Tanfoglio: Stock, Gold Match und Limited für Sportschützen
Tanfoglio 2026: Stock 2, Stock 3, Gold Match Xtreme & Limited Custom
Wer im IPSC-Schießen unterwegs ist, kommt an Tanfoglio kaum vorbei. Die italienischen Sportpistolen sind schwer, präzise und für viele Divisionen gebaut. Doch was unterscheidet Stock II, Stock III, Limited Custom und Gold Match Xtreme? Dieser Ratgeber sortiert die Modelle und hilft dir bei der Wahl.
Wer ist Tanfoglio?
Tanfoglio ist ein Familienunternehmen aus Gardone Val Trompia in Norditalien, einer traditionellen Waffenregion. Bekannt wurde der Hersteller mit Pistolen, die auf dem Konstruktionsprinzip der tschechischen CZ 75 aufbauen. Daraus entwickelte Tanfoglio eine eigene Familie von Sportpistolen mit Stahlgriffstück.
Gemeinsamkeiten der Modelle
- Stahlgriffstück: Hohe Masse, wenig Rückstoßgefühl.
- Schlitten läuft innen im Griffstück: Typisch für das CZ-Prinzip, gute Führung.
- Single/Double Action oder reine Single Action, je nach Modell.
- Verschiedene Kaliber wie 9 mm Luger, .40 S&W, 10 mm oder .45 ACP – je nach Modell.
Die Modelle im Überblick
Tanfoglio Stock II
Die Stock 2 ist eine klassische Sportpistole mit SA/DA-Abzug und Stahlgriffstück. Sie zielt auf die IPSC-Division Production, in der Gewicht und Ausstattung begrenzt sind. Sie gilt als solider Einstieg in Stahlpistolen.
Tanfoglio Stock III
Die Stock 3 hat einen längeren Schlitten und Lauf. Die längere Visierlinie und die Masse vorne machen sie ruhiger im Schuss. Auch sie wird oft in Production geschossen.
Tanfoglio Limited Custom
Die Limited Custom ist für die Standard-Division gedacht. Sie ist reine Single Action, hat einen feineren Abzug und einen größeren Magazintrichter. Viele Schützen schätzen den hohen Grip und die Möglichkeit, verschiedene Kaliber zu schießen.
Tanfoglio Gold Match und Gold Match Xtreme
Die Gold Match richtet sich an Präzisionsschützen und Open-Schützen. Die Xtreme-Version bringt zusätzliche Tuning-Details. Es gibt sie auch in .45 ACP. Manche Varianten sind für Optik und Kompensator vorbereitet.
Wechselsysteme
Für einige Modelle bietet Tanfoglio Wechselsysteme an, etwa um von 9 mm auf .45 ACP oder eine andere Patrone zu wechseln. Wechselsysteme sind in Deutschland in der Regel als wesentliche Teile erlaubnispflichtig und werden auf die Waffenbesitzkarte eingetragen. Kläre das vor dem Kauf mit deiner Waffenbehörde.
Tanfoglio im IPSC-Sport
Im IPSC-Schießen werden Pistolen nach Divisionen eingeteilt, etwa Production, Production Optics, Standard und Open. Jede Division hat eigene Regeln zu Gewicht, Abzug, Magazinlänge und Optik. Die BDS-Sportordnung für IPSC Kurzwaffe enthält die Details. Mehr zum Einstieg findest du im Sportschießen-Guide.
Tanfoglio-Modelle stehen dabei in direkter Konkurrenz zu CZ-Pistolen wie der CZ Shadow 2. Beide Familien teilen dasselbe Grundprinzip.
Tanfoglio oder CZ?
- CZ Shadow 2: Sehr verbreitet, viel Zubehör, gute Gebrauchtpreise.
- Tanfoglio Stock: Ähnliches Prinzip, eigene Ergonomie, teilweise andere Kaliber.
- Tanfoglio Limited/Gold Match: Interessant für Standard und Open, wo CZ weniger Modelle anbietet.
Am besten probierst du beide auf dem Schießstand in der Hand. Griffform und Abzug sind sehr persönlich.
Worauf beim Kauf achten?
- Division festlegen, in der du schießen willst.
- Kaliber passend zur Division und zum Budget wählen.
- Magazine und Ersatzteile prüfen.
- Bei Gebrauchtwaffen Abnutzung an Schlittenführung und Abzug kontrollieren.
- Für den Erwerb brauchst du eine Waffenbesitzkarte und ein Bedürfnis.
Pflege
Stahlpistolen brauchen etwas mehr Öl auf den Führungsschienen als Polymerpistolen. Nach Wettkämpfen solltest du sie gründlich reinigen, besonders bei Kompensatoren. Für Open-Pistolen mit Kompensator lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle der Bohrungen.
Fazit
Tanfoglio bietet für fast jede IPSC-Division eine passende Pistole: Stock II und III für Production, Limited Custom für Standard, Gold Match für Open und Präzision. Wer CZ-Pistolen mag, sollte Tanfoglio unbedingt ausprobieren. Sportpistolen und Zubehör findest du bei WaffenPro.
Modelle und Einsatz im Überblick
| Modell | Abzug | Typische IPSC-Division | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Stock II | SA/DA | Production | Einstieg, Allround |
| Stock III | SA/DA | Production | längere Visierlinie |
| Limited Custom | SA | Standard | Wettkampf, verschiedene Kaliber |
| Gold Match / Xtreme | SA | Open / Präzision | Tuning, Optik, Kompensator |
Die Division-Zuordnung ist eine Orientierung. Entscheidend sind die aktuellen Regeln deines Verbandes.
Warum Stahlpistolen im Sport beliebt sind
Eine schwere Stahlpistole liegt ruhiger in der Hand. Der Rückstoß wird über die Masse gedämpft, die Mündung steigt weniger. Gerade in Disziplinen mit schnellen Doppelschüssen ist das ein Vorteil. Nachteil: Das Gewicht spürt man bei langen Trainingstagen. Wer viel mit der Waffe läuft, muss das gewohnt sein.
Single Action oder SA/DA?
Bei SA/DA-Pistolen ist der erste Schuss oft mit gespanntem oder entspanntem Hahn möglich. Bei entspanntem Hahn ist der erste Abzug lang und schwer, danach folgen kurze, leichte Abzüge. Single-Action-Pistolen haben immer den kurzen Abzug, müssen aber mit gespanntem Hahn und gesicherter Waffe geführt werden. Im Wettkampf bestimmt die Sportordnung, in welchem Zustand die Pistole startet.
Kaliberwahl
9 mm Luger ist am günstigsten und am weitesten verbreitet. Im IPSC wird zusätzlich nach Faktor gewertet: Größere Kaliber wie .40 S&W oder .45 ACP erreichen leichter den sogenannten Major-Faktor, der in manchen Divisionen mehr Punkte für Treffer außerhalb der Mitte bringt. Für Einsteiger ist 9 mm fast immer die beste Wahl, weil Munition günstig und Rückstoß gering ist.
Magazine und Ausstattung
Für Tanfoglio-Pistolen gibt es Magazine in verschiedenen Längen. Bei Verlängerungen gelten dieselben gesetzlichen Grenzen wie bei anderen Kurzwaffen; mehr dazu im Beitrag zur Magazinverlängerung. Zusätzlich verbreitet sind Magwells, Griffschalen mit mehr Grip und Visierungen mit Fiberkorn.
Gebrauchtkauf: worauf achten?
- Spiel zwischen Schlitten und Griffstück prüfen.
- Abzug auf sauberen Druckpunkt testen.
- Lauf auf Abnutzung untersuchen.
- Nach Umbauten fragen und Rechnungen zeigen lassen.
- Prüfen, ob die Magazine zum Modell passen.
Training mit Tanfoglio
Gerade bei SA/DA-Modellen lohnt sich Trockentraining, um den ersten langen Abzug zu üben. Nutze dafür Pufferpatronen, wenn die Anleitung es empfiehlt. Ein Trainingssensor hilft, unbewusste Bewegungen zu erkennen.
Vergleich mit Polymerpistolen
Polymerpistolen wie die Glock sind leichter und pflegeleichter. Stahlpistolen wie Tanfoglio bieten mehr Masse und oft einen feineren Abzug. Viele Schützen starten mit einer Polymerpistole und wechseln später auf Stahl, wenn sie sich auf eine Division festgelegt haben. Andere bleiben bei Polymer, weil sie die Handlichkeit schätzen. Beides ist richtig – entscheidend ist, was dir liegt.
Zubehör für den Wettkampf
Für IPSC brauchst du neben der Pistole ein passendes Holster, mehrere Magazintaschen und einen stabilen Gürtel. Für Tanfoglio-Modelle gibt es spezielle Wettkampfholster. Im Holster-Ratgeber erklären wir die wichtigsten Bauformen.
Praxisbeispiel: Umstieg von Polymer auf Stahl
Ein IPSC-Schütze schießt zwei Jahre mit einer Polymerpistole in Production. Er merkt, dass bei schnellen Doppelschüssen die Mündung stark steigt. Auf dem Stand probiert er eine Tanfoglio Stock II. Das Gewicht hält die Waffe ruhiger, die zweite Schussabgabe kommt schneller ins Ziel. Er gewöhnt sich mit Trockentraining an den ersten langen DA-Abzug. Nach einigen Wettkämpfen sind seine Trefferbilder enger und die Zeiten schneller.
Ein Wort zu Ersatzteilen
Für Tanfoglio-Modelle gibt es ein großes Angebot an Tuningteilen, etwa Hämmer, Federn und Abzüge. Viele sind für Wettkampfschützen gedacht. Lass Änderungen an Abzug und Sicherung von einem Büchsenmacher vornehmen und achte auf die Divisionsregeln.
Wie schwer ist eine Stahlpistole wirklich?
Stahlpistolen wiegen leer deutlich mehr als Polymerpistolen, mit vollem Magazin noch einmal mehr. Für einen Trainingstag mit vielen Durchgängen bedeutet das spürbare Belastung für Hand und Unterarm. Wer neu einsteigt, sollte die Waffe vor dem Kauf ein paar Serien lang schießen.
Kleines Glossar
- SA/DA
- Single Action/Double Action – erster Schuss kann lang und schwer sein.
- Faktor
- Wertungsgröße im IPSC aus Geschossgewicht und Geschwindigkeit.
- Major/Minor
- Leistungsklassen der Munition im IPSC.
- Kompensator
- Mündungsaufsatz, der den Hochschlag mindert.
- Production Optics
- IPSC-Division für Serienpistolen mit Red Dot.
Unsere Einschätzung
Tanfoglio ist eine starke Alternative für Schützen, die eine schwere Stahlpistole im CZ-Stil suchen. Stock II und III sind solide Production-Pistolen, Limited Custom und Gold Match zielen auf Standard und Open. Entscheidend sind Griffgefühl und Abzug – unbedingt vor dem Kauf probeschießen und die Divisionsregeln prüfen.
Was Einsteiger am häufigsten falsch machen
- Division nicht vor dem Kauf festgelegt.
- Zu großes Kaliber für den Einstieg gewählt.
- Gewicht im Training unterschätzt.
- Tuning ohne Blick auf die Regeln.
- Wechselsystem ohne Eintrag gekauft.
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Tanfoglio in Präzisionsdisziplinen
Nicht nur im IPSC sind Tanfoglio-Pistolen zu sehen. Auch in Präzisionsdisziplinen auf 25 Meter schätzen Schützen die ruhige Lage und den feinen Single-Action-Abzug der Gold-Match-Modelle. Für solche Disziplinen ist eine gute Visierung entscheidend: eine verstellbare Kimme und ein schmales Korn sorgen für ein klares Visierbild. Wer zusätzlich eine Optik montieren möchte, prüft vorher, ob die Disziplin sie erlaubt. Auch hier gilt: Die Sportordnung deines Verbandes gibt den Rahmen vor, und eine Waffenbesitzkarte mit Bedürfnis ist Voraussetzung für den Erwerb.
Häufige Fragen zu Tanfoglio
Woher kommt Tanfoglio?
Tanfoglio ist ein italienischer Hersteller aus Gardone Val Trompia in Norditalien.
Basiert Tanfoglio auf der CZ 75?
Ja, die Pistolen bauen auf dem Konstruktionsprinzip der CZ 75 auf, wurden aber eigenständig weiterentwickelt.
Welche Tanfoglio passt zu IPSC Production?
Typisch sind die Stock-Modelle wie Stock II und Stock III. Prüfe die aktuelle Sportordnung für Gewicht und Ausstattung.
Ist ein Wechselsystem erlaubnisfrei?
In der Regel nicht. Wechselsysteme sind wesentliche Teile und werden auf die Waffenbesitzkarte eingetragen. Kläre das mit deiner Waffenbehörde.
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