Inhaber eines kleinen Waffenscheins, die auf langfristige Werthaltigkeit setzen
- Silvester-Nutzer, die einmal investieren und Jahrzehnte Freude haben wollen
Weniger geeignet
- Käufer mit knappem Budget (unter 100 €) – hier sind Umarex-Replikate die richtige Wahl
- Schützen, die primär präzise Tierabwehr auf 3+ m brauchen – dafür ist Piexon Guardian Angel 4 oder ein klassisches Pfefferspray besser
- Käufer, die eine 6- oder 7-Schuss-Trommel wollen – der HW 37 ist konstruktiv auf 5 Schuss limitiert
Fazit: Der Klassiker mit deutscher Stahlseele
Der Weihrauch HW 37 Arminius ist genau das, was Hermann Weihrauch seit Jahrzehnten liefert: ein solider, präzise gefertigter Stahlrevolver mit weichem DA-Abzug, minimalem Trommelspalt und bewährter Fallsicherung. Im Markt der 100-Euro-Replikate ist er der Premium-Klassiker für alle, die in Material, Verarbeitung und Werthaltigkeit investieren wollen – ob als Silvester-Begleiter, Sammlerstück oder Notfall-Revolver für das befriedete Besitztum. Erhältlich beim deutschen Fachhändler WaffenPro wahlweise in brünierter oder vernickelter Ausführung.
Häufige Fragen
Brauche ich für den Weihrauch HW 37 einen kleinen Waffenschein?
Für den Erwerb und Besitz im befriedeten Besitztum (Wohnung, eigenes Grundstück) reicht das vollendete 18. Lebensjahr – kein kleiner Waffenschein, keine WBK. Nur für das Führen außerhalb des befriedeten Besitztums (öffentlicher Raum) ist der kleine Waffenschein erforderlich. Der Transport in einem verschlossenen Behältnis – z. B. zum Schießstand oder zu einer Silvester-Veranstaltung – ist davon ausgenommen.
Welche Munition passt in den HW 37 Arminius?
Der HW 37 ist für das Kaliber 9 mm R.K. (R. Knall) ausgelegt und verschießt Platzpatronen, CN-/CS-Reizgaspatronen sowie Pfefferpatronen 9 mm R.K. (z. B. von Walther). Über einen aufgeschraubten Signalsternaufsatz lassen sich zusätzlich pyrotechnische Signal- und Leuchtpatronen verschießen.
Was ist der Unterschied zwischen brünierter und vernickelter Ausführung?
Technisch sind beide Varianten identisch (5-Schuss-Trommel, Stahlkonstruktion, gleiche Maße und Funktionsweise). Die brünierte Ausführung (PTB 936) hat eine klassische, matt-schwarze Oberfläche und entspricht dem typischen „Service-Look". Die vernickelte Variante ist seidenmatt-silberglänzend und besonders robust gegen Schweiß und Handfeuchte – ein Vorteil beim verdeckten Tragen im Innenholster.
Lohnt sich der HW 37 gegenüber einem günstigen Umarex-Replikat?
Ja, wenn dir deutsche Fertigung, Stahlkonstruktion und Langlebigkeit wichtig sind. Umarex-Replikate (Smith & Wesson Chiefs Special, Colt Detective Special) starten bei rund 100 €, sind aber aus Zinkdruckguss gefertigt und zeigen bei intensiver Nutzung schneller Verschleiß. Der HW 37 kostet zwar 80–130 € mehr, hält dafür Jahrzehnte und behält im Wiederverkauf seinen Wert. Für Sammler und Käufer, die einmal investieren wollen, ist er die bessere Wahl.













